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Auszeichnung für das Jahreswerk

Alexander Kopainski zeigt Preis und Cover. Foto: Thomas Seeber
Alexander Kopainski zeigt Preis und Cover. Foto: Thomas Seeber FOTO: Thomas Seeber
Hühnerfeld. Der 20-jährige Student wurde als „Bester Grafiker“ für die Cover von Fantasy-Romanen geehrt. Seine Arbeit kann man per Internet problemlos nachverfolgen. Stefan Bohlander

"Ganz viele glückliche Zufälle hintereinander", sagt Alexander Kopainski, hätten ihm zu einer Ehre verholfen. Der 20-Jährige aus Bildstock, der seit wenigen Wochen in Hühnerfeld wohnt, wurde bereits Mitte Oktober mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet. Gegen vier weitere Nominierte setzte er sich in der Sparte "Bester Grafiker " als Sieger durch. Der Preis wurde innerhalb der "BuchmesseCon" vergeben, einer Messe, die zeitgleich zur Buchmesse in Frankfurt stattfand, jedoch in Dreieich.


Wie es der Name "Phantastik Preis" bereits vermuten lässt, steht sowohl bei der Messe als auch beim Preis die Fantasy im Vordergrund.

"Eines meiner Lieblingsgenres", wie Kopainski erzählt. Konkret erhielt er seine Auszeichnung für sein Jahreswerk 2015 im Bereich der Buchcover. Seine bekanntesten Umschläge dürfte er für die Buchreihe "Die dreizehnte Fee" gestaltet haben. Für Romane von Julia Adrian hat er sie für den Drachenmond-Verlag entworfen, der Kontakt sei relativ unspektakulär entstanden. Sie habe ihre frühen Bücher zuerst per Selbstverlag herausgebracht, sei per Facebook auf seine Arbeiten aufmerksam geworden und habe ihn kontaktiert.



Sein erstes Cover hat er um 2010 herum entworfen, seinerzeit noch als Hobby, seit 2014 macht er dies professionell. Dabei kommt ihm sein Studium natürlich entgegen. Ebenfalls seit 2014 studiert er Kommunikationsdesign an der Hochschule für Bildende Künste in Saarbrücken. Bis er mit Bachelor und Master durch ist, wird es wohl 2019 sein. Dabei war es sein erster Gedanke, Medizin zu studieren, "das finde ich auch noch immer faszinierend, aber Design ist meine Leidenschaft", so Kopainski.

Wer mal zuschauen möchte, wie viel Arbeit in einem Entwurf steckt, kann sich auf seiner Internetseite unter dem Punkt "Referenzen" ein Video anschauen. Zu zweieinhalb Minuten ist dort seine Arbeit an einem Cover zu einer Anthologie zusammengefasst - in Wirklichkeit hat der Entwurf rund sieben Stunden gedauert, weitere vier Stunden seien für Beschriftung und Entwurf der Innenklappe hinzugekommen. Cover zu Fantasy-Büchern würden mehr Kreativität erlauben, "man ist relativ frei". Die Arbeit erledigt er zum großen Teil mit dem Programm Photoshop von Adobe . Bilder dafür kauft er bei Online-Diensten.

Früher hat er selbst auch Kurzgeschichten geschrieben und dazu die Bilder entworfen. Das Schreiben habe er nun erst mal auf Eis gelegt, "das macht so viel Spaß mit den Covern".

Hinzu kommen Aufträge für Facebook-Werbung, Flyer oder weiteres Werbematerial. Bis zu zehn Aufträge bearbeitet er im Monat. Da er von zu Hause aus arbeitet, kann er seine Zeit gut einteilen. Auch in seinem Studium gebe es gerade eine Zeit, in der er lediglich drei Tage an der HBK sein muss.

Seit er 2014 "so richtig" angefangen hat, besucht er auch regelmäßig Messen, signiert dort Umschläge oder lernt einfach neue Leute kennen. In der Buch-Branche gehe es sehr familiär zu, mit seinen Kunden habe er ebenfalls ein gutes Verhältnis. "Ich wäre schon zufrieden, wenn es so bleibt", sagt er. Wenn es so bleibt, ist die etwa 20 Zentimeter hohe Statue mit Goldbezug und marmoriertem Sockel gewiss nicht seine letzte Auszeichnung.

Dabei handelt es sich übrigens um einen Publikumspreis, nominiert wurde er per Facebook . "Es ist tatsächlich eine große Ehre", so Alexander Kopainski.

alexanderkopainski.de