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Auf die neuen Kirchmeister von Sulzbach wartet viel Arbeit

Auf die neuen Kirchmeister von Sulzbach wartet viel Arbeit

Der sogenannte Bevollmächtigtenausschuss hat seine Arbeit getan, die neue evangelische Kirchengemeinde Sulzbach/Saar hat ihr erstes Presbyterium. Sie ist entsanden durch die Fusion der Gemeinden Sulzbach/Brefeld und Altenwald/Hühnerfeld/Neuweiler (wir berichteten).

"Ich bin sehr froh, dass es uns gelungen ist, Vertreterinnen und Vertreter aus allen Stadtteilen für diese Aufgabe zu gewinnen", sagt Rolf Kiwitt, einer der beiden Pfarrer der vereinigten Gemeinde. Den Vorsitz des neuen Presbyteriums hat sein Kollege Ulrich Hammer übernommen.

Und zwar, weil das Kirchenrecht vorsieht, dass ein Pfarrer Vorsitzender oder zumindest Stellvertreter ist, und "weil Kirche und Gemeinde mittlerweile auch viel Verwaltungsarbeit ist", so Kiwitt, "das ist neben einem normalen Beruf so einfach nicht leistbar".

Rund 4300 evangelische Christen gehören zur jungen Gesamtsulzbacher Gemeinde, das Presbyterium zählt derzeit 15 Mitglieder. Ein sogenannter Mitarbeiter-Presbyter, also ein Angestellter oder eine Angestellte der Gemeinde, soll noch in den Kreis berufen werden.

Den stellvertretenden Vorsitz hat Christoph Jank übernommen. Der Sulzbacher arbeitet schon seit über 14 Jahren in Presbyterien und dem Bevollmächtigtenausschuss mit. "Ich wollte etwas von dem zurückgeben, was ich in meiner Jugend durch die Gemeinde erhalten habe", sagt der 59-jährige Lehrer zu seinen ursprünglichen Beweggründen für die Gemeindearbeit und erzählt, warum gerade die Arbeit im vom Kirchenkreis eingesetzten Bevollmächtigtenausschuss so schwierig war: "Nach jeder Fusion muss man Wunden heilen, die durch den Verlust der Eigenständigkeit entstanden sind. Aber es gab keine Alternative zur Fusion."

Denn auch nach dem Zusammenschluss plagen die neue Gemeinde Sorgen. Vor allem finanzielle. Derzeit besteht ein jährliches Defizit von fast 100 000 Euro - eine der wichtigsten Baustellen des neuen Presbyteriums. "Wir werden die Kirchen im Dorf lassen, aber jedes Gebäude und jedes Grundstück außerhalb der Kirchen steht zur Prüfung an", schließt Kiwitt den Verkauf von "Tafelsilber" nicht aus.

Aber es werde auch darum gehen, trotz der neuen Gemeinsamkeit die Individualität der Gemeindeteile zu bewahren.

"So wollen wir auch weiter mit Veranstaltungen in den Kirchen Schwerpunkte setzen, die von den handelnden Personen vor Ort geprägt sein werden", kündigt Kiwitt an. Aus dem Kreis der Gemeindeleitung ausgeschieden sind Brunhilde Müller, Waltraud Trauthwein, Janine Knauber und Michael Mehlig. "Da geht viel vertraute Zusammenarbeit verloren", dankt Kiwitt den vier Ehemaligen für ihr zum Teil jahrzehntelanges Engagement; Jank hofft, dass sie der Gemeinde nicht ganz verloren sind: "Ich weiß, sie werden da sein, wenn wir sie brauchen. Aber das neue Presbyterium zeigt schon eine sehr positive Energie. Beide Pfarrer haben eigene Stile, die aufeinanderprallen, sich aber auch ergänzen. Ich freue mich auch über die beiden Greenhorns." Denn die 66-jährige pensionierte medizinische Fachangestellte Gabriele Knauber aus Hühnerfeld und der 18-jährige Student André Fuhrmann aus Neuweiler sind neu im Presbyterium, werden darum sicher auch neue Impulse ins Gremium einbringen.

Die wichtigen Funktionen der sogenannten Kirchmeister haben die 41-jährige IT-Fachfrau Catrin Broh im Bereich Finanzen und der 67-jährige Ingenieur im Ruhestand Joachim Ulrich (Bereich Bau) übernommen.

"Der Bevollmächtigtenausschuss hat Wege des Zusammenwachsens aufgezeigt, aber auch schon viele Probleme der neuen Gemeinde erkannt", sagt Pfarrer Rolf Kiwitt, "das neue Presbyterium wird nun die begonnene Arbeit fortsetzen und einen gemeinsamen Weg finden. Das wird sicher eine spannende Aufgabe".