Ausbildungsmesse: Auf der Suche nach dem Traumberuf

Ausbildungsmesse : Auf der Suche nach dem Traumberuf

Rund 600 Schülerinnen und Schüler informierten sich am Freitag bei der Sulzbacher Ausbildungsmesse über Ausbildungsmöglichkeiten.

Weit über 600 Schülerinnen und Schüler aus dem gesamten Sulzbachtal, aber auch aus dem Kreis Neunkirchen sind am Freitag zur achten Auflage der Ausbildungsmesse in die Sulzbacher Aula gekommen. „Wir haben in den letzten Jahren oft erlebt, dass junge Menschen hier ihre Traumausbildung gefunden haben“, sagte Sulzbachs Bürgermeister Michael Adam.  „In einer digitalisierten Welt kann man hier live und direkt mit den Betrieben und den Ausbildern in Kontakt kommen. Das ist das Besondere dieser Veranstaltung.“

Über 30 Firmen und Institutionen hatten ihre Informationsstände, aber auch einige Aktionsflächen aufgebaut. „Ich durfte an einer Puppe Blut abnehmen, das war sehr spannend. Ich habe die Nadel in die Vene gesteckt, und es kam tatsächlich was raus“, berichtete die 13-jährige Gymnasiastin Daria von den Ständen des Deutschen Roten Kreuzes und des Klinikums Saarbrücken. Kollegin Hannah hatte weniger Glück: „Vielleicht war die Puppe ja schon leer.“ Klassenkameradin Zoé interessierte sich mehr für einen Ausbildungsgang bei Aldi, der Studium und Ausbildung miteinander verbindet: „Das Einkommen ist schon mal von Anfang an nicht schlecht.“

Das Abitur muss also nicht zwangsläufig immer ein Studium nach sich ziehen. „Ich habe hier eine Ex-Schülerin getroffen, die macht eine Ausbildung im Pflegebereich und ist damit sehr glücklich“, berichtete Stefanie Albrech, Lehrerin am Sulzbacher Theodor-Heuss-Gymnasium. Ein guter Schulabschluss ist wichtig, darf aber nicht das einzige Einstellungskriterium sein. Das zumindest findet Martina Marechal-Petak von der GPW GmbH aus Neunkirchen, einem Dienstleister im Bereich berufliche Bildung und Personalentwicklung: „Es ist nicht immer nur die Note, es sind auch die Soft-Skills die zählen. Wir unterstützen derzeit zehn Schüler mit Hauptschulabschluss, die gerne eine Ausbildung in der Pflege beginnen möchten.“

Banken und Versicherungen informierten in Sulzbach ebenso wie Polizei und Bundeswehr, Ärzte oder auch produzierendes Gewerbe. „Die Qualität eines Produktes hängt von den Menschen ab, die es produzieren“, sagte Ottmar Schön vom Weltunternehmen Hydac, „von den Menschen am Computer, aber auch von denen an den Maschinen.“ Dass sich Schön zu der Aussage verstieg, es mache Sinn, eine Ausbildung zu machen, damit man Steuern zahlen kann, sorgte zumindest für Schmunzeln.

„Wichtig für eine Ausbildung sind einige Grundtugenden: Pünktlichkeit, Disziplin, Ernsthaftigkeit“, sagte Björn Wacket, Schirmherr und als Geschäftsführer im Sulzbacher Autohaus Birkelbach Ausbilder von 13 Nachwuchskräften im Bereich Karosseriebau, KFZ-Mechatronik und Automobilkaufmann/frau. Er weiß aber auch, dass gute Betriebe für ihre Auszubildenden eine Sorgfaltspflicht übernehmen: „Junge Leute bekommen während einer Ausbildung oft Antworten auf Fragen, die sie sich in ihrem Leben noch nicht gestellt haben. Da tragen die Ausbilder dann eine Fürsorgeverantwortung.“ Und wie weiß man, ob ein Job nun der Traumberuf ist? „Ausbildung endet nicht mit dem Abschluss. Wir sind im Zeitalter des lebenslangen Lernens“, sagt Wacket, „man sollte sich darum nicht einfach in irgendeine Ausbildung stürzen. Die jungen Leute sollten auf ihr Gefühl und ihre Talente vertrauen.“

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