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Auf dem „Pfad der Sinne“ wandeln

Auf dem „Pfad der Sinne“ wandeln

Noch bis zum kommenden Dienstag steht in St. Anna in Neuweiler die erfahrungsbezogene Entfaltung aller Sinne im Mittelpunkt. Vielleicht wird daraus eine feste Einrichtung in dem Sulzbacher Stadtteil.

Über Laub gehen, an einer Blume riechen, ein Stück Holz befühlen - solche Erlebnisse sind für viele Menschen nicht selbstverständlich. Auch einem Großteil der Bewohner des Alten- und Pflegeheims St. Anna in Neuweiler ist es nicht mehr möglich, sich ohne fremde Hilfe in der freien Natur zu bewegen. Dass sie dennoch nicht auf das Erlebnis Natur verzichten müssen, dafür sorgt der Verein "Pfad der Sinne" mit seinem gleichnamigen Projekt, wie es aus dem Heim verlautet.

"Wir wollen Natur für alle aktiv erlebbar machen. Durch die bewusste Wahrnehmung der Umwelt schaffen wir einen Raum der Begegnung und Interaktion für Menschen aller Altersklassen und jeder Herkunft - ganz gleich, ob mit oder ohne Behinderung", erläutert Alexander Deutsch die Idee. Der Ergotherapeut ist Vorsitzender des 2012 gegründeten Vereins und Initiator des Projektes, das seit November 2013 in zahlreichen saarländischen Schulen und sozialen Einrichtungen Station gemacht hat und noch bis einschließlich kommenden Dienstag, 7. April, im Alten- und Pflegeheim St. Anna zu erleben ist.

Lernen durch Erfahrung

"Sinneswahrnehmungen spielen eine zentrale Rolle im menschlichen Dasein und bilden die Grundlage für kognitive und emotionale Fähigkeiten. Die verschiedenen Aktivitäten des Pfades sprechen daher alle Sinne des Besuchers an", erklärt Alexander Deutsch. "Gerade für ältere Menschen, deren Sinnessysteme nach und nach abbauen, ist es sehr wichtig, neue Erfahrungen zu sammeln und Erinnerungen wachzurufen. Wir sind überzeugt, dass durch das gemeinsame Erleben und Wahrnehmen auf dem Pfad der Sinne auch im hohen Alter Entwicklungen stattfinden können und Lernen möglich wird."

Erleben mit allen Sinnen



Hören, schmecken, riechen, fühlen, sehen: Die Natur bietet dem Menschen unzählige Sinneseindrücke. Der Pfad der Sinne im Alten- und Pflegeheim St. Anna steht dem in nichts nach. Raschelndes Laub unter den Füßen, zwitschernde Vögel und der Duft von Tannen lassen mit dem Betreten des Raumes vergessen, dass man sich nach wie vor in den vier Wänden der Einrichtung befindet. Zwei Tage lang haben Alexander Deutsch und seine Helfer mit viel Liebe zum Detail dafür gesorgt, dass dem "sinnlichen Erleben" nichts mehr im Wege steht. Eine Mühe, die sich gelohnt hat, denn schon die ersten Bewohner, die sich auf den Pfad begeben, sind sichtlich begeistert.

Interessiert bleiben sie vor den Plakaten stehen, befühlen die Waldtierfiguren des Holzkünstlers Andreas Müller und experimentieren an den zahlreichen Stationen, die die Besucher des Pfades dazu einladen, ihre Sinnesorgane einzusetzen. Dort können Gerüche erschnuppert, Gegenstände betastet und Honig gekostet werden.

Auch Hausleiterin Karin Bleif ist begeistert: "Wir sind sehr froh, den Pfad der Sinne in unserem Haus zu haben und freuen uns, unter anderem eine Kindergartengruppe zu empfangen und so den Austausch über Altersgrenzen hinweg zu fördern." Karin Bleif kennt Alexander Deutsch schon seit über 20 Jahren und war von Beginn an von seiner Projektidee überzeugt. "Langfristig streben wir einen stationären Erlebnisraum an, in dem wir nochmals ganz andere Erfahrungsstationen realisieren können," ergänzt Initiator Alexander Deutsch abschließend.