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Weitere Station der Sommertour: Anwohner kämpfen um die Grünanlage

Weitere Station der Sommertour : Anwohner kämpfen um die Grünanlage

In Neuweiler mehren sich Stimmen, die den Platz an der Martin-Luther-Straße in seiner jetzigen Form erhalten wollen.

Rund 30 Bürger begleiteten (zumindest zeitweise) die Sommertour des Bürgermeisters durch den Stadtteil: Michael Adam hatte  dort Halt gemacht, um den Neuweilerern abgeschlossene und noch laufende Projekte vorzustellen. Ein Thema, dass vor Kurzem für hohe Wellen sorgte, war die Grünfläche an der Martin-Luther-Straße unweit der evangelischen Kirche. Hier war im nicht öffentlichen Teil einer Sitzung des Bauausschusses darüber beraten worden, diese zu einer Baufläche umzuwidmen.

Adam erinnerte daran, dass sich die Abwanderung in Neuweiler in den vergangenen Jahren im vierstelligen Bereich bewegte. In jüngster Zeit herrsche jedoch eine große Nachfrage danach, sich dort niederzulassen. Als ein Interessent sich schriftlich und persönlich bei der Verwaltung wegen der Grünfläche meldete, prüfte man die Anfrage selbstverständlich und brachte sie in den Bauausschuss. Das sei eine normale, gesetzlich vorgegebene Vorgehensweise. Gleichzeitig berichtete der Verwaltungschef, der selbst in Neuweiler zu Hause ist, dass besagte Grünfläche selten genutzt werde.

Im Ausschuss nun zeigten sich die Mitglieder daran interessiert, sich die Pläne eines potenziellen Investors näher anzuschauen. Mittlerweile gäbe es sogar zwei Interessenten. Was jedoch genau dort entstehen könne, sei reichlich ungewiss. Möglich sei ein Mischgebiet, in dem Wohnungen entstehen und die auch als Büroräume für Freiberufler und Kleingewerbetreibende genutzt werden könnten. Das sei nur ein möglicher Weg, die Bevölkerungszahl zumindest zu stabilisieren. „Es scheint Sinn zu machen, zumindest darüber nachzudenken“, so der Verwaltungschef. Ein gutes Beispiel zur Aufwertung des Stadtteils sei der Komplex direkt gegenüber im ehemaligen Lebensmittelmarkt.

Doch von genau dort hagelte es Kritik. Günter Peters, ein Bewohner einer der neuen Wohnungen dort, sei unter anderem genau deswegen nach Neuweiler gezogen, weil es direkt gegenüber eine kleine Grünanlage gebe. Genau so würden weitere zehn Mieter auch denken, gemeinsam habe man einen offenen Brief an die Verwaltung verfasst, um auf die Problematik aufmerksam zu machen. Auch seine Sicht auf die Anlage läuft genau konträr zur Meinung des Bürgermeisters: „Hier findet schon Leben statt.“

Einen weiteren Stopp legte man an der Kita Pestalozzi ein. Dort laufen zurzeit die Umbaumaßnahmen, um das Angebot an Gruppen von derzeit zwei um weitere vier aufzustocken. Der Stadtrat habe dafür rund 1,5 Millionen Euro freigegeben, führte Bürgermeister Adam ein. Einige Arbeiten seien im vergangenen Jahr im Westflügel bereits umgesetzt worden, der Mitteltrakt solle nun von der Kita benutzt werden. 118 Kinder in sechs Gruppen seien letztlich vorgesehen.

Es würden ein zusätzlicher Speiseraum entstehen und weitere kindgerechte Toiletten, erläuterte Architektin Kirsten Wahl weiter. Zudem entstehe noch ein weiteres Treppenhaus, was eine Auflage des Brandschutzes sei. Die Grünfläche links vom Eingang soll auch als Spielfläche genutzt werden und mit einem ähnlichen Stabgitterzaun wie die rechte Seite versehen werden. Aus der Turnhalle werde ein Bewegungsraum. „Müssen wir jetzt raus?“, fragte hier Berno Dietzler, Vorsitzender des TV Neuweiler. Das sei nicht der Fall, da man versuche, die Arbeiten zum großen Teil während der Ferien umzusetzen.

Eine weitere Station auf der Sommertour in Neuweiler führte an den Spielplatz an der Weierwiesschule, wo neue Spielgeräte aufgestellt wurden. Diese sind aus Edelstahl und dadurch robuster und langlebiger als Holzgeräte. Nach der Besichtigung des neuen Bücherbaums unweit des Lokals Brennender Berg kehrte man genau dort ein, um in ungezwungener Runde den Abend ausklingen zu lassen.

Aufmerksam folgen die vielen Gäste der Sommertour den Ausführungen von Bürgermeister Michael Adam in der Pestalozzi-Schule. Foto: Iris Maria Maurer

Adam setzt heute (8. August) seine Sommertour in Hühnerfeld fort. Um 16 Uhr ist Treffpunkt am Martin-Luther-Haus. Durch die Zielgelstraße geht es dann über den Feldweg in der Knappenstraße zum Karl-Holzer-Platz. Abschluss ist um 18 Uhr im Kebap-Pizza-Passta-Haus.