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Andreas Herschler ist Pflegedienstleiter und passionierter Läufer.

Für den freien Kopf : „Der Sport macht meinen Kopf frei“

Andreas Herschler ist Pflegedienstleiter und passionierter Läufer.

Wenn andere nach einem anstrengenden Arbeitstag zuhause erst einmal die Füße hochlegen, zieht Andreas Herschler die Laufschuhe an und geht in den Wald. Der 41-Jährige ist Pflegedienstleiter im SeniorenWohnen St. Anna Sulzbach und trägt Verantwortung für 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für das Wohlergehen von 42 Bewohnerinnen und Bewohnern. „Da kann es auch schon mal stressig werden“, gibt Herschler zu. „Aber wenn ich mit meinen Hunden laufen gehe, perlt alles von mir ab und ich kriege den Kopf wieder frei.“

Seit fast 25 Jahren arbeitet Andreas Herschler in der Pflege. Dabei war sein beruflicher Werdegang durchaus nicht vorgezeichnet. Nach der Schule hat er mit 15 Jahren zunächst eine Ausbildung als Elektroinstallateur begonnen. „Aber mir wurde schnell klar, dass es nicht das ist, was ich mein Leben lang machen möchte. Meine halbe Verwandtschaft arbeitete damals im Altenheim St. Anna in Neuweiler, also habe ich dort ein Praktikum angefangen.“ Da hat er gemerkt: Es liegt ihm. Es macht ihm Spaß. Also hat er die Ausbildung zum Altenpfleger gemacht. Und diesen Schritt nie bereut: „Ich würde es immer wieder machen. Der Beruf fordert viel, bedeutet viel Verantwortung, aber er gibt einem auch unheimlich viel zurück.“ Der Umgang mit den Menschen, das Gefühl, etwas Gutes zu tun – diese Dinge treiben Andreas Herschler an. „Wenn man die Dankbarkeit der Bewohner und Angehörigen sieht, weiß man, dass man alles richtig gemacht hat.“

Sport war für den passionierten Altenpfleger schon immer ein Ausgleich zum Beruf. „Ich kann dabei am besten abschalten. Besonders nach sehr harten Tagen oder wenn ein lieb gewonnener Bewohner stirbt.“ Während der Ausbildung war es noch das Fitness-Studio, dann kam Andreas Herschler immer mehr zum Joggen. 2006 lief er seinen ersten Halbmarathon. Seitdem setzt er sich immer neue Ziele. „Durch Freunde und Kollegen bin ich immer mehr zum Trail-Running gekommen. Durch den Wald, bergauf und bergab, die tolle Landschaft und Natur – das ist viel abwechslungsreicher und fordernder als starres Asphalt-Laufen.“

Als Herschler vor ein paar Jahren nach Dudweiler gezogen ist und ein Haus gekauft hat, trat er dem dortigen Laufverein bei und ist seitdem bei zahlreichen Events unterwegs. 2017 absolvierte er drei Marathons. „Das erste Mal wollte ich es einfach nur gemacht haben. Danach habe ich nach Plan trainiert, um meine Zeit zu optimieren. Denn beim Laufen ist es bei mir wie bei allem anderen: Ich gebe immer 100 Prozent.“ Bisheriger Höhepunkt: Der Hartfüßlertrail mit 58 Kilometern.

Auch beruflich ist Herschler nie stehengeblieben, absolvierte eine Weiterbildung zur Leitung im Pflegedienst, übernahm die Verantwortung für einen Wohnbereich in Neuweiler und qualifizierte sich als Praxisanleiter, um Auszubildende unterrichten zu können.

Als im Oktober 2016 das SeniorenWohnen Sulzbach öffnete und seine Chefs ihn fragten, ob er die Pflegedienstleitung übernehmen wollte, überlegte er nur kurz. „Auf der einen Seite bin ich zwar nicht gern gegangen, weil wir wirklich ein tolles Team waren. Über 20 Jahre auf dem gleichen Wohnbereich mit teilweise immer den gleichen Kollegen haben mich natürlich geprägt. Das war wie eine Familie für mich. Aber auf der anderen Seite war es auch eine Herausforderung, und ich wusste ja, dass sich an der Grundstruktur nichts ändert.“

Das besondere kollegiale Verhältnis, das in Neuweiler herrscht, versucht er nun, auch in Sulzbach zu etablieren: „Mein Ziel ist es, hier ein genauso gutes familiäres und freundschaftliches Miteinander zu schaffen. Meine Tür ist immer offen, egal, ob für Mitarbeiter, Bewohner oder Angehörige. Es wäre für mich nie eine Option, zu einem anderen Träger zu wechseln.“

Gerade die Eröffnungszeit sei sehr arbeitsreich gewesen, sagt Andreas Herschler rückblickend. „Auch hier hat der Sport als Ausgleich Wunder gewirkt. Natürlich hab ich auch nicht immer Lust, aber wenn ich mit den Hunden draußen war und mich bewegt habe, geht es mir hinterher immer besser.“