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Adam und Christmann in der Stichwahl

Adam und Christmann in der Stichwahl

Sulzbach. "Meine Frau ist froh, dass der Zirkus jetzt rum ist

Sulzbach. "Meine Frau ist froh, dass der Zirkus jetzt rum ist." Als am frühen Sonntagabend klar war, dass der Bürgermeister-Kandidat der Freien Wähler, Stephan Kunz, mit 23,2 Prozent aller Wählerstimmen zwar erstaunlich gut abgeschnitten hat, nun aber für den Chefsessel im Rathaus keine Rolle mehr spielen wird, richtete der selbstständige Steuerberater den Blick auf die neue, alte Zukunft: "Ab morgen kann ich in der Firma wieder richtig Gas geben." Sprach's, warf das Sakko über die Schulter und verließ die "heiligen Hallen" als nicht beleidigter Verlierer. Um 21.45 Uhr stand das Ergebnis der Bürgermeisterwahl fest: 42,7 Prozent für Michael Adam, den Kandidaten der CDU, 34,1 Prozent für Karlheinz Christmann, der für die SPD ins Rennen gegangen war. Am Ende saß Christmann äußerlich sehr entspannt zwischen den im zweiten Obergeschoss des Rathauses versammelten Journalisten und sprach vor allem von "Mobilisierung". Nun gelte es, die Anhängerschaft der Freien Wähler sowie die der Linkspartei flott zu machen, auf dass sie ihn, Christmann, in 14 Tagen wählen mögen. Immerhin, meinte der SPD-Kandidat: "Rund 57 Prozent der Wähler haben Adam nicht gewollt." Achtungserfolg für KunzViel war nicht los am Sonntagabend im Festsaal des Sulzbacher Rathauses, als über Großbildschirm die Ergebnisse der 24 Stimmbezirke nach und nach eintrudelten. Etwa 40 Interessierte fanden sich ein, die Stimmung war verhalten. Früh zeichnete sich ab, dass es eine Stichwahl am 11. Oktober geben wird. Und dass Stephan Kunz diese Stichwahl nicht erreichen wird, obwohl er ein ausgezeichnetes Ergebnis einfuhr. Michael Adam war der letzte der drei Kandidaten, der gestern Abend den Festsaal des Sulzbacher Rathauses verließ. Dass er es in die Stichwahl schaffen würde, damit hatte der CDU-Mann nach eigenen Angaben fest gerechnet. "Das war bei drei Kandidaten auch so vorauszusehen", meinte Adam und gratulierte dem Freien Wähler Kunz für ein "respektables Ergebnis". Adam wirkte nicht sonderlich angespannt angesichts der Tatsache, dass er noch zwei Wochen Wahlkampf dranhängen muss. "Jetzt geben wir in den nächsten 14 Tagen noch mal so richtig Gas", meinte Adam. Jetzt gelte es, die Wähler noch einmal zu mobilisieren. Adams Frau, Stefanie Tesch-Adam, nahm es locker, dass sie und die vier Töchter noch zwei weitere Wochen auf ihren Mann beziehungsweise Papa verzichten müssen. "Wir schaffen die paar Tage auch noch. Wir haben die Kraft, und wir gewinnen." Von seinem Sieg in 14 Tagen ist auch der Christdemokrat Adam überzeugt. "Das Ergebnis hat gezeigt, dass die Wähler den Wechsel wollen", sagte er. Er glaube nicht, dass trotz einer Wahlempfehlung von Stephan Kunz für Christmann alle Freien Wähler dieser Empfehlung in 14 Tagen auch folgen werden. Kunz wagte die Prognose, dass Kalle Christmann die Stichwahl gewinnen wird. Ähnlich äußerten sich Bernd Schlachter und Hermann Kreis von den Freien Wählern, Eberhard Jung von den Grünen und Werner Naumann von der SPD. Naumanns Begründung: "In den nächsten Tagen wird sich in der Stadt politisch noch einiges tun." Könnte bedeuten, dass SPD, Freie Wähler, Linke, FDP und Grüne, die im Sulzbacher Stadtrat eine Mehrheit von 22:11 Stimmen gegen die CDU haben, gemeinsam eine Wahlempfehlung für Christmann aussprechen. Sicher ist: die Zeit bis zum zweiten Wahlgang am 11. Oktober wird spannend - und die Stichwahl Adam gegen Christmann ebenfalls. Meinung

Für Adam wird's nun schwer

Von SZ-Redakteur Michael Emmerich Die Bürgermeisterwahl in Sulzbach wird in einer Stichwahl am 11. Oktober entschieden. Bei drei Kandidaten, von denen im müden Wahlkampf keiner wirklich glänzen konnte, ist das keine Überraschung. Nun lautet das Duell in 13 Tagen Michael Adam (CDU) gegen Kalle Christmann (SPD). Stephan Kunz (Freie Wähler) scheiterte im ersten Wahlgang. Auch das war zu erwarten. Bemerkenswert, dass der Politik-Neuling so gut abschnitt. Sein Ziel, zumindest das Ergebnis der Freien Wähler bei der Kommunalwahl im Juni (17 Prozent) zu erreichen, hat Kunz deutlich übertroffen. Respekt!Zumindest leise Enttäuschung bei der CDU. Ihr Kandidat Michael Adam wollte den Sieg im ersten Durchgang. Wohl wissend, dass es am 11. Oktober schwer wird, den SPD-Konkurrenten zu bezwingen. In der Stichwahl darf sich Kalle Christmann die besseren Chancen ausrechnen.