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Adam stellt alles auf den PrüfstandStadt fehlt Geld für Freibad-Komplettsanierung

Adam stellt alles auf den PrüfstandStadt fehlt Geld für Freibad-Komplettsanierung

Sulzbach. Wenn Michael Adam gefragt wird, welches Thema auf seiner Prioritätenliste für dieses Jahr ganz oben steht, muss er nicht lange nachdenken. "Der Haushalt 2011 und die Finanzplanung für die Folgejahre", antwortet der Sulzbacher Bürgermeister. Und das alles angesichts der vom Land verfügten kommunalen Schuldenbremse

Sulzbach. Wenn Michael Adam gefragt wird, welches Thema auf seiner Prioritätenliste für dieses Jahr ganz oben steht, muss er nicht lange nachdenken. "Der Haushalt 2011 und die Finanzplanung für die Folgejahre", antwortet der Sulzbacher Bürgermeister. Und das alles angesichts der vom Land verfügten kommunalen Schuldenbremse. 2011 muss Sulzbach fünf Prozent seines jahresbezogenen Defizits einsparen.Das sind nach Angaben von Adam rund 250 000 Euro. Ab 2012 sind es dann jährlich zehn Prozent. "Dieser Weg ist der richtige", zeigt der CDU-Politiker Verständnis für die Überlegungen der "Jamaika"-Landesregierung. Und daher steht für Adam auch fest: "Alles was wir als Stadt Sulzbach tun, muss auf den Prüfstand. Die Frage ist, was sich die Kommune künftig noch leisten kann, auch an freiwilligen Aufgaben."

Bei allem Spardruck will sich der Bürgermeister bemühen, "begonnene Projekte abzuschließen und nicht mitten auf dem Weg stehen zu bleiben", wie er es formuliert. Dabei denkt Adam beispielsweise an die Arbeiten an den Grundschulen in Sulzbach (Mellinschule) und in Altenwald (Waldschule) sowie ans Sportzentrum am Quierschieder Weg. Adam wünscht sich, dass es dieses Jahr auch mit dem Feuerwehrgerätehaus in Neuweiler voran geht. Dort soll das Schulhaus an der Einfahrt abgerissen und eine Fahrzeughalle gebaut werden. "In dem Haus wohnen Mieter, da sind noch rechtliche Verhältnisse zu klären", gibt der Verwaltungschef zu bedenken.

Ihn beschäftigen noch weitere Gebäude in der Stadt. Einmal die Ruine des einstigen Möbel-Ott-Gebäudes an der Vopeliusstraße. "Noch im Januar soll der Abriss beginnen. Danach gilt es, eine Lösung zu finden, um dort barrierefreies Wohnen zu ermöglichen", sagt Adam.

Und lenkt den Blick auf das alte Umspannwerk in Hühnerfeld. Der Umwelt- und Verkehrsausschuss des Stadtrates hat im Herbst dem Bürgermeister einstimmig die Erlaubnis erteilt, über den Kauf der unter Denkmalschutz stehenden Immobilie zu verhandeln. In diesem Monat erwartet Adam ein Gutachten zu den Altlasten, die dort schlummern. Wenn in diesem Punkt Gewissheit herrsche, könne er sich mit dem Thema Kauf des Hauses befassen. Der letzte Eigentümer ist in Insolvenz. Laut Adam liegt der Verwaltung ein "angemessenes Übernahmeangebot" des Insolvenzverwalters vor. Adam: "Wenn wir 2011 die genannten Fragen klären können, können wir 2012 sehen, ob das Geld der Stadt Sulzbach reicht, um einen Abriss zu finanzieren." Sulzbach. "Einrichtungen sichern", hat der Sulzbacher Bürgermeister einen weiteren Punkt in seinem Maßnahmenkatalog für 2011 überschrieben. Dabei denkt Michael Adam an die Musikschule Sulzbach-/Fischbachtal. Mit der Gemeinde Quierschied bildet die Stadt Sulzbach einen Zweckverband Musikschule. Die Quierschieder Freien Wähler wollten, dass die Gemeinde aus diesem Verband austritt, aber dies lehnte der Gemeinderat mit 16 zu 15 Stimmen ab. Die beiden Kommunen teilen sich den Zuschussbedarf. Der betrug im vergangenen Jahr 345 000 Euro. Sulzbach zahlte 202 000, Quierschied 143 000 Euro. Adam ist Vorsteher des Zweckverbandes. "Die Musikschule hat Zukunft", ist er überzeugt. Und erinnert daran, dass die Zweckverbandsversammlung beschlossen habe, eine Struktur-Kommission zu bilden. Sie werde Aufgaben und Ausgaben der Musikschule demnächst unter die Lupe nehmen und nach Einsparmöglichkeiten suchen. Adam: "Die Leitung der Musikschule zeigt sich dabei sehr kooperativ."

"Die Musikschule Sulzbach-/Fischbachtal hat Zukunft", meint der Sulzbacher Bürgermeister Michael Adam. Foto: ll

Und was wird aus dem Sulzbacher Freibad, das wegen technischer Mängel im vergangenen Sommer geschlossen wurde und die ganze Saison dicht war? Wird es jemals wieder geöffnet? "Alles kommt auf den Prüfstand, auch das Freibad", sagt Adam. Klar sei, dass sich die Stadt eine mit Kosten von 3,5 Millionen Euro verbundene Komplettsanierung nicht leisten könne, fügt der Bürgermeister hinzu. me