Adam: "Politisches Nachtreten"

Sulzbach. Die Sulzbacher Freien Wähler (FW) wollen die Geschäftsordnung des Stadtrates ändern - und das noch für die letzten Monate der Amtszeit von SPD-Bürgermeister Hans-Werner Zimmer (wir berichteten). Nach Aussagen von FW-Fraktionsmitglied Dietmar Holzapfel geht es darum, die Kompetenzen des Bürgermeisters bei der Einstellung von Personal auf den Stadtrat zu übertragen

Sulzbach. Die Sulzbacher Freien Wähler (FW) wollen die Geschäftsordnung des Stadtrates ändern - und das noch für die letzten Monate der Amtszeit von SPD-Bürgermeister Hans-Werner Zimmer (wir berichteten). Nach Aussagen von FW-Fraktionsmitglied Dietmar Holzapfel geht es darum, die Kompetenzen des Bürgermeisters bei der Einstellung von Personal auf den Stadtrat zu übertragen. Dadurch sollen der scheidende Bürgermeister und vor allem der kommende Verwaltungschef zu Beginn der Übernahme der Amtsgeschäfte entlastet werden. Der künftige Bürgermeister Michael Adam (Foto: André Mailänder), der Zimmer am 1. Oktober ablöst, wertet diese geplante Änderung der Geschäftsordnung als "politisches Nachtreten". Nachdem der "Anti-Michael-Adam-Wahlkampf" im vergangenen Jahr kläglich gescheitert sei, habe er das allerdings erwartet, sagt der CDU-Mann im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Begründung für die Änderung ist für ihn allerdings "mehr als an den Haaren herbeigezogen". Die von den Freien Wählern angesprochene "Verunsicherung vieler Mitarbeiter" könne er nicht feststellen. Adam betont: "Die Zusammenarbeit zwischen Bürgermeister Hans-Werner Zimmer und mir läuft derzeit reibungslos. Bereits unmittelbar nach dem Wahltermin am 11. Oktober haben wir beschlossen, uns über die wichtigen Themen in Sulzbach abzustimmen." Zimmer binde ihn in alle Angelegenheiten ein. "Unsere Zusammenarbeit ist von gegenseitigem Vertrauen geprägt", unterstreicht Adam. Die von den Freien Wählern angegebene Begründung sei fadenscheinig und nur ein Deckmantel für den eigenen Machtanspruch. Der künftige Sulzbacher Bürgermeister erinnert daran, dass der FW-Vorsitzende Bernd Schlachter vor der Wahl angekündigt habe, dass die Freien Wähler nach der Wahl "mitregieren" wollten. Adam macht deutlich, dass die Änderung der Geschäftsordnung aber auch ein Affront gegenüber dem scheidenden Bürgermeister ist. Dass die Freien Wähler Zimmer unterstellten, er wolle noch Personalveränderungen oder Einstellungen vornehmen, die "nicht sachlich begründet sind", sei ein schwerer Vorwurf. Adam erwartet, dass die SPD diesem Antrag nicht zustimmt. Ansonsten entmachte die SPD ihren eigenen Bürgermeister in den letzten Monaten seiner Amtszeit. Adam wertet es auch als schweren Vertrauensbruch, dass die Freien Wähler die urlaubsbedingte Abwesenheit des Amtsinhabers Hans-Werner Zimmer ausnutzen wollten, um in der Vertretungszeit eine Änderung der Geschäftsordnung durchzupeitschen. Das sei schlechter Politikstil, fügt der CDU-Politiker hinzu. ll