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Populist und rechtsextreme Band
Absage: Stadt Sulzbach kündigt Vertrag mit rechtsgerichtetem Veranstalter

Sprecher der Bürgerinitiative „Sulzbach wehrt sich“, Alexander Flätgen (links) und Edwin Wagensveld als Vertreter der niederländischen Pegida-Bewegung während einer Demo gegen eine geplante Moschee im Juli 2017. Beide wollen erneut in Sulzbach im Salzbrunnenhaus auftreten, mit Verstärkung der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften Bremer Band Kategorie C. Dagegen wehrt sich die Stadt Sulzbach (Archivfoto).
Sprecher der Bürgerinitiative „Sulzbach wehrt sich“, Alexander Flätgen (links) und Edwin Wagensveld als Vertreter der niederländischen Pegida-Bewegung während einer Demo gegen eine geplante Moschee im Juli 2017. Beide wollen erneut in Sulzbach im Salzbrunnenhaus auftreten, mit Verstärkung der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften Bremer Band Kategorie C. Dagegen wehrt sich die Stadt Sulzbach (Archivfoto). FOTO: Matthias Zimmermann
Sulzbach. Die für April angekündigte Veranstaltung mit dem niederländischen Pegida-Sprecher Edwin Wagensveld sowie der dem rechtsextremen Lager zugeschriebenen Band Kategorie C aus Bremen steht vor dem Aus. Bürgermeister Michael Adam will über einen Anwalt den Mietvertrag für das städtische Salzbrunnenhaus lösen. Von Matthias Zimmermann
Matthias Zimmermann

Michael Adam (CDU) fühlt sich vom Antragsteller getäuscht. Der Sulzbacher Rathausschef verwies auf die Informationen einer Mitarbeiterin aus dem Rathaus, wonach Alexander Flätgen als Privatperson bereits am 19. Februar das städtische Salzbrunnenhaus für einen Vortrag am 6. April gemietet habe. Erst später sei durch nicht näher benannte Sicherheitsbehörden bekannt geworden, dass während dieser Veranstaltung die Band Kategorie C auftreten soll. So heißt es in einer Pressemitteilung. Die Bremer Formation wird vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft. Flätgen, nach eigener Aussage Ex-NPD-Mitglied, ist Sprecher der rechtsgerichteten Bürgerinitiative „Sulzbach wehrt sich“, die gegen eine Moschee im ehemaligen Postgebäude ankämpft. Während einer entsprechenden Demonstration, zu der das Bündnis im Juli vergangenen Jahres auf dem Marktplatz geladen hatte, redete auch Edwin Wagensveld, Sprecher des niederländischen Pegida-Ablegers. Er verhöhnte bei dieser Versammlung Muslime. Wagensveld wird für die neuerliche Veranstaltung im Salzbrunnenhaus ebenfalls als Gast angekündigt.


Bürgermeister Adam habe am Mittwoch (14 März 2018) einen Anwalt damit beauftragt, den Mietvertrag zwischen Flätgen und der Stadt fristlos zu kündigen, teilte der Sulzbacher Pressesprecher Elmar Müller auf SZ-Anfrage mit. Gleichzeitig soll es künftig eine Untersagungsverfügung für derartige Veranstaltungen, „insbesondere mit rechtsradikalen Bands“, geben. Adam hatte sich deswegen am Tag zuvor mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung zu einer Sitzung zusammengefunden.