130 Paten kümmern sich um Waisenkinder in Benin

130 Paten kümmern sich um Waisenkinder in Benin

Die Kinder im westafrikanischen Land Benin beschäftigten die Jungen und Mädchen der Sulzbacher Mellinschule. Im Rahmen einer Projektwoche erfuhren die Drittklässler, dass man etwas tun kann, um die Armut zurückzudrängen.

Bilder von Bassila flimmern im Salzbrunnenhaus über die Leinwand auf der Bühne. Es sind beeindruckende Fotografien von Kindern. Meistens lachen sie, sehen fröhlich aus. Auch die Kinder der dritten Klasse der Grundschule Bassila-Mitte haben alle strahlende Gesichter. Es sind knapp 100 Mädchen und Buben, die in diese Klasse gehen. Bei uns unvorstellbar. Auch die Kinder der Mellinschule können sich das nicht vorstellen. Sie wissen aber, dass es die Wirklichkeit in diesem Land ist. Und sie wissen, dass die Kinder oft Unterricht in Lehm- oder Strohhütten, nicht selten auch im Freien haben.

Im Rahmen einer Projektwoche haben sich knapp 60 Schülerinnen und Schüler der Grundschule Mellin gemeinsam mit den Lehrerinnen Elena Schäfer, Birgit Hauser und Barbara Tok mit Bassila, der afrikanischen Partnerstadt von Sulzbach beschäftigt. Elena Schäfer ist Vorstandsmitglied im Verein "Sulzbach hilft Benin". Sie hatte das Thema für die Projektwoche vorgeschlagen. Die Sulzbacher Kinder haben viel gelernt in dieser Woche über das westafrikanische Land, das eines der ärmsten Länder der Welt ist und über die Stadt Bassila. Zum Abschluss des Projektes erzählen sie jetzt ihren Eltern und Großeltern und allen, die ins Salzbrunnenhaus gekommen sind, über die Kinder in Bassila. Sie berichten, dass diese dort gern in die Schule gehen. Dass sie froh sind, lernen zu dürfen. Sportunterricht , so sagt beispielsweise Massimo, finde nicht in einer schönen Turnalle statt, wie sie die Mellinschule hat, sondern auf der Straße. Die Zuhörer die gekommen sind, wirken betroffen bei diesen Erzählungen. Um Kinder in Bassila erfolgreich "gegen die Armut zu impfen", hat die Mellinschule mit dem Verein "Sulzbach hilft Benin" schon vor vielen Jahren ein Patenkinderprojekt gegründet. Am Anfang wurden Pateneltern für 18 Waisenkinder gesucht, die bereit waren, 15 Euro im Monat zu bezahlen. Denn, so erklärt Jennifer: "Mit 15 Euro kann man in Bassila das Leben eines Kindes retten. Es bekommt dafür jeden Tag sein reichhaltiges Frühstück in der Schule. Und die ganze Familie erhält Lebensmittel und Kleidung für den ganzen Monat. Medikamente werden besorgt, wenn das Kind krank wird. Schulmaterial und Schuluniformen werden natürlich auch gekauft." Heute sind aus den anfänglich 18 Patenschaften 130 geworden. Kinder, die am Anfang des Projektes verzweifelt waren, sind jetzt junge Frauen und Männer und haben schon eine abgeschlossene Ausbildung. So berichtet Joyce von Julienne. Sie ist 2011 Friseurin geworden und konnte sogar einen eigenen Salon eröffnen. Heute bildet sie selbst Kinder aus, die vom Patenkinderprojekt unterstützt werden. Jad und Sophia erzählen von Zenabu, Kamilou, Rachidi, Thérèse und Hibrahim. Sie haben ihre Ausbildung angefangen und werden sie in zwei oder drei Jahren beenden. Zenabou und Thérèse möchten Schneiderinnen werden, Kamilou Elektriker, Rachidi Schweißer und Hibraim Metallarbeiter. Ohne die Hilfe aus Sulzbach könnten sie es nie schaffen.

Zum Abschluss ihrer beeindruckenden Präsentation bedanken sich die Grundschüler im Namen der afrikanischen Patenkinder bei den Gäste im Salzbrunnenhaus und allen Unterstützern des Patenkinderprojektes.