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Stürmer Valentin Solovej wechselt von SF Köllerbach zum TuS Herrensohr

Valentin Solovej : Köllerbach verliert Torjäger an Herrensohr

Valentin Solovej verlässt die SF Köllerbach. Beim TuS Herrensohr bildet der zweimalige Torschützenkönig in der kommenden Saison mit Manuel Schuck das vermutlich beste Offensiv-Duo, das die Fußball-Saarlandliga zu bieten hat.

Paukenschlag in der Fußball-Saarlandliga: Der mit 111 Saarlandliga-Treffern zu den besten Stürmern der vergangenen Jahre im Saarland zählende Valentin Solovej verlässt die SF Köllerbach. Der zweimalige Torschützenkönig der höchsten saarländischen Liga wechselt zum Ligakonkurrenten TuS Herrensohr. In der wegen der Corona-Pandemie unterbrochenen Saison 2019/2020 hat der Torjäger für die der SF Köllerbach 19 Treffer erzielt, für die er seit 2015 auf torejagd geht. Solovej belegt damit mit Manuel Schuck vom TuS Herrensohr in der Torschützenliste Platz zwei hinter Nils Cuccu vom SV Auersmacher, der auf 20 Saisontreffer kommt.

„Ja, es ist schade, dass der Fußball zur Zeit ausfällt. Dabei geht es weniger um Titel oder Meisterschaften, sondern eher um den Spaß. Fußball ist doch unser liebstes Hobby“, sag der 32-Jährige. „Valle“, wie er in der Fußball-Szene gerufen wird, kann sein Hobby richtig gut. Für den SV Auersmacher und den FC Hertha Wiesbach hat er in vier Spielzeiten in der Oberliga zusammen 44 Treffer erzielt. Hätte er in diesen vier Saisons in der Saarlandliga gespielt, wäre er wohl sicher der beste Saarlandliga-Torjäger aller Zeiten geworden. „Das hätte sein können, aber das wäre ja nur eine Statistik. Mir hat die Karriere bislang überall großen Spaß gemacht“, sagt der gebürtige Kirgise.

Im Alter von sieben Jahren siedelte Valentin Solovej aus Kirgisistan in Zentralasien nach Deutschland um. „In Kirgisistan herrschte Korruption und es gab eine Krise. Da meine Oma aus Schlesien stammte, hatten wir keine Probleme, um nach Deutschland zu kommen“, erinnert sich der Top-Stürmer. In Deutschland wurde die Familie Solovej dem Auffanglager in Lebach zugeteilt. „Es hätte auch sein können, dass wir in einen ganz anderen Teil von Deutschland kommen. Wir konnten uns nichts aussuchen. Für mich war sowieso alles fremd. Ich konnte kein Wort Deutsch und kam in die erste Klasse. Das erste deutsche Wort, dass ich gelernt habe, war Urlaub“, blickt der 32-Jährige zurück – und fängt an zu lachen.

Valentin Solovej hat sich durchgebissen. Er hat die deutsche Sprache und den Schulstoff parallel gelernt. Und in den Pausen zum ersten Mal Kontakt mit einem Fußball gehabt. „In Kirgisistan gab es damals gar keine Fußbälle und auch keine Plätze, auf denen man spielen konnte.“ In der A-Jugend des SV Ritterstraße erzielte Solovej dann Tore am Fließband. Er wechselte im letzten Jahr in der A-Jugend zum SV Auersmacher, womer bis 2011 spielte. Und mit dem heutigen Nationalspieler Jonas Hector 2009 Meister in der Saarlandliga wurde. Für Solovej war dies der größte Erfolg seiner Karriere.

Der Stürmer hat es auch im Profi-Geschäft probiert. Regionalligist SC Wiedenbrück lud ihn 2010 zum Probetraining ein. Trainer war dort damals Thomas Stratos, ehemaliger Profi des 1. FC Saarbrücken. „Ich war vier Tage im Probetraining und habe es probiert. Es hat nicht geklappt. Dann habe ich mich auf meine Ausbildung als Elektroniker konzentriert“, erklärt der Noch-Köllerbacher. Für ihn steht ein Sommer der Höhepunkte an – wenn die Corona-Krise es zulässt. Solovej wechselt kommende Saison zum Ligakonkurrenten TuS Herrensohr. Dort bildet er mit Manuel Schuck das vermutlich beste Offensiv-Duo, das die Liga zu bieten hat. Und am 11. Juli will er seine langjährige Freundin Lisa heiraten.

„Wir kaufen ein Haus in Dudweiler und ich möchte nicht mehr so weit fahren, um Fußball zu spielen. Ich spiele vielleicht noch ein oder zwei Jahre und möchte die Zeit genießen“, erklärt Valentin Solovej. „Das mit der Hochzeit ist so eine Sache. Man kann zur Zeit nichts planen. Wir wissen nicht, ob wir am 11. Juli eine große Feier veranstalten dürfen. Es ist schwierig, aber alles wird gut“, berichtet der stets gut gelaunte Torjäger,

Bei den SF Köllerbach ist Solovej nicht nur Torjäger, sondern auch Spielführer und Trainer in Personalunion. Er ist somit auch zuständig für die Fitness der Spieler. „Wir haben allen Spielern einen Plan gegeben. Laufen, Gymnastik und Kraft sind die Inhalte. Viel mehr kann man alleine ja nicht machen. Wir hoffen, dass wir bald wieder zusammen auf dem Platz stehen können, aber ich persönlich glaube nicht, dass in dieser Saison noch einmal Fußball gespielt wird“, sagt er mit Blick auf die Corona-Krise.