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Streit im Vorstand der Linken in Saarbrücken

Kommunalpolitik : Saarbrücker Linke streitet um verschobenen Parteitag

Der Kreis- und Landesvorsitzende der Linken, Thomas Lutze, hat die Kreismitgliederversammlung kurzfristig abgesagt. Damit handelte er sich Kritik ein.

Thomas Lutze hat sich korrekt verhalten. Das findet zumindest Thomas Lutze. Dass er die Kreismitgliederversammlung seiner Partei, die am vergangenen Sonntag in Heusweiler stattfinden sollte, kurzfristig abgesagt hat, sei ein ganz normaler Vorgang gewesen, sagt der Kreis- und Landesvorsitzende der Linken. Er selbst sowie drei von vier stellvertretenden Kreisvorsitzenden seien krank gewesen. Der Vorstand sollte neu gewählt und vorher über die Rechenschaftsberichte der noch amtierenden Vorstandmitglieder diskutiert werden. Das ohne die Betroffenen zu machen, „ist für meine Begriffe nicht verantwortlich“, sagt Lutze. Er habe alle Vorstandsmitglieder angerufen. Zwei habe er nicht erreicht. Von den anderen 14 haben 13 zugestimmt, sagt Lutze.

Der Linken-Ortsverband Malstatt sieht die Absage des Kreisparteitags, auf dem ein Nachfolger für Lutze gewählt werden sollte, als „willkürliche“ Aktion. „Die Erkrankung einzelner Funktionsträger der Partei ist wie in anderen Parteien kein Grund, eine lang geplante Mitgliederversammlung abzusagen“, steht in einer Pressemitteilung des Ortsverbands. Lutze habe die Notbremse gezogen, heißt es in der Partei.

Noch am Donnerstag habe Lutze nämlich vergeblich versucht, den Landtagsabgeordneten Dennis Lander davon abzuhalten, für den Kreisvorsitz zu kandidieren. „Nachdem dies nicht gelang, sagte er die Mitgliederversammlung kurzerhand ab, aus dem einzigen Grund, weil er keine Mehrheit hatte, um seinen Kandidaten, den bisherigen Merziger Kreisvorsitzenden Max Hewer, auf einmal zum Kreisvorsitzenden von Saarbrücken wählen zu lassen“, heißt es in der Mitteilung aus Malstatt.

Der Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Lutze, so lautet der Vorwurf, sichere sich „durch willkürliche Zuordnung von Mitgliedern zu Kreisverbänden eine Mehrheit für sich und seine Gefolgsleute“. Dass er den Merziger Hewer nun in Saarbrücken zum Parteichef machen will, stoße aber bei der Mehrheit der Mitglieder auf Widerstand. Man habe den Bundesvorstand über die Vorgänge informiert, teilt der Ortsverband Malstatt mit.

Dennis Lander, Lantagsabgeordneter der Linken will Kreisvorsitzender der Partei werden. Foto: Becker&Bredel Foto: BeckerBredel

Lutze spricht von „abstrusen Vorwürfen“. Am Freitag tage der Kreisvorstand. Dann werde man sehen, wie es weitergeht. Was auch immer beschlossen wird: Der Landtagsabgeordnete Dennis Lander sagt, dass er an seiner Kandidatur festhält.