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Autozulieferer
Streik bei Halberg Guss in Saarbrücken und Leipzig

Am Mittwoch waren Verhandlungen zwischen der Geschäftsführung der Neuen Halberg Guss und der IG Metall über einen Sozialtarifvertrag von der Gewerkschaft für gescheitert erklärt worden.
Am Mittwoch waren Verhandlungen zwischen der Geschäftsführung der Neuen Halberg Guss und der IG Metall über einen Sozialtarifvertrag von der Gewerkschaft für gescheitert erklärt worden. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Angesichts drohender Entlassungen sind die Beschäftigten des Autozulieferers Neue Halberg Guss am Donnerstag in den Werken in Saarbrücken und Leipzig in einen unbefristeten Streik getreten. dpa

Bei einer Urabstimmung hatten sich in Saarbrücken knapp 94 und in Leipzig gut 98 Prozent der Beschäftigten für den Streik ausgesprochen. Dies teilte der Sprecher der IG Metall Bezirk Mitte in Frankfurt, Michael Ebenau, mit.


Am Mittwoch waren Verhandlungen zwischen der Geschäftsführung der Neuen Halberg Guss und der IG Metall über einen Sozialtarifvertrag von der Gewerkschaft für gescheitert erklärt worden. In Leipzig soll das Werk mit rund 700 Beschäftigten geschlossen werden. In Saarbrücken sind 300 von 1500 Arbeitsplätzen akut bedroht. Sie könnten nach Auskunft der Geschäftsführung innerhalb der kommenden zwei Jahre wegfallen.

Die Prevent Gruppe, die im Januar die Neue Halberg Guss übernommen hatte, befindet sich seit mehr als zwei Jahren in einem Streit mit dem Hauptkunden VW um die Preise für die Lieferung von Motorblöcken.



Halberg-Guss-Geschäftsführung: Streik ist Vertrauensbruch

Die Geschäftsführung der Neuen Halberg Guss sieht im Streik in den beiden Werken Saarbrücken und Leipzig einen „eklatanten Vertrauensbruch“. Die Forderungen der Gewerkschaft IG Metall bedeuteten Kosten von „mehr als 700 Millionen Euro“, heißt es in einer Erklärung der Unternehmensleitung vom Donnerstag. „Dies entspricht einem Vielfachen des Jahresumsatzes und würde unweigerlich das Ende der Geschäftstätigkeit des gesamten Unternehmens nach sich ziehen.“ Die Geschäftsleitung sei bereit gewesen, „einzelne Aspekte zu akzeptieren und in eine nächste Verhandlungsrunde zu gehen“. Sie sprach von einer „absurd hohen Forderung“ der IG Metall. Diese habe „offenbar nur als Vorwand“ gedient, „um Verhandlungen zu inszenieren, obwohl der Entschluss zu streiken längst feststand“.