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Straßenumfrage: Lob und Kritik an neuen Corona-Regeln im Saarland

Kostenpflichtiger Inhalt: Neue Rechtsverordnung : Lob und Kritik an neuen Corona-Regeln

Viele Saarländer begrüßen die Lockerungen der neuen Verordnung. Es gibt aber auch Unverständnis für manche Entscheidungen.

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie werden ab kommenden Montag einige Einschränkungen im Saarland wieder gelockert. Buchhandlungen, Bibliotheken, Autohändler, Fahrradhändler, Wertstoffhöfe und kleinere Läden dürfen wieder öffnen. Andere Maßnahmen, wie die Ausgangsbeschränkung, bleiben vorerst bestehen (wir berichteten). Doch was sagen die Menschen im Regionalverband zu der von Ministerpräsident Tobias Hans angekündigten „zarten Wende“ bei den Corona-Beschränkungen?

 Petra Kuhn aus Völklingen hat Verständnis für die verlängerte Ausgangsbeschränkung. Foto: Tom Peterson

„Ich finde die Lockerungen gut. Die Kinder müssen ja auch langsam mal wieder in die Schule und in den Kindergarten. Ich merke das auch bei meinen Kleinen – da ist von morgens bis abends nur Action“, sagt etwa der zweifache Vater Sascha Ernst aus Burbach. Die Öffnung kleinerer Geschäfte komme für ihn gerade rechtzeitig, da  er neue Kleidung für seine Kinder bräuchte.

 Harald Schiffler mahnt vor den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Beschränkungen. Foto: Tom Peterson

Auch Christine B. aus Riegelsberg heißt die gelockerten Bestimmungen gut. „Gerade für die kleineren Läden finde ich es gut. Die leiden ja schlimmer darunter, weil sie nicht so große Rücklagen haben“, erklärt die 56-Jährige. Die Öffnung der Schulen für Abschlussklassen findet sie ebenfalls sinnvoll. „Die wollen ja auch ihren Abschluss mach und sich für Ausbildungen bewerben. Auch bei meinem Sohn ist das so“, sagt sie.

 Sandra Kuhn wünscht sich, dass auch größere Geschäfte wieder öffnen können. Foto: Tom Peterson

 Dass nur Läden öffnen dürfen, die weniger als die von der Landesregierung vorgeschriebene Maximalfläche von 800 Quadratmeter aufweisen, erschließt sich für Petra Kuhn aus Völklingen dagegen nicht. „In größere Geschäften können die Abstandsregeln einfacher eingehalten werden. Wieso dürfen die nicht aufmachen?“, fragt sie. Zustimmung erhält sie von ihrer Arbeitskollegin Sandra Kuhn: „In kleineren Geschäften steht man doch viel enger zusammen“, kritisiert sie die neue Bestimmung. Lieber wäre es ihr, wenn entweder alle oder keine Geschäfte aufmachen würden.

Sascha Ernst aus Burbach ist froh darüber, dass die Geschäfte wieder öffnen. Foto: Aline Pabst

Harald Schifller aus Saarbrücken mahnt die wirtschaftlichen Folgen der verlängerten Beschränkungen an. „Die großen Geschäfte müssen auch aufmachen“, fordert er, „sonst werden noch mehr auf der Strecke bleiben und das bleiben schon viele.“

Der Saarbrücker „Flanello“ findet, dass die Regierung mehr tun müsse, um kleine Geschäfte zu retten. Foto: Aline Pabst

Der 28-Jährige „Flanello“ aus Saarbrücken sieht es ähnlich. Kleinere Geschäfte dürften zwar wieder öffnen, andere hätten aber bereits Insolvenz anmelden müssen, erklärt er. Dennoch würden diese keine Hilfe vom Staat erhalten. „Ich finde das nicht gerecht“, sagt er. Auch wenn die meisten Leute im Saarland das Ganze entspannt nehmen, die Verlängerung der strengen Ausgangsbeschränkungen sieht er kritisch. „Man kann die Menschen nicht ewig einsperren. Viele bekommen inziwschen den Hass deswegen“, mahnt er. Kritik äußert auch Sascha Ernst. Dass man sich weiterhin nicht auf eine Parkbank oder auf die Wiese setzen darf, findet er „schwachsinnig“. Gerade wer Kinder habe, könne nicht den ganzen Tag zuhause verbringen.