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Statt Saar-Spektakel: Saarbrücken feiert seine Helfer – die Bilder vom Volksfest-Ersatz​

Leistungsschau der Vereine : Statt des Saar-Spektakels feiert Saarbrücken seine Helfer – die besten Bilder vom Volksfest-Ersatz

Das Saar-Spektakel ist erneut ausgefallen, doch in einer großen Leistungsschau präsentierten sich zahlreiche Vereine und Organisationen am Saar-Ufer in Saarbrücken, die bei einem normalen Event pausenlos im Einsatz gewesen wären. Auch Bewerbungen für den möglichen Traumberuf waren vor Ort möglich.

Normalerweise sind die am Saar-Spektakel beteiligten Institutionen und Vereine drei Tage pausenlos im Einsatz, kümmern sich um die Sicherheit und den reibungslosen Ablauf des größten saarländischen Volksfestes. Zeit für einen Plausch bleibt dabei oft nicht.

Am Sonntag war dies anders: Vor dem Staatstheater stand keine große Bühne, auf der Größen aus dem Showgeschäft auftraten. Bei der Ersatz-Ausstellung für die Wasserfete waren die zahlreichen Helfer, die hinter den Kulissen tätig sind, die Stars. So präsentierte sich auf dem Tbilisser Platz die Feuerwehr mit ihren Einsatzfahrzeugen und der Nachwuchs führte eine Löschübung vor.

Für die Bundespolizei blieb dagegen bei der Ersatz-Veranstaltung alles beim Alten. Da sie dort nicht im Einsatz ist, war sie bereits seit vielen Jahren mit diversen Infoständen und Aktionen vor Ort. Besonders die Diensthunde-Vorführungen zogen am Sonntag zahlreiche Besucher an. Hier war der tierische Mitarbeiter Junior der Star. Er erschnüffelte in Koffern Sprengstoff und brachte einen Täter zur Strecke. Aber auch sein Nachwuchs-Kollege Charly konnte mit seinem Können beeindrucken. „Dabei ist er erst seit zwei Wochen im Einsatz“, erklärte Bundespolizei-Sprecherin Vivienne Klein. Nebenan demonstrierte Urkundenprüfer Christoph Tome einer Dame, wie die Beamten Fälschungen von Dokumenten wie Reisepässen erkennen. Das komme im Jahr deutschlandweit rund 17 000 Mal vor.

Am Stand des Landespolizeipräsidiums Saarland waren ein Probesitzen in den Dienstautos und auf den Motorrädern gerade bei den jungen Gästen heiß begehrt. Auch der zwölfjährige Tom und der neunjährige Moritz nahmen darauf Platz und ließen sich von ihren Eltern fotografieren. Während Tom sich über seine späteren beruflichen Pläne noch unsicher ist, kann sich sein jüngerer Bruder durchaus vorstellen, später mal Polizist zu werden.

Bei den Erwachsenen waren die Infos, mit der das Landespräsidium um Anwärter für den Polizeidienst warb, begehrt. „Die Nachfrage ist groß, wir hatten auch schon einige Live-Bewerbungen“, sagte Sprecher Falk Hasenberg. Unterstützt von den erfahrenen Beamten konnten Interessenten diese vor Ort online abgegeben. Sonst habe man beim Saar-Spektakel „nur“ die klassische Festwache übernommen. Dieses Mal präsentiere sich die Polizei erstmals mit einer größeren Ausstellung. Und das könne man sich auch in Zukunft vorstellen, so der Sprecher.

Ob beim DLRG, beim THW oder beim Saarbrücker Kanu-Club – überall konnten die Besucher die Boote, die normalerweise auf der Saar unterwegs sind, zu Lande bestaunen. Petra Tasche ist sonst eine der Teilnehmerinnen, die beim Drachenbootrennen um den Sieg kämpfen. „Wir haben trotzdem weiter trainiert. Ich hoffe, dass im nächsten Jahr der Wettbewerb, den es seit der Premiere des Saar-Spektakels gibt, wieder ausgetragen werden kann“, sagte sie. Für Jörg Ganz, den ersten Vorsitzenden den Kanu-Clubs, hatte die Ersatz-Ausstellung auch was Gutes: „So kommen wir auch mal dazu, uns zu präsentieren und den Verein ein bisschen publik zu machen.“

Für den Malteser Hilfsdienst, Stadtgliederung Saarbrücken, sei die Ausstellung ebenfalls eine guter Ersatz für das große Fest, sagte Michael Dick. Während die Mitarbeiter normalerweise im Einsatz sind, um Besuchern zu helfen, denen es gerade nicht so gut geht, konnten sie nun in zahlreiche strahlende Kinderaugen sehen. Dazu gehörte auch der siebenjährige Ben, der einen Krankenwagen erkundete.

Nebenan fuhr das THW sein schweres Gerät auf. Bei der ersten Ausstellung im vergangenen Jahre habe man sich nicht in vollem Umfang präsentieren können, weil viele Helfer nach der Flutkatastrophe im Ahrtal im Einsatz waren, erklärte Zugführer Dirk Bauer. Und auch in normalen Saar-Spektakel-Jahren sei dies schwierig, weil das THW dann den Fährbetrieb für die Gäste organisiere. Deshalb regte Bauer an, einen Tag der Hilfsdienste im Veranstaltungsprogramm zu integrieren, wenn das Fest wieder wie gewohnt steige.

„Hier herrscht aber ein ganz schön reger Schiffsverkehr“, stand derweil für Stefanie Wilhelm aus St. Ingbert fest. Auf der Saar waren teilweise gleichzeitig mehrere Einsatzfahrzeuge der Hilfsdienste, ein Schnupperfahrten-Drachenboot und einige private Hausboote unterwegs. Ein paar Besitzer haben, obwohl das große Fest dieses Mal wieder ausgefallen ist, trotzdem am ersten Augustwochenende Saarbrücken angesteuert.

„Es ist super schön, dass die Saar-Spektakeler wieder zusammen sind“, freute sich Organisatorin Christine Baran. Nach der ersten Ausstellung im vergangenen Jahr seien 2022 neue Partner dazugekommen, die sich professionell präsentierten. Trotz den hochsommerlichen Temperaturen sei die Veranstaltung gut besucht gewesen, zog Baran eine erste Bilanz. Auch der Saarbrücker Oberbürgermeister Uwe Conradt freute sich, dass so viele Hilfs- und Katastrophendienste sich bei der Ausstellung engagieren: „Sie sind wichtige Partner für ein sicheres Leben in unserer Stadt.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das sind die besten Bilder vom Saarspektakel-Ersatz in Saarbrücken