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Hitze: Stadtwerke mahnen zum Wassersparen

Hitze : Stadtwerke mahnen zum Wassersparen

Rekordbesucherzahlen in den Freibädern. Noch ist kein Fischstreben gemeldet. Eisverkäufer melden Spitzenumsätze.

Die Temperaturen liegen seit Wochen über 30 Grad. Es gibt keinen Regen – und deshalb Trockenheit, wohin man blickt. Saarbrücken erlebt einen Rekordsommer – und der soll noch mindestens zwei Wochen weitergehen. Die Stadtwerke baten gestern die Bürger darum, sorgsam mit dem Trinkwasser umzugehen. Die Trinkwasserversorgung sei zwar nach wie vor gewährleistet – arbeite aber am Rande ihrer Leistungsfähigkeit.

In einem normalen Sommer werden in Saarbrücken 28 000 Kubikmeter Trinkwasser pro Tag verbraucht, derzeit sind es 38 000 Kubikmeter. „Wir haben aktuell den höchsten Tagesverbrauch seit Jahrzehnten“, sagt Stefan Keller von der Stadtwerke Saarbrücken Netz AG.

Die Stadtwerke bitten ihre Kunden darum, kein Wasser zu vergeuden, dazu gehöre auch ein „bedachtes Wässern heimischer Privatgärten“.

Wer sich Mineralwasser aus der Region kaufen möchte, der wird in den nächsten Tagen und Wochen nicht alle Sorten der Gesundbrunnen Bad Rilchingen GmbH aus Rilchingen-Hanweiler vorfinden. „Die Nachfrage nach Wasser ist so extrem angestiegen, dass wir aufgrund der Urlaubszeit mit dem Nachfüllen fast nicht mehr nachkommen. Wir konzentrieren uns zurzeit auf ausgewählte Sorten. Wasser ist aber noch genügend vorhanden“, erklärt Petra Huffer, die Pressesprecherin des Karlsberg-Verbundes, zu dem die Gesundbrunnen Bad Rilchingen GmbH gehört.

Die glühende Sonne heizt auch das Wasser in den vielen Weihern der Stadt gnadenlos auf. Dabei sinkt der Sauerstoffgehalt des Wassers, und dadurch könnte den Fischen unter Umständen langfristig die Luft ausgehen. In St. Ingbert hat ein Angelsportverein in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr bereits Wasser in einen Weiher gepumpt, um ein Fischsterben zu verhindern.

In Saarbrücken sieht das Amt für Stadtgrün und Friedhöfe noch keine Notwenigkeit dafür. „Wir haben so gut wie alle Weiher an Angelsportvereine verpachtet, und die kümmern sich um das Wasser und um dessen Qualität“, erklärt Volkmar Schulz vom Grünamt.

Der Deutschmühlenweiher im Deutsch-Französischen Garten (DFG) wird von der Stadt gepflegt. „Unsere Mitarbeiter beobachten diesen Weiher. Wenn es Anzeichen gibt, dass etwas mit dem Wasser nicht in Ordnung ist, arbeiten wir schon immer sehr gut mit der Berufsfeuerwehr zusammen, die uns dann mit frischem Wasser versorgt. Das war schon bei gröberen Verunreinigungen der Fall. Wegen Hitze aber noch nie. Die Situation ist noch nicht bedenklich“, sagt Volkmar Schulz.

Während die Natur bereits auf die Hitze reagiert – Bäume verlieren Blätter, um Kräfte zu sparen, wie im Sommer 2003 – haben manche Menschen und auch manche Tiere noch Grund zur Freude. Im Tabaksweiher in St. Arnual geht es den Fischen bestens. Grund ist die Fontäne vor dem Restaurant „Historische Tabaksmühle“. Die Fontäne bringt frischen Sauerstoff in den Weiher.  „Wir kümmern uns einfach um alle. Die Fontäne läuft bei uns den ganzen Tag“, sagt Marc Mildenberger, der stellvertretende Restaurantleiter, und lacht.

Weitere Gewinner sind die Saarbrücker Freibäder. Alleine im Juli kamen im Vergleich zum Vorjahr 30 000 Badegäste mehr. Im Juli 2017 waren es 52 698 Besucher und in diesem Jahr bereits 82 806. Das teilten die Stadtwerke mit. Ähnliche Prognosen gibt es auch schon für den August.

Vilimira Velkova ist Eisverkäuferin in der Saarbrücker Eisdiele Palazzo Sandro. Derzeit hat sie viel zu tun.

Auch die Eisverkäufer in der Saarbrücker Innenstadt sind aktuell zufrieden mit dem Umsatz, obwohl es auch für das Eisgeschäft eigentlich schon wieder zu warm ist. „25 Grad und Sonnenschein sind ideal. Bei 35 Grad ist auch in der Fußgängerzone nicht viel los, da es zu warm ist. Aber das Eisgeschäft läuft trotzdem sehr gut“, sagt Lukas Schwarzmüller, Geschäftsführer von Palazzo Sandro.