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Stadtreinigung in Saarbrücken nebst Winterdienst machen ZKE-Müllwerker

Dem Müll eine Abfuhr erteilen : Diese Saubermänner tragen Orange

Beim ZKE kümmern sich 481 Mitarbeiter um ein ordentliches Stadtbild Saarbrückens und um das Sammeln und Weiterleiten der Abwässer.

Ob Mülltonnenleerung, Straßenreinigung oder Abwasserableitung: Mit den in orangefarben-gestreiften Warnanzügen steckenden Beschäftigten des Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetriebs ZKE kommt in Saarbrücken praktisch jeder Bürger in Kontakt. Seit dem Jahr 2000, als der ZKE aus dem Zusammenschluss der städtischen Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetriebe (ASS) entstand, hat sich die Zahl der Mitarbeiter von 325 auf aktuell 481 Beschäftigte (darunter drei Auszubildende) erhöht. Bei einem Jahresumsatz von 88 Millionen Euro konnte der ZKE im Wirtschaftsjahr 2017 (neuere Zahlen liegen noch nicht vor) einen Gewinn von 2,1 Millionen Euro erzielen, der aber in die Gebührenkalkulation einfließen muss. Gute Nachricht deshalb von den beiden ZKE-Werksleitern Bernd Selzner und Simone Stöhr: „Die aktuellen Abfallgebühren bleiben noch mindestens bis Ende 2020 stabil, wahrscheinlich auch darüber hinaus“.

„Ich hab‘ einen Super-Job“, freut sich ein angesprochener „Müllmann“, der gerade auf der bankenträchtigen Saarbrücker Kaiserstraße mit Schaufel, Kehrbesen und fahrbarer Mülltonne den Unrat aus Zigarettenkippen, Papierresten und Hundehäufchen beseitigt. Er verdient gut, sagt er, und nur ganz wenige Menschen schauten auf die Müllwerker, die Straßenreiniger und Kanalarbeiter des ZKE etwas verächtlich von oben herab.

Laut ZKE erhält ein Müllwerker als Neuanfänger, Steuerklasse eins, unverheiratet und ohne Kinder, rund 2400 Euro brutto im Monat. Hinzu kommen Zulagen zwischen 130 und 160 Euro sowie eventuell zusätzliche Überstundenvergütungen. Aber der Job ist oft knochenhart. „Wer Abfälle entsorgt, fehlt krankheitsbedingt häufiger als andere Arbeitnehmer, durchschnittlich 11 bis 32 Tage im Jahr“, heißt es.

Dennoch hätten Müllabfuhr und Stadtreinigung aktuell nicht mit Personalmangel zu kämpfen. Frauen gibt es unter den Müllwerkern nicht, nur beim Fuhrparkmanagement oder in der Verwaltung.

Zu den Haupttätigkeiten der ZKE-Beschäftigten gehören das Einsammeln und Befördern von Hausabfällen der 38 000 Anwesen im Stadtgebiet, die Stadtreinigung in Saarbrücken nebst Winterdienst sowie die Sammlung von etwa neun Millionen Kubikmetern Abwasser pro Jahr und dessen Ableitung zu den Kläranlagen des Entsorgungsverbandes Saar (EVS). So leeren die Müllwerker des ZKE jeden Tag von morgens sechs Uhr an etwa 10 000 Abfallgefäße und fahren dabei im Schnitt 15 Kilometer pro Tour. Der Restmüll wird zur Verbrennungsanlage in Velsen, der Biomüll nach Vorgabe des EVS zu einer Vergärungsanlage ins französische Morsbach bei Forbach gebracht. Die 90 Mitarbeiter der Stadtreinigung säubern wöchentlich rund 1200 Kilometer Straße auf einer Fläche so groß wie zusammen etwa 280 Fußballfelder. Dabei werden die 1400 öffentlichen Papierkörbe des ZKE (davon 430 in der Saarbrücker City) ein- bis dreimal pro Tag geleert. Zudem überwacht, unterhält, verfilmt und repariert der ZKE das über 1000 Kilometer lange Saarbrücker Kanalnetz und reinigt 53 000 Gullys (Sinkkästen).

Bei einem Durchschnittspreis von pro Jahr 169 Euro für die graue 120-Liter-Restmülltonne und knapp 46 Euro für die kleine grüne Biotonne (bei jeweils 14-tägiger Leerung) gibt es laut ZKE kaum noch Beschwerden von Bürgern über die Kosten, zumal seit 2011 jeder die Höhe seiner Müllgebühren durch sorgfältiges Trennen von Abfällen und Wertstoffen selbst beeinflussen kann.

Den im Laufe der Jahre deutlich gestiegenen Personalaufwand begründet der ZKE mit neu hinzugekommenen Straßen und Plätzen in Saarbrücken sowie mit der abfallträchtigen Fast-Food- und To-go-Gastronomie im Außenbereich. Die Werksleiter Bernd Selzner und Simone Stöhr: „Der ZKE ist Ansprechpartner bei Jung und Alt, wenn es um Stadtsauberkeit/Winterdienst oder Abfall- und Abwasserentsorgung geht“.