Stadtrat: Mehrkosten 360 000 Euro für Bahnhofstraße in Saarbrücken

Kostenpflichtiger Inhalt: Saarbrücker Flaniermeile : Bahnhofstraße ist teurer als geplant

Der Saarbrücker Stadtrat segnete am Dienstag Nachzahlungen in Höhe von 360 000 Euro für die Erneuerung ab.

Es wurde geschafft, es wurde gefeiert, nun geht es ans Bezahlen. Und da fällt die Rechnung für die Sanierung der Saarbrücker Bahnhofstraße etwas höher aus als geplant. 360 000 Euro hat der Saarbrücker Stadtrat am Dienstag zusätzlich bewilligt. Es blieb ihm auch nichts anders übrig. Denn, das teilte Stadtpressesprecher Thomas Blug auf SZ-Anfrage mit, „bei den Mehrkosten in Höhe von 360 000 Euro handelt es sich im Wesentlichen um berechtigte Nachtragsforderungen zweier beauftragter Firmen“. Die Gesamtkosten für die Erneuerung der Bahnhofstraße belaufen sich nach Informationen der Stadtverwaltung somit auf 4,62 Millionen Euro.

Eine der Firmen, die mehr Geld kriegen, „hat die Fahrtrassen hergestellt, die andere die Mittelzone und den Bereich unterhalb der Kolonnaden“, sagt Blug. Es handele sich um „Kosten für ursprünglich nicht geplante Arbeiten“. Die Notwendigkeit habe sich erst während des Umbaus herausgestellt. Blug nennt zwei Beispiele: „Bei der Erneuerung der Fahrtrasse wurde augenscheinlich, dass die Asphalttragschicht in einem schlechteren Zustand war als erwartet. Es mussten daher größere Mengen ausgebaut, entsorgt und erneuert werden. Und im Bereich der Kolonnaden war ein erhöhter Aufwand beim Regulieren der Rosa-Tupin-Platten erforderlich, zudem haben wir Hohlräume unter den Platten vorgefunden.“

Zur Deckung der benötigten Summe werden Einsparungen auf anderen Haushaltspositionen im Baudezernat vorgenommen, erklärt Blug. 50 000 Euro kommen zum Beispiel aus dem Etat für verkehrsberuhigende Maßnahmen, 100 000 Euro aus dem Etat „Erneuerungsarbeiten Straßenbeleuchtung“. „Andere Projekte fallen dadurch nicht weg“, versichert Blug. In den jeweiligen Etats stünden noch „Mittel zur Verfügung, die in diesem Jahr nicht mehr verbaut werden können“.

Die Sanierungsarbeiten auf Saarbrückens Flaniermeile haben im Sommer 2016 begonnen. Zuvor, ab August 2013, hatten die Stadtwerke die Gas- und Wasserleitungen aus den 50er-Jahren erneuert. Die Landeshauptstadt hatte währenddessen die Schifferstraße auf das Niveau der oberen Berliner Promenade angehoben und der städtische Entsorgungsbetrieb ZKE rund 30 Kanalhausanschlüsse saniert.

Zwischen den Kolonnaden vor den Geschäften und in der Mitte der Fußgängerzone hat die Stadt den Belag erneuert. Es wurden Sitzbänke aufgestellt. In der Mitte hat die Stadt darüber hinaus ein Betonsteinpflaster mit einer besonderen Beschichtung verlegt, die schmutzabweisend sein soll. Die Sanierungsarbeiten sollten zunächst 3,7 Millionen Euro kosten. Das Land stellte hierfür Geld aus dem Bund-Länder-Programm Stadtumbau-West zur Verfügung, Saarbrücken übernahm nach Angaben der Stadtverwaltung ein Drittel.