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Stadtbibliothek Saarbrücken hat mehr Besucher als je zuvor.

Bildung und Unterhaltung : Stadtbibliothek will noch präsenter sein

So viele Menschen wie noch nie haben im vergangenen Jahr Angebote der städtschen Bücherei genutzt.

Für Gerald Schleiwies und seinen Chef Thomas Brück passt da etwas nicht zusammen. „Mehr Veranstaltungen, mehr Besucher, mehr Ausleihzahlen, mehr Zuschüsse von Dritten – weniger Personal“, so beschreiben der Leiter der Saarbrücker Stadtbibliothek und der Saarbrücker Kultur- und Bildungsdezernent in ihrem Jahresbericht für 2019 die Lage der städtischen Bücherei.

Der Bericht ist eine Erfolgsbilanz: 280 000 Besucher hat die Bibliothek im vergangenen Jahr gezählt. Das sind 1134 pro Öffnungstag und damit 34 mehr pro Tag als 2018. Die Zahl der registrierten Bibliotheksnutzer ist von 11 762 auf 12 410 gestiegen. Die Ausleihen konnten von 474 370 auf 492 041, also um 10,8 Prozent gesteigert werden. In der Onleihe gab es eine Steigerung um 14 Prozent auf 81 792 Ausleihen. Und der Bibliotheks-Bus steigerte seine Ausleihen sogar um 34 Prozent auf 28 449. Gut 9000 Leute haben 2019 Verantaltung der Stadtbibliothek besucht.

Bei 2700 Quadratmetern Publikumsfläche sei eine weitere Steigerung allerdings schwierig, schreiben Schleiwies und Brück. Eine Möglichkeit, noch mehr Menschen in die Bibliothek zu locken, wären „unbediente Öffnungszeiten als Open Library“. Das könnte bedeuten, dass die Bibliothek montags bis samstag zwischen 9 und 22 Uhr geöffnet wäre. Zurzeit ist sie wegen der Corana-Sicherheitsbestimmungen geschlossen. Die regulären Öffnungszeiten sind ansonsten von Dienstag bis Freitag zwischen 10 und 19 Uhr sowie samstags von 10 bis 14 Uhr.

„Open Library“ würde bedeuten, dass ein Wachdienst in der Zeit aufpasst, in der kein Fachpersonal vor Ort ist. „Positive Beispiele gibt es in Deutschland schon einige, zum Beispiel in Hanau hat man montags ohne Personal geöffnet“, schreiben Brück und Schleiwies.

Gerald Schleiwies, Leiter der Saarbrücker Stadtbibliothek Archivfoto: Martin Rolshausen Foto: Martin Rolshausen
Landeshauptstadt Saarbr¸cken: Thomas Br¸ck, Dezernat f¸r Umwelt, Migration und Recht und Dezernat f¸r Bildung, Kultur und Wissenschaft.__Foto: Iris Maurer____Ver“ffentlichung nur gegen Honorar.__Info: www.silbersalz.com Foto: Iris Maria Maurer

Generell brauche die Bibliothek aber mehr Geld. „Insbesondere Elternzeiten reißen große Lücken, eine Stelle blieb das gesamte Jahr über unbesetzt“, heißt es im Bericht. Die Saarbrücker Stadtbibliothek müsse „personell zur Stärke von 2017 mit 29 Stellen zurück“, fordern Gerald Schleiwies und Thomas Brück. „Das wäre bei den aktuellen Zahlen nur konsequent“, finden die beiden.  Diese  Zahl sei 2019 zwar  bereits erreicht. Allerdings stehe nun der Bücherbusfahrer, der bisher über den städtischen Entsorgungsbetrieb ZKE gelaufen ist, im Stellenplan. Und „mit den realen Ausfällen“ liege die Stadtbibliothek aktuell 2,5 Stellen darunter.