Stadt vergibt Aufträge für 139 Millionen und beruft Vergabekonferenz ein

Städtische Investitionen : Stadt vergibt Aufträge für 139 Millionen

Die Stadt zeigte bei ihrer Vergabekonferenz, dass sie trotz der Sparzwänge einer der größten Auftraggeber in der Region bleibt. Sie betont, dass die jüngsten Kostensteigerungen im Ludwigspark keinen Einfluss haben auf die dort präsentierten Vorhaben.

Von der Sanierung maroder Straßen über neuen Wohnraum bis zur zusätzlichen Kita: Die Stadt Saarbrücken sowie ihre Eigenbetriebe und Gesellschaften wollen in diesem Jahr 139 Millionen Euro für geplante neue Baumaßnahmen ausgeben. Das kündigte Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) am Donnerstagabend bei der 13. Vergabekonferenz für Handwerker und Unternehmer der Baubranche in der Handwerkskammer an.

Da die vorgesehenen Ausgaben um 21 Millionen Euro geringer ausfallen als 2018, nannte die Rathauschefin als Leitmotiv „Sparen und trotzdem Investieren“. Alle Ausgaben für eine bessere Infrastruktur dienten dazu, dass „Saarbrücken in den kommenden Jahren lebenswert bleibt und Tausende Arbeitsplätze in der Region gesichert werden“.

„Wir müssen alle Aufträge europaweit ausschreiben“, sagte die Oberbürgermeisterin vor rund 100 zur Vergabekonferenz gekommenen Repräsentanten saarländischer Handwerksbetriebe. „Ich wünsche, dass viele von Ihnen zum Zuge kommen. Die Wertschöpfung soll im Land bleiben“, sagte Britz. Bei den städtischen Ausschreibungen geht es in erster Linie um Planungsaufträge, Elektro- und Installationsarbeiten, energetische Sanierungen sowie Rohrleitungs- und Tiefbauarbeiten. Handwerker wie der Maler Hans Brach aus Auersmacher informierten sich an den Infotheken über die Vergabepraxis der Stadt ebenso wie ein Bauunternehmer aus Gersweiler. Eine zentrale Rolle spielen in diesem Jahr wieder Investitionen der Stadt in Bildung und frühkindliche Erziehung, wie Baudezernent Heiko Lukas erläuterte.

So wird der Gebäudemanagementbetrieb Aufträge über 61,6 Millionen Euro erteilen, darunter 4,85 Millionen Euro für den Neubau einer Kita mit Spielgelände „In den Hanfgärten“ in Burbach. Vorgesehen sind zudem die Generalsanierung der Kita Rußhütte, der Neubau einer Kita in Herrensohr sowie die Erweiterung der Freiwilligen Ganztagsgrundschule Ost in St. Johann.

Zweitgrößter Investitionsposten: Der Zentrale Kommunale Entsorgungsbetrieb (ZKE) plant Auftragsvergaben von 32,9 Millionen Euro, davon 1,6 Millionen Euro zur Erschließung des Wohngebietes Franzenbrunnen in Alt-Saarbrücken.

17 Millionen Euro fließen in Erneuerung und Ausbau von Straßen, Radwegen und Brücken, 6,4 Millionen Euro in Stadtgrün und Friedhöfe. Die Stadtwerke wollen zudem mit 7,4 Millionen Euro die Versorgungsnetze für Strom, Wasser, Gas und Fernwärme verbessern. Im Saarbrücker Zoo sind Ausgaben von knapp 1,4 Millionen Euro vorgesehen.

Immer wieder heftig kritisierte Verteuerungen bei Investitionsprojekten führte Oberbürgermeisterin Britz in erster Linie auf stark steigende Baukosten zurück, die die öffentliche Hand ebenso wie Privatleute träfen. Als Leitinvestitionen in der Stadt für die weitere Zukunft nannte Britz unter anderem die Erweiterung der Hochschule HTW, das neue Messe- und Kongresszentrum, das Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit (CISPA) an der Uni sowie die Erweiterung der Handwerkskammer (HWK) in Saarbrücken. Deren Geschäftsführer Stefan Gerhard sagte, für die auf 32 Millionen Euro veranschlagte Modernisierung der HWK-Bildungsstätten (finanziert zu 60 Prozent vom Bund, zu 20 Prozent vom Land und zu 20 Prozent Eigenmitteln) solle in der ersten Hälfte 2020 der Grundstein gelegt werden. Vorgesehen sei die Fertigstellung zwischen 2023 und 2025, wobei das „Zukunftsprojekt der Handwerkskammer“ Baudezernent Lukas zufolge gut an den nahen Park des Pingusson-Baus angepasst und größere Bäume erhalten werden sollen.

Die vollständigen Vergabelisten gibt es im Internet.

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