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Verwaltung zieht Notbremse
Stadt kündigt einem Essenslieferanten fristlos

Nach monatelangen Diskussionen ums Kita-Essen und einer Abmahnung hat die Verwaltung am Mittwoch einem Lieferanten gekündigt.
Nach monatelangen Diskussionen ums Kita-Essen und einer Abmahnung hat die Verwaltung am Mittwoch einem Lieferanten gekündigt. FOTO: dpa / Georg Wendt
Saarbrücken. Verwaltung zieht die Notbremse: Am Montag seien zweimal Plastikteile im Kita-Essen gefunden worden. Von Markus Saeftel

Die Stadt Saarbrücken  hat am Mittwoch beschlossen, den Vertrag mit dem umstrittenen Kita-Essenslieferanten (die SZ berichtete mehrfach) fristlos zu kündigen. „Der Vertrag mit dem Caterer wird mit sofortiger Wirkung beendet“, teilt die Stadtpressestelle mit. Die Kitas würden keine Essenslieferungen mehr annehmen.


Der Anlass für die fristlose Kündigung: Am Montag seien jeweils Plastikteile im Essen in den Kitas Rußhütte und Franzenbrunnen gefunden worden, teilte Ingo Beckendorf, Mitarbeiter der Stadtpressestelle, mit. Der Caterer darf bereits ab Donnerstag die Standorte Eschberg, Brebach, Rußhütte, Malstatt, Grüneich, Lindenhof, Kirchberg, Klarenthal, Füllengarten, Franzenbrunnen und das Montessori-Kinderhaus Altenkessel nicht mehr beliefern. Die Verwaltung habe die Kündigung am Mittwoch dem Rechtsanwalt des Caterers auf dessen Wunsch per E-Mail zugestellt. Am Donnerstag werde dann auch dem Unternehmen selbst die Kündigung ausgehändigt, erklärte Beckendorf. Damit endet ein monatelanger Streit um den Essenslieferanten. Seit Juni waren in mehreren Kitas, die das Unternehmen belieferte, nach Angaben der Stadt Fremdkörper im Essen gefunden worden. Im Oktober beschloss der Stadtrat nach kontroversen Diskussionen einen Kompromiss. Der Lieferant, der anfangs 16 der 21 städtischen Einrichtungen mit Essen versorgte, sollte das in fünf Kitas nicht mehr tun. Betroffen waren die Standorte Winterberg, Bruchwiese, Scheidt, Alt-Saarbrücken und Wickersberg. Auf diese Lösung hatten sich Verwaltung und Essenslieferant geeinigt. In den fünf Kitas habe es besonders viele Beschwerden gegeben. Am 7. September hatte die Stadt das Unternehmen abgemahnt.

Vor allem die Grünen-Fraktion im Stadtrat hatte bereits im Herbst vehement gefordert, den Vertrag mit dem Lieferanten zu kündigen. Dezernent Thomas Brück (Grüne) war für den Kompromiss – unter anderem deshalb, weil das Unternehmen nach eigenen Aussagen den wahrscheinlichen Verursacher der Mängel ausfindig gemacht hatte. Dieser Mitarbeiter sei dort nicht mehr tätig, hatte Brück versichert. Die Verwaltung betonte gleichzeitig, bei weiteren Vorkommnissen behalte sie sich weitere Schritte vor. Das führte jetzt offenbar zur Kündigung.



Die Kindertagesstätten werden nun selbst das Essen in Zusammenarbeit mit dem Amt für Kinder und Bildung sicherstellen, sagte Beckendorf: „Der Einsatz von einem oder mehreren neuen Caterern wird schnellstmöglich von dem Amt organisiert.“ Die Verwaltung werde Kitas und Elternvertreter umgehend informieren.