Stadion Ludwigspark in Saarbrücken soll im Juli 2020 spielbereit sein

Kostenpflichtiger Inhalt: Saarbrücken : Der Ludwigspark-Plan: spielbereit ab Juli

Der Umbau des Stadions liegt jetzt im Zeit- und Kostenrahmen. Damit rückt die Schlussrunde des Vorhabens näher.

Für manche Dinge bedarf es eines guten Gedächtnisses: Am 2. August 1953 rollte zum ersten Mal der Ball im Saarbrücker Ludwigspark-Stadion, 1993 zum letzten Mal in der Fußball-Bundesliga. Seit Dezember 2015 rollen bestenfalls die Bagger. Doch bei allen Problemen mit dem Umbau der städtischen Immobilie und deren Finanzierung – mittlerweile werden 38 Millionen Euro veranschlagt – scheint die „Marathon-Baustelle“ so langsam zumindest auf die „letzte Runde“ einzubiegen.

Das Projekt liegt aktuell im Budget, heißt es aus dem Saarbrücker Rathaus. Baudezernent Heiko Lukas betont: „Das Stadion soll im Juli 2020 spielbereit für die Saison 2020/2021 sein.“ Derzeit wird als letzte neue Tribüne die auf der Westseite montiert. „Die Montage der Westtribüne wird bis Ende September fertig sein, damit schließen wir den Bau der vier Tribünen gemäß Zeitplan ab“, sagt Lukas. „Mit der Montage der Tribünendächer geht es im Oktober direkt weiter.“

Zunächst stehen Vermessungs- und Schweißarbeiten an, um die Montage der Stahlbauteile vorzubereiten. Die ersten Stahlträger und -bögen als Unterkonstruktion für das Membrandach werden nach Aussage der Verantwortlichen derzeit im Stahlwerk gefertigt.

Die eigentlichen Montagearbeiten sollen ab November an der Ost-Tribüne unterhalb der Saarlandhalle beginnen. Dort, wo künftig die Fans des 1. FC Saarbrücken ihren Platz finden werden. „Die Montage ist allerdings witterungsabhängig, denn die Außentemperatur muss mindestens fünf Grad betragen“, teilt die Stadt auf SZ-Anfrage mit: „Das Vergabeverfahren der Verkehrs- und Außenanlagen läuft derzeit, die formale Prüfung der Angebote ist abgeschlossen.“

Die Auftragsvergabe sei für die zweite Oktober-Woche vorgesehen. Nach Informationen der Saarbrücker Zeitung sind dafür zwischen 3,5 und vier Millionen Euro im Budget vorgesehen.

Licht am Ende des Tunnels gibt es auch bei der Sanierung der Flutlichtmasten. Drei davon bereiten eine Stahlbaufirma und eine Lackiererei derzeit auf. Am vierten Mast, der noch im Stadion zwischen Süd- und Osttribüne steht, sind Sendeeinrichtungen eines Mobilfunk-Anbieters. Er soll abgebaut werden, wenn der baugleiche Mast, der bisher zwischen Süd- und Westtribüne stand, fertig ist. So entsteht kein längerer Ausfall der Sendeanlage.

Am neuen Funktionsgebäude laufen gegenwärtig die Fassaden- und Trockenbauarbeiten. Dass beim Bau dieses Stadion-Teiles Fehler passiert sind, will Dezerent Lukas nicht bestätigen. Er räumt aber Probleme ein: „Beim Ausbau des Funktionsgebäudes gab und gibt es zwischen den technischen Ausbaugewerken wie Elektro, Heizung, Sanitär, Lüftung und den parallel laufenden Trockenbauarbeiten erhöhten Koordinierungsbedarf. Das kommt bei der Größe der Baumaßnahme vor und ist kaum zu vermeiden. Diese Punkte arbeiten wir systematisch ab.“