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Sozialdienst katholischer Frauen Saarbrücken sucht Pflegefamilien

Saarbrücken : Pflegefamilien geben gestressten Kinderseelen Halt

Wenn Jungen und Mädchen nicht mehr in ihrem Zuhause bleiben können, sind Pflegefamilien wichtig. Und ständig gesucht.

Rund 81 000 Kinder und Jugendliche lebten im Jahr 2017 in Deutschland ständig in Pflegefamilien. Diese Zahl ist seit 2008 stetig angestiegen. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, weitere Pflegefamilien zu finden.

Der Pflegekinderdienst des Sozialdienstes katholischer Frauen in Saarbrücken, ein sogenannter freier Träger, nimmt als einzige Institution im Saarland diese Aufgabe im Auftrag des Jugendamtes wahr. Die Leiterin des Pflegekinderdienstes, Claudia Wölk, sagt: „Wir suchen in Kooperation mit dem Jugendamt sowohl nach Familien für die Bereitschaftspflege als auch für Dauerpflegeverhältnisse.“

In der Bereitschaftspflege geht es darum, dass Kinder, die das Jugendamt in Obhut genommen hat, kurzfristig in eine Familie vermittelt werden. Die Gründe können sich von Fall zu Fall unterscheiden. „Es kann sich dabei beispielsweise um häusliche Gewalt oder Vernachlässigung handeln“, erklärt Wölk.

Das Jugendamt tritt nach einer Inobhutnahme mit dem SkF in Kontakt. „Wenn das Jugendamt selbst keine geeignete Pflegefamilie für das Kind zur Verfügung hat, tritt es an uns heran“, sagt Katharina Holzer. Sie ist eine von zwei weiteren Mitarbeiterinnen im Team des Pflegekinderdienstes.

Zunächst informiert das Amt den Pflegekinderdienst über den Hintergrund des Kindes und dessen persönliche Situation. Danach beginnt die Suche nach einer Pflegefamilie, die zum Kind passt.

„Das Wohl der Kinder steht bei unserer Arbeit immer an allererster Stelle“, sagt Holzer nachdrücklich. Ein Kind, das nicht mehr zu Hause leben kann, wird zunächst in der Bereitschaftspflegefamilie untergebracht. Dann werde im nächsten Schritt geklärt, wo das Kind dauerhaft leben kann, sagt Wölk.

Wenn sich abzeichnet, dass eine Dauerpflegefamilie gesucht wird, arbeitet der SkF ebenfalls eng mit dem Jugendamt zusammen. Ist eine Familie gefunden, beginnt ein behutsamer Prozess, in dem das Kind schrittweise an das neue Familienumfeld herangeführt wird.

„Dies nimmt zirka acht Wochen in Anspruch, und das Kind wird dabei nach und nach in die Familie integriert“, sagt Holzer. Verlaufen diese Schritte erfolgreich, wird der Wechsel ins Dauerpflegeverhältnis vollzogen. Diesen Prozess begleiten die Mitarbeiterinnen des SkF intensiv und stehen allen Beteiligten mit Rat und Tat zur Verfügung.

Um diese Vermittlungsarbeit leisten zu können, müssen jedoch erst einmal Pflegefamilien im Vorfeld gefunden werden. „Wir sind dauerhaft auf der Suche nach Pflegefamilien und schulen sie auch, bevor sie jemanden aufnehmen“, sagt Katharina Holzer. Bei diesen Schulungen gehe es unter anderem um den richtigen Umgang mit seelisch verwundeten Kindern und den richtigen Umgang mit deren Biographie.

Aufgrund der Corona-Pandemie gab es eine solche Schulung erstmals online. Dennoch sei die Rückmeldung der Familien äußerst positiv gewesen, sagt Wölk. Sie und ihr Team sind auch nach der Vermittlung für die Familien da. So zum Beispiel bei Besuchskontakten mit der Herkunftsfamilie. Zudem beraten die Expertinnen vom Pflegekinderdienst  auch das Jugendamt, um die bestmögliche Lösung für die Kinder zu erreichen. Ausreichend Pflegefamilien zu finden, sei schwer. Aktuell seien einige Familien gefunden. Doch wenn die jemanden aufgenommen haben, könne man erst mal niemanden mehr vermitteln. Daher heben Holzer und Wölk hervor: „Wir sind froh über jede Familie, die Kindern ein behütetes Zuhause bieten möchte.“

Weitere Informationen über die Anforderungen an Pflegefamilien gibt es unter Telefon (06897) 99 98 89 1 bei Claudia Wölk oder auf der Internetseite des Sozialdienstes katholischer Frauen.

www.skf-saarbruecken.de