Sorge der Saar-Hoteliers: Völklinger Hütte kein Touristen-Magnet mehr? 

Sorge der Hoteliers : Völklinger Hütte kein Touristen-Magnet mehr?

Das Angebot an Hotelbetten wächst und wächst in der Landeshauptstadt, doch woher sollen die zusätzlichen Kunden kommen?

Mehr Übernachtungs-Anlässe müssen her, das ist Konsens unter Touristikern, Hoteliers und Wirtschaftsförderern. Umso besorgter fallen die Reaktionen aus auf die jüngsten Entwicklungen im kulturtouristischen Feld. „Zwei Kultur-Leuchttürme ohne führende Köpfe, das macht uns schon Sorgen“, sagt die Chefin der Tourismuszentrale Saar (TZS), Birgit Grauvogel, der SZ. Sie meint damit das Weltkulturerbe Völklinger Hütte und die Moderne Galerie (die SZ berichtete). Nach Grauvogels Einschätzung könnten die Programme und damit die Zugkraft beider Institutionen über eine sehr lange Zeit leiden – nicht nur bis zum Amtsantritt der neuen Direktoren. Sondern so lange, bis diese ihre eigene Linie gefunden hätten, mit der man dann auch werben könne. Meinrad Maria Grewenig habe zudem für das Weltkulturerbe über die Jahre eine „exzellente Kommunikation“ aufgebaut, von der der gesamte Saar-Tourismus profitiert habe. Diese Marketing-Wirkung sieht Grauvogel nun gefährdet.

Als „Schlag ins Kontor“ sieht auch die Präsidentin des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga Saar, Gudrun Pink, die Ablösung Grewenigs, ohne dass ein Nachfolger parat stand. Wenn 2020/21 auf Grewenigs letzte, die „Pharaonen“-Ausstellung, nichts Adäquates folge, werde die Hotellerie im gesamten Land dies bereits 2020 zu spüren bekommen, sagt Pink. „Die Busreise-Unternehmer haben ihre Tourenplanung längst fertig. Wenn sie nicht wissen, ob in Völklingen was Neues läuft, dann kommen sie eben einen Tag kürzer und uns fehlen diese Kunden.“ Positiv bewertet Pink, dass die Stadt Saarbrücken ihr Tourismusmarketing neu aufstellt. Trotzdem sieht sie ein riskantes Zeit-Leck zwischen der Realisierung der geplanten Infrastrukturmaßnahmen, etwa dem Bau eines Congress- und Messezentrums und einer Eventhalle, und dem schon jetzt explodierenden Hotelmarkt. Außerdem beunruhigen sie Signale, dass Großveranstaltungen dauerhaft nach Lebach abwandern könnten, der Anfang sei mit dem Udo-Lindenberg-Konzert 2020 gemacht. Nachweislich boomten Events dieser Art, aber in Saarbrücken mache man das Ludwigspark-Stadion nicht Open-Air-tauglich. „Es wäre notwenig aufzurüsten, doch da passiert zu wenig.“