Serie: Besondere Bibliotheken: Sie ist die Hüterin der Bücher

Serie: Besondere Bibliotheken : Sie ist die Hüterin der Bücher

Von Nicole Baronsky-Ottmann

Saarbrücken Die Bibliothek der Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBK) befindet sich in dem barocken Gebäude von Friedrich Joachim Stengel an der Westseite des Ludwigsplatzes. Wenn man das Foyer des ehemaligen Armen-, Waisen- und Zuchthauses aus den Jahren 1765 bis 1769 betritt, muss man nur rechterhand die Caféteria durchqueren, um in die Räume der Bibliothek zu gelangen.

Dort wird man von Ute Kaufmann oder Sonja Schallmo begrüßt, die als Diplom-Bibliothekarinnen die Bestände betreuen. Ute Kaufmann ist schon seit der Gründung der Hochschule 1989 dort, sie hat die Bibliothek mitaufgebaut und kann sich an die Anfänge noch gut erinnern. „Früher waren die Bücher in Kisten untergebracht, in einem kleinen Zimmer und im Keller. Unsere ältesten Bestände stammen von der ehemaligen Schule für Kunst und Handwerk, das ist schon einige Zeit her“, erzählt Ute Kaufmann.

Heute umfasst die Bibliothek ungefähr 17000 Bücher, Zeitschriften und Magazine sowie noch 1000 DVDs. Dabei haben sich die Bestände sehr verändert. „Früher hatten wir eher nur Bücher über Kunst und Fotografie. Denn der Architekturbereich wurde an die Hochschule für Technik und Wirtschaft abgegeben. Mittlerweile sind jedoch ganz viele neue Gebiete hinzugekommen, wie Design, Grafik, Comic, Urban Art, Klangkunst und Neue Medien“, fährt sie fort. Das liegt daran, dass jede neue Professur auch neue Themengebiete mit sich bringe und daher in diesem Bereich neue Literatur angeschafft werde.

Träger der Bibliothek als Teil der HBK ist das Bildungsministerium. Ziel der Bibliothek ist die Versorgung der Studierenden und der Lehrenden mit aktueller Literatur. Daher sind die meisten Nutzer der Bibliothek auch die Studenten und die HBK-Professoren. Allerdings ist die Bibliothek öffentlich, das heißt: Auch Außenstehende können sich hier Bücher ausleihen – und das sogar 14 Tage kostenlos.

„Wir haben auch Nutzer von außerhalb, das sind insbesondere Kunstkurse von Gymnasien, Leute, die in den Medien arbeiten, wie Redakteure, auch Theatermitarbeiter und natürlich die Kunsterzieher. Aber die meisten kommen aus dem Haus“, erläutert Ute Kaufmann.

Neben der Ausleihe, der Verwaltungsarbeit und dem Einkauf kümmern sich die beiden Bibliothekarinnen auch um die Aufnahme der Bestände in eine lokale Datenbank und in die Verbunddatenbank Südwest in Konstanz. Denn 2018 soll man die Bestände zudem online im Internet abrufen können.

Die Bibliothek arbeitet in der Arbeitsgemeinschaft der saarländischen Kunstbibliotheken mit. Veranstaltungen finden dagegen nur selten in der Bibliothek statt. „Manchmal präsentiert ein Student seine Abschlussarbeit. Oder es wird gemeinsam ein Film geschaut. Und dann gibt es natürlich noch die Einführung für die Erstsemester. Aber diese Veranstaltungen finden alle im Rahmen des Lehrbetriebs statt“, sagt die Bibliothekarin.

Und dann räumt sie ein, dass in letzter Zeit die Ausleihe an Studenten zurückgegangen sei. „Das liegt daran, dass viele Studenten mittlerweile als Abschlussarbeiten praktisch arbeiten. Die Prüfungen sind weniger theoretisch. Und viele informieren sich über den Bereich Neue Medien eher im Internet.“

So käme es mittlerweile vor, dass die Bibliothekarinnen von den 465 Studenten im Sommersemester 2017 einige gar nicht kennen. Trotzdem bleibe genug zu tun.

Die Bibliothek der Hochschule der Bildenden Künste Saar befindet sich in der Keplerstraße 3 – 5, Saarbrücken. Sie ist Montag bis Mittwoch von 9 bis 12 Uhr sowie  13 bis 16 Uhr, Donnerstag von 9 bis 15 Uhr, Freitag von 9 bis 12 Uhr geöffnet, auch während der  Semesterferien. Kontakt: Tel (0681) 92652106; E-Mail: bibliothek@hbksaar.de.

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