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Eintrittspreise in den Schwimmbädern steigen
Schwimmen in Saarbrücken wird teurer

Die Stadtwerke wollen weiter in die Schwimmbäder investieren. Davon soll auch das  Alsbachbad in Altenkessel profitieren. Hier wird Ende November ein Hubboden repariert. Die größte Investition 2018 wird ein neues Filterhaus im Totobad sein.
Die Stadtwerke wollen weiter in die Schwimmbäder investieren. Davon soll auch das Alsbachbad in Altenkessel profitieren. Hier wird Ende November ein Hubboden repariert. Die größte Investition 2018 wird ein neues Filterhaus im Totobad sein. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Stadtwerke Bäder GmbH erhöht 2018 die Eintrittspreise. Auch die Gebühren für Vereine und Schulen sollen steigen. Von Markus Saeftel

Viele Saarbrücker Schwimmbad-Fans müssen 2018 tiefer in die Tasche greifen. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Saarbrücken Bäder GmbH hat beschlossen, in den Kombibädern in Altenkessel und Fechingen, dem Totobad sowie dem Freibad und dem Hallenbad Dudweiler den Erwachsenentarif um 40 Cent auf 4,20 Euro zu erhöhen. Das entspricht einer Steigerung um 9,5 Prozent, teilte gestern Geschäftsführerin Gabriele Scharenberg-Fischer mit. Die Tageskarten für Kinder und Jugendliche werden nicht teurer. Das sei dem Aufsichtsrat sehr wichtig gewesen. Dafür steigen auch die Preise der Jahreskarten, auch für Kinder, denn diese Tickets würden wenig gekauft.



Scharenberg-Fischer und Dezernent Harald Schindel (Linke) begründen die Erhöhung mit den gestiegenen Energie- und Personalkosten. 27 Mitarbeiter werden in den Bädern eingesetzt, im Sommer sind es mit Saisonkräften rund 35, berichtet die Geschäftsführerin. Nach der Preiserhöhung lägen die Saarbrücker Bäder im saarländischen Durchschnitt. Nach ihren Angaben kostet in Püttlingen die Erwachsenenkarte 4,30 Euro, in Saarlouis 5 Euro pro Tag. 4 Euro verlange die Stadt Völklingen für die Mehrfachkabine. Wer eine Einzelkabine will, zahle fünf Euro. In Blieskastel sollen es gar 6,50 Euro sein. Dort gibt es auch Zeitkarten.

Die Geschäftsführerin betont, die „moderate Preiserhöhung“ sei angesichts der Verluste notwendig. Die betragen wegen des schlechten Sommers rund 2,94 Millionen Euro, 2016 seien es 2,4 Millionen Euro gewesen. „Wir müssen die Verluste in Grenzen halten und haben in den Bädern wenig Stellschrauben“, stellt sie klar. Gleichzeitig wolle sie das Angebot verbessern und zum Beispiel für Sportschwimmer öfter eine Bahn sperren. Das sei in diesem Sommer im Totobad sehr gut angenommen worden. Auch die Kinderspielnachmittage soll es öfter geben.

Eine weitere Erhöhung wird jetzt den Stadtrat beschäftigen. Denn die Gebühren für Vereine und Schulen in den Bädern sollen um durchschnittlich zwölf Prozent steigen. Das gelte auch für die Hallen und Sportplätze, sagt Sport­amtsleiter Tony Bender: „Das gefällt niemand. Ich habe bisher aber noch keine erbosten E-Mails erhalten.“ Scharenberg-Fischer ergänzt, sie habe in Altenkessel mit den Vereinen gesprochen, die das Bad nutzen. Diese hätten Verständnis gezeigt. Weitere Gespräche an den anderen Bäder-Standorten folgen. Wie Bender erklärt, habe die Stadt zuletzt 2013 die Gebühren erhöht. 2015 war die letzte Erhöhung bei den Bad-Eintrittspreisen. Damals hatten viele Freibad-Besucher in einer SZ-Umfrage Verständnis für die Erhöhung gehabt.

2018 stehen laut Stadtwerke Bäder GmbH wichtige Investitionen in den Bädern an. In Altenkessel ist die Hydraulik des Bodens im großen Becken kaputt, der für Nichtschwimmer angehoben werden kann. Dieser Hubboden werde Ende November repariert. Die größte Investition ist ein neues Filterhaus und ein Schwimmmeister-Raum für insgesamt 570 000 Euro im Totobad. Neue Blockheizkraftwerke erhalten das Kombibad Fechingen und das Hallenbad Dudweiler.

Kommentar

Bürger zahlen gern für attraktive Bäder

Zwar müssen auch die  Schwimmvereine 2018 tiefer in die Tasche greifen. Doch das werden sie akzeptieren. Die Vereine brauchen die Bäder als Trainingsstätte. Und sie waren es ja, die vor einigen Jahren erfolgreich gegen die Schließung von Bädern protestierten. Dass die Stadtwerke rechtzeitig das Gespräch mit den Vereinen suchen und um Verständnis werben, statt sie einfach zu überrumpeln, ist die richtige Strategie.

Natürlich ist jede Gebühren­erhöhung für die Vereine ärgerlich, weil sie diese wohl mit höheren Mitgliedsbeiträgen finanzieren müssen. Trotzdem scheint der große Aufstand auszubleiben.

Für den Stadtwerke-Konzern ist die Preissteigerung unumgänglich, wenn er keine Mitarbeiter entlassen, aber die Verluste bei den Bädern in Grenzen halten will. Die sind mit fast drei Millionen Euro nicht von Pappe. Wenn gleichzeitig die Stadtwerke weiter investieren und das Angebot ausbauen, wird keiner über höhere Preise in den Bädern maulen.