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Bildung braucht frische Luft
Schulhof der Zukunft ist nicht nur asphaltiert

Die futuristische Kombination von Kletterwürfeln auf dem Hof der Gemeinschaftsschule Bellevue.      
Die futuristische Kombination von Kletterwürfeln auf dem Hof der Gemeinschaftsschule Bellevue.       FOTO: Heiko Lehmann
Saarbrücken. Der Regionalverband will Raum zum Toben bieten und Ruhezonen schaffen. Jetzt war die Gemeinschaftsschule Bellevue dran. Von Heiko Lehmann

600 Schüler der Gemeinschaftsschule Bellevue können sich in den kommenden Wochen auf einen inoffiziellen Titel freuen. Denn sie werden den wohl abgefahrensten Schulhof des gesamten Regionalverbandes bekommen. „Man kann schon sagen, dass die Schule nach der Fertigstellung den schönsten Schulhof hat“, sagt Timo Hoffmann, der Bauingenieur des Regionalverbandes Saarbrücken, der den Schulhof auf der Bellevue konzipiert und die Baumaßnahmen begleitet hat.


Ein Kletterwürfel, ein Basketballfeld und eine Ruhezone mit Bänken sind direkt vor dem Schuleingang. Neben der Schule sind ein modernes Fußballfeld mit Kunstrasen und eine große, haushohe Kletterwand, für die es an der Schule drei extra ausgebildete Lehrer gibt. In den Osterferien wurde der Asphaltbelag auf dem Schulhof für 40 000 Euro erneuert. Was noch fehlt, sind die beiden Gummibodenbeläge (Fallschutz) um den Kletterwürfel und für das Basketballfeld. „Um diese beiden Beläge verlegen zu können, muss es ein paar Tage und Nächte mehr als 15 Grad sein“, erklärt Bauleiter Günter Ludwig.

Viele der 600 Schüler nehmen das Ganztages-Programm der Schule in Anspruch und sind von 8 bis 16 Uhr in der Schule. „Das ist ein Großteil des Tages, und deshalb müssen wir dafür sorgen, dass sich die Kinder ausreichend und ordentlich bewegen können, aber auch Ruhebereiche vorfinden. Schulhölfe auf denen es einfach nur eine asphaltierte Fläche gibt, sind nicht mehr zeitgemäß“, sagt Timo Hoffmann. 250 000 Euro hat der Regionalverband in den Gesamtumbau des Schulhofes auf der Bellevue investiert. Insgesamt wurden in den Osterferien 800 000 Euro für Schulen ausgegeben.



Auch am Otto-Hahn-Gymnasium wird der Schulhof erneuert. Für rund 165 000 Euro wird in mehreren Wochen die derzeitige Mischfläche in einen geregelten Schulhofbereich mit davon abgetrennter Parkfläche verwandelt. Der Regionalverband hat als größter kommunaler Schulträger im Saarland die Verantwortung für 74 Schulen an rund 50 Standorten.

In den kommenden fünf Jahren sollen rund etwa 90 Millionen Euro in die Sanierung der Schulen fließen. Denn: Nicht überall sieht es so vorzeigbar aus, wie auf der Bellevue. Die Schule am Ludwigsberg hat beispielsweise noch einen alten Asphalt-Schulhof. „Das wird eines unserer nächsten Projekte werden. Aber wir können nur ein Projekt nach dem anderen realisieren“, erklärt Bauingenieur Timo Hoffmann, der vom ersten Beigeordneten des Regionalverbandes Manfred Mauerer in den höchsten Tönen gelobt wird. „Wenn wir mehr solche Ingenieure hätten, würden wir viel schneller vorankommen. Aber die haben wir nicht. Wir würden liebend gerne welche einstellen“, sagt Manfred Maurer, der personelle Probleme als größtes Problem in Zukunft sieht.

„Auch den Baufirmen fehlen Leute. Sie würden gerne mehr Arbeiter einstellen, aber es gibt keine. Wir haben einen deutlichen Investitionsstau an unseren Schulen und wir haben das Geld dazu, diesen zu beheben, aber es fehlen Arbeitskräfte. Hinzu kommt noch,  dass in Schulen großflächig nur in den Ferien gearbeitet werden kann. Und genau dann müssen die Firmen auch ihre Arbeitskräfte bündeln können. 90 Millionen Euro ordentlich zu verbauen, kann schwerer sein, als man denkt“, erklärt der erste Regionalverbandsbeigeordnete.