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Schulen im Regionalverband Saarbrücken sind auf den Neustart vorbereitet

Kostenpflichtiger Inhalt: Unterricht ab Montag : Die Schulen im Regionalverband sind für den Neustart gerüstet

An den meisten Schulen im Regionalverband wird ab Montag wieder unterrichtet. Vieles wird sich durch die Pandemie ändern.

Wenn die Abschlussklassen ab der kommenden Woche wieder die Schulbank drücken, wird vieles nicht mehr so sein, wie es vor der Corona-Pandemie war. Denn für den Schulbetrieb hat das saarländische Bildungsministerium einen Hygieneplan entworfen, der konkrete Maßnahmen und Verhaltensregeln beinhaltet, die den Schulalltag in vielen Bereichen verändern werden.

An der Förderschule Lernen am Saarbrücker Ludwigsberg will Schulleiter Matthias Meyer den Montag dafür nutzen, um mit den  Schülern über diese Regeln zu sprechen. Das Gebot, mindestens zwei Meter Abstand zu halten, sowie die Pflicht, außerhalb des Klassenzimmers einen Mund-Nase-Schutz zu tragen, zählen zu den Maßnahmen, die den Schulalltag vorerst bestimmen werden. Die Schüler „müssen intensivst daran erinnert werden“, diese Regeln einzuhalten, sagt Meyer. Zudem sei es für Förderschüler besonders wichtig, die Gefahr der Corona-Pandemie richtig einschätzen zu können. Denn „die haben auch einfach Angst“, erklärt der Schulleiter.

Gespannt blickt auch Ralf Petermann auf den kommenden Montag. Der Leiter der Grundschule Pater-Eberschweiler in Püttlingen hat vor allem Sorge, dass seine Viertklässler sich in den Pausen zu nahe kommen könnten. Um diesem Problem vorzubeugen, werden die Klassen verkleinert. Vor den Corona-bedingten Schulschließungen gingen an seiner Schule noch 20 bis 21 Kinder in eine Klasse, ab Montag nur höchstens acht. Damit befolgt die Grundschule die Maßgabe des Bildungsministeriums, das Schüleraufkommen innerhalb eines Klassenzimmers an die räumlichen Gegebenheiten anzupassen. Zudem werden die Schüler morgens ab 8 Uhr in einem Zehn-Minuten-Rhytmus zur Schule kommen. Dementsprechend werden auch die Pausen zeitlich gestaffelt.

Dieses System wendet auch die Friedrich-Schiller-Gemeinschaftsschule in Heusweiler an. Dort werden am Montag die Schüler aus der neunten und zehnten Klasse den Unterricht wieder aufnehmen. Die rund 120 Jugendlichen sollen in „13 oder 14 Kurse“ aufgeteilt werden, erklärt Schulleiter Alexander Paschke. Er befürchtet, dass einige Schüler trotz der Schulöffnung weiterhin zuhause bleiben werden. „Ich kann mir vorstellen, dass es Eltern geben wird, die angesichts der aktuellen Lage Bedenken haben, ihr Kind wieder in die Schule zu schicken“, sagt Paschke. Diesen Eltern versucht der Schulleiter die Sorge zu nehmen. „Hygiene wird ganz groß geschrieben“, dafür sorge nicht zuletzt der Regionalverband als Träger der meisten Schulen.

Wie dessen Pressesprecher Lars Weber mitteilt, stehen „in allen Sanitärräumen in ausreichendem Maße Seife und Papier-Handtücher zur Verfügung“. Zudem sei neben der Reinigung der Sanitäranlagen veranlasst, dass Kontaktflächen wie Türklinken und Handläufe regelmäßig gereinigt werden.

Private Schulen, wie die Montessori-Schule in Friedrichsthal oder die Freie Waldorfschule in Altenkessel, werden zwar nicht vom Regionalverband versorgt, haben aber ihrerseits trotzdem für den Schulstart vorgesorgt. In Friedrichsthal bringen zusätzlich zur täglichen Reinigung der Sanitäranlagen viele Schüler ein eigenes Handtuch mit, wie Schulleiterin Anette Dragan erzählt. Auch in Altenkessel sind Seife und Papier-Handtücher vorhanden, wie es seitens des Sekretariats heißt. Schutzmasken seien zudem bestellt.

Um der Seuche so wenig Angriffsfläche wie möglich zu bieten, setzt das Berufsbildungszentrum Sulzbach auf offene Türen. Die rund 300 Schüler, die im Laufe der Woche vorbeikommen werden, sollen möglichst keine Türklinken anfassen müssen, erklärt Schulleiter  Josef Paul. Außerdem sollen seine Lehrkräfte die Schüler vor jeder Unterrichtsstunde fragen, ob sich jemand unwohl fühle. Dadurch sollen die Anzeichen einer Erkrankung möglichst früh erkannt werden.

Am Saarbrücker Ludwigsgymnasium starten am Montag 78 Abiturienten in den Endspurt. Gut zwei Wochen bleiben, um sich auf die Prüfungen vorzubereiten, die am 20. Mai beginnen. Die Teilnahme an dem Unterricht, der laut Schulleiter Christian Heib ausschließlich der Prüfungsvorbereitung diene, sei zwar grundsätzlich freiwillig, „aber wir erwarten, dass die Schüler kommen“. Schüler, die aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Schule gehen können, sollen weiterhin zuhause lernen können.

Unabhängig von der Schulform gilt vorerst eine Begrenzung auf 20 Wochenstunden. Das bedeutet für die Schüler neben neuen Verhaltensregeln auch einen neuen, abgespeckten Stundenplan.