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Otto-Hahn-Gymnasium
Schule setzt Zeichen für Menschenwürde

Das Banner über der Tür des Saarbrücker Otto-Hahn-Gymnasium soll die Arbeit für Demokratie und Menschenrechte spiegeln, die Lehrer, Schüler und Eltern dort leisten. 
Das Banner über der Tür des Saarbrücker Otto-Hahn-Gymnasium soll die Arbeit für Demokratie und Menschenrechte spiegeln, die Lehrer, Schüler und Eltern dort leisten.  FOTO: Ulf Scharra
St. Johann. Otto-Hahn-Gymnasium bezieht Stellung gegen Intoleranz, Rassismus und antidemokratische Tendenzen.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Ein Banner mit Artikel 1 unseres Grundgesetzes empfängt Schüler, Lehrer und Besucher des Saarbrücker Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG). Der Satz über der Schultür soll das Engagement des Gymnasiums für Menschenwürde und gegen Rassismus spiegeln.


Das Banner dokumentiert ein verstärktes Engagement der Schule gegen Vorurteile und Populismus. Angefangen hatte das alles mit einer Erklärung der Geschichtslehrer vom März 2017.

Sie begann mit den Worten: „Es geht jetzt um viel. […] Viel ernster geht es kaum.“ Anlass für die Erklärung waren damals eine „aus den Fugen geratene“ Welt einerseits und  eine „beängstigende Tendenz zu Abbau von Demokratie und Grundrechten“ andererseits. „Weltweit, in Europa und leider auch in Deutschland.“ Antidemokratisches und autoritäres Denken seien auf dem Vormarsch. „Wir sehen es in der Türkei, in Ungarn, in Polen, in Frankreich, in Holland und bei uns in Deutschland.“ Weiter heißt es in der Erklärung: „Menschenrechte und Menschenwürde werden zunehmend in Frage gestellt. Oft unmerklich!“



Zum einen „aktiv von Kräften, die wieder alte rechte Muster und Parolen aufgreifen, öffentlich propagieren und damit in unserer Gesellschaft verankern“. Zum andern von „fundamentalistischen Muslimen, welche die Freiheiten der Demokratie nutzen, um die Scharia in der westlichen Welt zu verankern“.

Hinzu komme eine „pseudoliberale Haltung, die alles gleichwertig abzuwägen scheint und keine verbindliche Basis in Demokratie und Menschenrechten mehr hat“. Und Gleichgültigkeit, die immer mehr um sich greife.

Das Banner am OHG mit dem ersten Satz des Grundgesetzes, der die normative Grundlage unseres Staates sei, soll Geschichtslehrer Ulf Scharrer zufolge  ein wenig zur Rückbesinnung beitragen. „Wer die Menschenwürde nicht beachtet, sie sogar bewusst missachtet, ist verfassungsfeindlich“, sagt Scharrer. Er betont zudem, das Banner und seine öffentliche Präsentation gingen nicht auf eine Einzelinitiative zurück. Die Gesamtkonferenz des OHG, bestehend aus Schulleitung, Lehrern, Eltern- und Schülervertretern habe das beschlossen. Scharrer weiter: „Wir hoffen auf Nachahmer – Schulen, aber auch andere Institutionen.“ Denn „wir dürfen den öffentlichen Raum nicht den Schreihälsen überlassen“.