| 20:34 Uhr

Die Freien Wähler wollen Antworten
Schmutz am Bahnhof und geklaute Poller

Sulzbach. In der jüngsten Sulzbacher Stadtratssitzung ging es um mangende Sauberkeit und um Ärger in Hinblick auf die Müllabfuhr.

  „Hier sieht’s aus wie in einem verbrannten Dorf“, machte Bernd Schlachter seinem Ärger Luft. Der Sprecher der Freien Wähler im Sulzbacher Stadtrat hatte für seine Fraktion unter dem Tagesordnungspunkt „Mitteilungen und Anfragen“ Klärungsbedarf wegen der Sauberkeit an mehreren heiklen Punkten der Innenstadt angemeldet. Zunächst monierte er die Müllentsorgung in der Auguststraße. Anwohner hätten seiner Fraktion mitgeteilt, dass die Abfuhr der Restmülltonnen nicht ordnungsgemäß funktioniere. Nach Rücksprache mit dem Entsorgungsverband Saar (EVS) liege dies wohl daran, dass die Abholfahrzeuge wegen hinderlich parkender Lastwagen  die Tonnen nicht direkt anfahren könnten. Nun hätten sich die Anwohner mit dem EVS geeinigt, dass sie die Tonnen in die Bahnhofstraße bringen und der EVS dort leert. „Leider wurden sie jedoch wieder befüllt, bevor die Anwohner ihre Mülltonnen zurückholen konnten“, sagte Schlachter.


Das zweite Aufrege-Thema beschäftigte sich mit der fehlenden Sauberkeit im und um den Bahnhof, über die man sich bereits seit Wochen ärgere. Schnaps- und Bierflaschen lägen herum, abends seien „Kampftrinker“ im Umfeld anzutreffen. Die neuen Scheiben an den Wartehäuschen im Gleisbereich seien bereits mit Graffiti verunstaltet, die Verschmutzung nehme generell weiter zu. „Aus unserer Sicht muss dringend Abhilfe geschaffen und nach einer Lösung für die Zukunft gesucht werden“, so Schlachter. Die Bahn würde nach  der Meinung der Freien Wähler  mehr Umsatz machen, wenn die Besucher keine Angst wegen der Vermüllung hätten. Er erinnerte an die Reinigungssatzung der Stadt Sulzbach im Außenbereich. In diesem Zusammenhang sprach er noch die Sauberkeit am Kirner Eck an, dem „schmutzigsten Bürgersteig in der ganzen Umgebung“. Als das Gebäude noch „als Gasthaus und Hotel genutzt wurde, war dieser Bürgersteig ein Musterbeispiel von Sauberkeit“, fügte er hinzu.

„Ich habe eine ähnliche Wahrnehmung“, sagte Bürgermeister Michael Adam zur Problematik am Bahnhof. Wobei er betonte, dass es nach seiner Beobachtung keine Jugendlichen seien, die sich dort zu gegebener Stunde „zusammenrotten“, sondern ältere Erwachsene. Er brachte eine Videoüberwachung ins Spiel, die eventuell nicht so problematisch umzusetzen sei, wie man vielleicht denken könnte.



Mit dem Innenministerium stehe man diesbezüglich bereits in Kontakt. Zudem wolle man den „Kriminalitätsbeirat“ reaktivieren, der seit seiner Gründung 2004 etwas ins Hintertreffen geraten sei. Richard Michaely, Leiter des Ordnungsamtes, erläuterte, dass die Deutsche Bahn lediglich Eigentümer des Bahnsteiges sei. Das Bahnhofsgebäude an sich und der Teil rechts davor seien in Privatbesitz. Wobei Letzterer derzeit an die Bahn verpachtet sei. Der Vorplatz gehöre der Stadt. Hier wolle man die Reinigung öfter bewerkstelligen.

Zur Müllabfuhr in der Auguststraße sagte Michaely, dass dort einst drei Poller standen, „die aus für mich unschlüssigen Gründen demontiert wurden“. Als die Firma Paulus noch für die Abholung zuständig war, hatten deren Mitarbeiter Schlüssel, um die Poller bei Bedarf auszuheben und so die Tonnen anfahren zu können. Mit dem jetzigen Unternehmen, Firma Becker, möchte man nun genauso verfahren. Die Poller würden schlicht geklaut werden, sagte Stefan Gorges, stellvertretender Leiter des Baubetriebshofes. Diese seien natürlich teuer und „das Kontingent erschöpft“.

Wie Bürgermeister Adam noch ausführte, hätte weder die Stadt Sulzbach noch der EVS eine rechtliche Handhabe gegen illegale Müllentsorgung. Nichts anderes sei es, wenn die Tonnen nach der ordentlichen Leerung von Fremden wieder befüllt werden.

(bo)