Modelleisenbahner : Schienen, Züge, Schafe und Täler

Modelleisenbahner : Schienen, Züge, Schafe und Täler

Der Modellbahnclub Dudweiler lud ein zum Tag der offenen Tür. Die SZ war dabei und hat viel über das filigrane Hobby erfahren.

„Hundert Schafe kann ich beisteuern“, sagt Gerd Heckel und lächelt.  Der stellvertretende Vorsitzende des Eisenbahn-Modellbahnclubs Dudweiler war am Sonntag ganz in seinem Element. Der knapp 20 Mitglieder starke Verein hatte zu seinem Tag der offenen Tür eingeladen. Über den Tag verteilt haben dann auch rund 80 Besucher den Weg ins Vereinsheim neben der Hubertus-Apotheke nach Herrensohr gefunden.

Gerd Heckel und Kurt Böhme, der Vorsitzende, nehmen sich Zeit für ihre Gäste und führen sie herum. Herzstück des Vereinsheimes ist wohl die Szenerie, die einen Großteil des Raumes ausmacht: Beeindruckende etwa 8 mal 5 Meter groß erstreckt sich die Landschaft, die die Vereinsmitglieder in jahrelanger Arbeit zum Leben erweckt haben. Einen am Watzmann orientierten Berg sieht man da – erbaut aus einem Holzgerüst und mit Vlies und Gips zu einem Monument gefertigt.

Eine Staumauer ist bereits errichtet, der dazu gehörende See kommt noch. Blaue Farbe mit Gießharz für einen besonderen Wasser-Effekt stellen diesen dar. Ein Viadukt, dem Pündericher Hangviadukt an der Mosel mit seinen mehr als 50 Bögen nachempfunden, steht dort ebenso wie ein Bahnbetriebswerk und ein Modell des Bonner Hauptbahnhofes, das diesem „zu 100 Prozent nachempfunden ist“, wie Heckel erklärt. Seit der Verein vor etwa zwei Jahren in den ehemaligen Lebensmittelladen in der Marktstraße eingezogen ist, arbeiten die Mitglieder bereits an dem beeindruckenden Werk im Modelleisenbahn-Maßstab H0.

Schienen, Züge, Berge, Täler: alles ist vorhanden – nur noch keine Begrünung, also Bäume und Sträucher. Menschen und Tiere fehlen ebenfalls noch, aber zumindest bei Ersterem kann Gerd Heckel Abhilfe schaffen, wie eingangs erwähnt. Heckel beschäftigt sich seit 1969 mit der Eisenbahn – im Großen wie im Kleinen. Böhmes Interesse für das Hobby Modelleisenbahn begann in den späten Siebzigern. Nun stehen die beiden also dem Eisenbahn-Modellbahnclub Dudweiler vor und versprühen bei ihrem Tun ordentlich Enthusiasmus. Trotzdem: „Es ist schwierig, an Nachwuchs heranzukommen“, sagt Kurt Böhme. Das werde sich wohl nur ändern, wenn man einen PC mit großem Bildschirm zum Steuern hätte, fügt er hinzu.

Neben der Riesen-Landschaft führten die Mitglieder bei ihrem Tag der offenen Tür auch zwei kleinere Strecken vor, beide jedoch in größerem Maßstab. „Spur 1“ und „Spur LGB“ laufen parallel auf einem Tisch und zeigen deutlich größere Modelle als H0. Dort findet man dann beispielsweise einen Pullmann-Express, der mit den Modell-Insassen in feiner Kleidung aus den Zwanziger und Dreißiger Jahren an den Orient-Express erinnert.

Viel gelernt haben die beiden übrigens durch ihr Hobby. So erklären sie, dass zur Grundausstattung der früheren Dampflokomotiven neben Wasser und Kohle auch Sand gehörte. Damit erzielte man bei Fahrten durch den Schnee in etwa den gleichen Effekt wie beim Salz streuen. Das werde teilweise sogar heute noch bei den Elektro-Loks angewendet.

In einem Teilstück der Trasse Richtung Bildstock beispielsweise geht es steil bergauf. Dort werde Sand vom „Besandungsdom“ auf der Lok auf die Gleise geworfen, um besseren Halt zu bekommen.

Treffen im Vereinsheim ist jeden Montag und Freitag um 19 Uhr im Vereinsheim, Marktstraße, Herrensohr, neben der Hubertus-Apotheke.

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