Schach: Die AG der Albert-Schweitzer Grundschule in Dudweiler feiert Erfolge

Schach-AG in Dudweiler : Dudweiler Schachmeister von morgen

Die Schach-AG der Albert-Schweitzer-Grundschule feiert seit mehreren Jahren auf Turnieren Erfolge.

„Das ist die italienische Eröffnung.“ Mohamads Hände huschen über das Brett, seine Augen glänzen euphorisch. „Und das die sizilianische, die habe ich nach einem Turnier gelernt.“ Das Spielen erfrische das Gehirn, erzählt der Zehnjährige: „Schach ist viel besser als Computerspiele.“ Mohamad ist einer der Schüler der Schach-AG an der Albert-Schweitzer-Grundschule in Dudweiler. Mit seiner Leidenschaft für das Brettspiel ist er in der AG nicht alleine. Wenige Minuten nach Beginn sitzen alle Schüler mit Brettern und Figuren an den Tischen und spielen eifrig gegeneinander. Und das freiwillig an einem Samstagmorgen.

Ruth Währisch, die Leiterin der Grundschule, ist stolz auf die Schach-AG. In den letzten Jahren gewann die Schule mehrfach die saarländischen Schulschach-Meisterschaften. Bei der erstmaligen Teilnahme an den deutschen Meisterschaften in diesem Jahr belegte das Team den 48. Platz von insgesamt 72 Teams. 24 Kinder sind aktuell für die Schach-AG angemeldet, davon einige Erstklässler. Die AG komme bei Schülern aller Altersklassen sehr gut an, sagt Währisch.

Auf die Frage, ob er bei Turnieren aufgeregt sei, zuckt der achtjährige Tristan mit den Schultern. „Eigentlich nicht“, antwortet er dann locker. Er ist seit einem Jahr in der Schach-AG. Das Lernen der Regeln sei ihm „ganz leicht“ gefallen. Mohamad und Mia, die beide bei den deutschen Meisterschaften für die Grundschule angetreten sind, waren dort vor allem wegen den anderen starken Spielern aufgeregt. Die Drittklässlerin trat bei den Meisterschaften als erstes Brett an, also als die spielstärkste Schülerin der AG. Sich mit den anderen Schülern zu messen sei gerade das Spannende an Turnieren, da sind sich die beiden einig. „Gegen Schüler zu spielen, die besser sind als ich, motiviert mich, selbst noch besser zu werden“, sagt Mohamad.

Für Ingo Zinnikus liegt die Faszination der Kinder an der Komplexität des Spiels. Der ausgebildete Schachtrainer leitet die AG seit 2012. „Schach wird oft in einer Reihe mit Brettspielen wie ,Mensch ärger dich nicht’ genannt, dabei sind die Unterschiede von der Schwierigkeit her sehr groß.“ Glück sei beim Schach kein Faktor. Außerdem seien die Kinder beim Schachspielen mit komplexen Problemen konfrontiert für die sie in kurzer Zeit Lösungen finden müssten. „Diese Fähigkeit können die Kinder im übertragenen Sinne auch in anderen Fächern benutzen“, erklärt Zinnikus.

Dazu komme die plastische Gestaltung der Figuren, die Schach vor allem für die jüngeren Spieler interessant mache. Schüler ohne Vorwissen über das Spiel sind in der AG genauso willkommen, wie Schüler, die die Regeln kennen. „Dieses Jahr haben wir es geschafft, die Kinder in nur vier Monaten so weit zu bringen, dass sie ihr erstes Turnier spielen konnten“, erzählt Zinnikus stolz. Anfänger könnten mit Minispielen, bei denen nur ein Teil der Figuren verwendet wird, Stück für Stück an das Brett herangeführt werden. In der AG lässt der Schachtrainer die Kinder viel frei spielen, bildet mit ihnen aber auch regelmäßig Kleingruppen mit Kindern auf gleichem Wissensstand. So können dann bestimmte Tricks oder Züge besser einstudiert werden. Die regelmäßigen Turniere fungieren als Leistungsüberprüfung. „Die Kinder sehen dann, welche Fortschritte sie in der AG gemacht haben, quasi wie bei einer Klassenarbeit“, sagt der AG-Leiter.

Konstantin Quartz, Mia Blanchette, Lira Förster und Mohamad Alani (von links) mit ihren Trophäen von der deutschen Meisterschaft. Foto: Alice Quartz

Eine solche „Klassenarbeit“ fand auch am letzten Samstag auf dem Saarländischen Nachwuchs-Cup in Eppelborn statt. Dort erreichten die beiden deutschen Meisterschafts-Teilnehmer Konstantin Quartz und Lira Förster jeweils den ersten Platz bei den unter zehnjährigen Jungen und den unter achtjährigen Mädchen.

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