Saisonstart im Saarbrücker Totobad

Saisonstart im Totobad : Seit 60 Jahren nass mit Spaß

Das Schwarzenbergbad – besser bekannt als Totobad – startete mit Regen in die Saison, in der einige Jubiläums-Aktionen geplant sind.

Das Wetter spielte leider nicht mit beim Start der Freibadsaison am Samstag. Einige Hartgesottene waren im Totobad in Saarbrücken dennoch im Wasser – trotz des strömenden Regens am Nachmittag. Und die Laune ließ man sich hier sowieso nicht verderben. Neben dem Start in die neue Saison feierte das Schwarzenbergbad am Wochenende nämlich noch seinen 60. Geburtstag.

„Es ist ein nostalgisches Gefühl, hier zu sein“, berichtet Peter Edlinger. Der Geschäftsführer der Saarbahn GmbH verbrachte einen großen Teil seiner Jugend im Totobad. „Mit dem Namen Totobad verbindet man immer nur eine schöne Zeit“, findet er. Für die Stadt Saarbrücken sei das Bad ein einmaliger Anziehungspunkt, der nicht zu ersetzen sei.

Der Meinung ist auch Heinz-Dieter Nix. Als Zeitzeuge der Einweihung des Bades ist der 72-Jährige eine der Personen, die dem Totobad am engsten verbunden sind. Der ehemalige Betriebsleiter des Bades ist auch heute noch praktisch jeden Tag vor Ort und sieht sich selbst dort als „Mädchen für alles“. Etwas besonderes ist das Bad für ihn vor allem wegen seiner Größe und der Lage. Vergleichbares gebe es in der Region nicht.

Auch deshalb bereut Peter Jacoby, Geschäftsführer von Saartoto, die damalige Investition seines Unternehmens nicht im Geringsten. Saartoto hatte der Stadt Saarbrücken das Schwarzenbergbad zum 50. Geburtstag 1959 geschenkt. Daher auch der heute geläufige Name „Totobad“. Das Bad sei Kommunikations- und Begegnungsstätte und habe einen gesellschaftlichen Stellenwert über die Stadt Saarbrücken hinaus, erklärt er am Samstag während des Jubiläumsempfang im Bad.

Für den 1970 zum Bademeister gewordenen Nix ist die Beziehung zum Totobad eine sehr persönliche. „Ich habe viel mehr Zeit hier verbracht, als zu Hause“, erzählt er lächelnd. Auf die Frage, was ihn noch dazu motiviere, jeden Tag ins Bad zu kommen, antwortet er schlicht: „Das ist halt mein Leben.“ Vor allem die Kameradschaft zwischen den Mitarbeitern sei es aber, die die Arbeit im Totobad so schön mache. Und auch der Kontakt zu den Besuchern, die er teilweise schon seit Jahrzehnten begleitet, mache die Arbeit unersetzbar.

Über die immer wieder diskutierte Schließung des Bades will Nix am liebsten nicht nachdenken – der Name des Bades fiel auch im letzten Jahr wieder, als über die Kosten einer Filtersanierung diskutiert wurde (die Saarbrücker Zeitung berichtete). Für Peter Edlinger wäre eine solche Schließung „ein großer Fehler“. Er wünscht sich stattdessen ein festes Zukunftskonzept für das Bad. Mit genügend Planungssicherheit könne sich das Totobad noch attraktiver aufstellen und noch mehr Leute anziehen. Auch Nix erhofft sich in der Zukunft für das  Bad vor allem finanzielle Investitionen für die vielen Sanierungen, die immer notwendig seien. Dafür setzt sich auch der 2005 gegründete Förderverein Totobad Saarbrücken ein. Vordringlichstes Ziel sei es aber, „den dauerhaften Erhalt des Bades zu sichern.“

Sehr chic, die Bademützen-Mode in den 1970er Jahren, als dieses Foto am Kinderplanschbecken im Saarbrücker Totobad entstand, das dieses Jahr 60. Geburtstag feiert. Foto: Fritz Mittelstaedt/Stadtarchiv Saarbrücken
So sieht das Saarbrücker Totobad heutzutage aus. Die Eröffnung der neuen Saison am Samstag war leider verregnet. Foto: Niklas Folz

Das Totobad verfügt heute über 70 000 Quadratmeter Geländefläche. Mehr als 110 000 Besucher sind jedes Jahr zu Gast. Die gesamte Freibadsaison, die gerade begonnen hat, wird für das Totobad im Zeichen des 60. Jubiläums stehen. Unter dem Motto „60 Möglichkeiten und mehr, das Wasser zu nutzen“, wird das Bad im Laufe der Saison noch zahlreiche Veranstaltungen anbieten, um seinen Geburtstag gebührend zu feiern.

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