Sängerin Nicole bringt ihr neues Album "50 ist das neue 25" heraus.

Interview Nicole : „Mit Ü-50 gehört man nicht zum alten Eisen“

Die saarländische Grand Prix-Siegerin von 1982 will nochmal durchstarten und mit ihrem Album „50 ist das neue 25“ Frauen Mut machen.

Am Freitag veröffentlichte Nicole ihr neues Album „50 ist das neue 25“. Wir sprachen mit der 54-Jährigen über ihr aktuelles Werk und ihre Pläne zum 40-jährigen Bühnenjubiläum 2020. Zu diesem Anlass gastiert die Siegerin des „Eurovision Song Contest“ (ESC) am 13. März in Kusel und am 14. März in Saarlouis.

Das neue Album heißt „50 ist das neue 25“. Wie ist dieser Titel entstanden?

NICOLE Es war meine Absicht, Frauen Mut zu machen, dass da noch etwas kommt jenseits der 50.

Welches ist aktuell Ihr „gefühltes Alter“?

NICOLE Im Moment alterslos. Ich bin gesund, habe keine Zipperlein – und wenn ich in den Spiegel gucke, lacht er…

In einem Titel singen Sie, dass Sie nichts mehr beweisen müssen. Wie wichtig ist Ihnen das?

NICOLE Sehr wichtig. Ich habe in meinem Leben schon so viel erreicht – beruflich wie privat. Und darauf bin ich stolz. Ich bin entspannt und gelassen.

In den neuen Liedern steckt viel frischer Wind und Abwechslung…

NICOLE Mit Ü-50 gehört man noch lange nicht zum alten Eisen. Im Gegenteil – jetzt kommt die zweite Welle.

Gleich bei sieben neuen Songs hat Heinz Rudolf Kunze mitgewirkt. Wie ist diese Zusammenarbeit entstanden?

NICOLE Ich habe das Album zusammen mit Heinz Rudolf Kunze gemacht, weil ich ihn schon immer bewundert habe. Wir kennen und schätzen uns seit 40 Jahren sehr, haben aber noch nie zusammen gearbeitet. Als mein Plattenvertrag vor zwei Jahren auslief, habe ich sofort an ihn gedacht. Wir haben uns beim Italiener getroffen und ich sagte ihm, dass ich jemanden brauche, der sich in das Denken einer Frau einfühlen kann. Das war eine Herausforderung für ihn, aber er hat sie sensationell gemeistert (lacht). Als er mir den Song „50 ist das neue 25“ und das Lied „Gerne am Leben“ zum ersten Mal vorgespielt hat, hatte ich Tränen in den Augen.

Andere Texte stammen aus Ihrer Feder. Wie wichtig war Ihnen das, und haben Sie ein Beispiel für die Geschichten, die dahinter stecken?

NICOLE In „Good Bye Hollywood“ rechne ich ein bisschen mit der Oberflächlichkeit in der Branche ab. Die Medienstädte haben zwar gelockt, aber ich bin meiner Heimat treu geblieben. Es ist wichtig, auch eigene Texte zu schreiben. Das macht alles noch authentischer.

Der Jugendwahn in unserer Gesellschaft wird immer größer. Was halten Sie von dieser gesellschaftlichen Entwicklung?

NICOLE Jünger auszuschauen, als man ist, finde ich ganz in Ordnung – wenn man es nicht übertreibt…

Welchen persönlichen Tipp haben Sie an die „reifen Mädels“?

NICOLE Seid wie ihr seid – und macht daraus das Beste. Alles andere wirkt albern.

2020 feiern Sie Ihr 40. Bühnenjubiläum. Wie begehen Sie persönlich dieses Fest und was erwartet die Fans?

NICOLE Eine Tournee ist bereits in Planung. Und mal sehen, vielleicht gibt’s noch ‘ne kleine Party…

Auf der Tour treten Sie ja auch in der Region auf…

NICOLE Ja, in Saarlouis und in Kusel. Das war die Idee des hiesigen Veranstalters. Also sogar zwei Heimspiele.

Wie weit ist für Sie der Abschied von der Bühne im Moment entfernt?

NICOLE Im Moment noch weit. Ich habe mit Heinz Rudolf so einen wertvollen Songschreiber und Menschen gefunden. Das schreit nach mehr!

Nach langer Abstinenz sind Sie vor einiger Zeit zum ESC zurückgekehrt und bei der deutschen Vorentscheidung aufgetreten. Wie stehen Sie aktuell zu diesem Wettbewerb?

NICOLE Ich finde, der ESC ist nach wie vor ein tolles Podium für noch nicht bekannte Künstler. Es wird immer noch live gesungen, Europa rückt an diesem Abend zusammen.

Wenn Sie auf 40 Bühnenjahre zurückblicken – gibt es etwas, was Sie aus heutiger Sicht anders machen würden, und welche Momente haben Sie besonders geprägt?

NICOLE Ich würde nichts anders machen. Alles war gut so wie es war. Geprägt haben mich all‘ meine Lieder – und „Ein bisschen Frieden“ ist aktueller, denn je…

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