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Saarland: Drogenfahnder stellen 169 Kilo Marihuana sicher​ - Haftbefehle

Drogenfahnder in Völklingen und Saarbrücken erfolgreich : 169 Kilo Marihuana: Drei Haftbefehle gegen deutsch-serbische Bande

Seit Jahresbeginn ermitteln Fahnder von Zoll und Landespolizeipräsidium gegen eine deutsch-serbische Drogenbande, die zur Abwicklung ihrer Geschäfte so genannte Krypto-Handys einsetzte. Am Freitag schlugen die Ermittler zu, beschlagnahmten insgesamt 169 Kilo Marihuana. Eine Frau und zwei Männer sitzen seit dem Wochenende in Untersuchungshaft.

Nach intensiven Ermittlungen schlugen die Spezialisten der gemeinsame Ermittlungsgruppe (GER) von Zoll und Saar-Polizei am Freitag in Saarbrücken und Völklingen zu. Sie hoben drei angebliche Mitglieder einer deutsch-serbischen Drogenbande aus. Bilanz der Großaktion: Insgesamt wurden, so bestätigte die Staatsanwaltschaft Saarbrücken auf Anfrage am Wochenende, 169 Kilo Marihuana im geschätzten Einkaufswert von mehr als 750 000 Euro sichergestellt. Die mutmaßlichen Bandenmitglieder nutzten zur Organisation und Abwicklung ihrer illegalen Geschäfte nach derzeitigem Stand der Dinge so genannte „Krypto-Handys“, angeblich abhörsichere, verschlüsselte Mobiltelefone. Die Drogenermittler konnten offenbar mitgeschnittene Telefonate erfolgreich auswerten.

Im Rahmen „kriminaltaktischer Maßnahmen“, so die Staatsanwaltschaft auf Anfrage unserer Zeitung, wurde am Freitag eine 29 Jahre alte Deutsche in Saarbrücken überprüft. Sie war offenbar als Kurierfahrerin unterwegs. In ihrem Auto wurden 20 Kilo Marihuana gefunden. Unmittelbar im Anschluss schlugen die Beamten in Völklingen bei einem 36-Jährigen zu. Er gilt als Haupttäter. In seinem Fahrzeug fanden sie 32 Kilo Drogen. Nächste Ziele der Ermittler waren anschließend die Wohnungen der Festgenommenen. In Saarbrücken in der Bleibe des mutmaßlichen Bandenchefs wurden weitere 87 Kilo Marihuana entdeckt. Und in der Wohnung eines 43 Jahre alten Serben in Saarbrücken wurden wiederum 30 Kilo der Betäubungsmittel beschlagnahmt. Bei dem 43-Jährigen soll es sich um den „Bunkerhalter“ handeln, der die Drogen deponiert hatte. Angeblich war der „Bunker“ in einem Lager für Früchte angelegt.

Das Trio wurde am Samstag dem zuständigen Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Saarbrücken vorgeführt. Der erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen die Frau und die beiden Männer. Ihnen wird Drogenhandel in nicht geringen Mengen, oder Besitz größerer Drogenmengen vorgeworfen. Ihnen drohen langjährige Freiheitsstrafen. Als Haftgrund wird Fluchtgefahr unterstellt. Sie sitzen jetzt in Saarbrücken und Zweibrücken in Untersuchungshaft.

Derweil gilt das weitere Interesse der Drogenfahnder von Zoll und Polizei möglichen Kunden und Abnehmern der Bande. Die Ermittlungen in diesem spektakulären Fall seien noch lange nicht abgeschlossen, heißt es.