Saarländische Wildvogelauffangstation Püttlingen legt Bilanz 2019 vor

Bilanz der Landes-Auffangstation in Püttlingen : Sommerhitze und fehlende Nistmöglichkeiten setzen Vögeln im Saarland zu

Die Saarländische Wildvogelauffangstation rettete 2222 Tiere aus 67 Arten. Gegen heimtückische Viren sind Helfer aber machtlos – und gegen die Hitze. Besonders eine Art hat damit zu kämpfen.

Seit 2016 gibt es die zentrale Wildvogelauffangstation (WiVo) des Saarlandes in Püttlingen. 2019  steigerten die freiwilligen Helfer die Zahl der geretteten Vögel im Vergleich zu den Vorjahren erneut: „Mit 2222 verunglückten Jung- und Altvögeln aus 67 Arten gab es einen neuen Aufnahmerekord“, heißt es im Jahresbericht der WiVo.

Die Vögel wurden medizinisch erstversorgt, gewärmt und gefüttert und mehr als zwei Drittel davon sind wieder in Freiheit.  Am meisten vertreten waren diesmal Mauersegler (270), Sperlinge (269), Mehlschwalben (72), Stockenten (59), Buntspechte (49), Rauchschwalben (34), Turmfalken (33) und Waldkäuze (16).

Dass diesmal nicht wie in den Vorjahren Amseln und Meisen die Rettungsstatistik anführen liegt vermutlich daran, dass es inzwischen weniger dieser Vögel gibt. Offensichtlich habe der Usutu-Virus viele dahingerafft, befürchten die WiVo-Helfer.

Mauersegler und Mehlschwalben, die gern in Mauerspalten und unterm Dach brüten, hätten wieder besonders unter der Sommerhitze gelitten: „Wenn es unter den Ziegeln zu heiß wird, lassen sich die jungen Mauersegler und Mehlschwalben aus dem Nest fallen und landen dann häufig in der Auffangstation.“

Eine Problemgruppe seien jedes Jahr auch die Turmfalken, weil sie hierzulande immer weniger Nistmöglichkeiten  fänden: „Die Kirchtürme sind verschlossen, und die Turmfalken versuchen dann verzweifelt, in defekten Hausverkleidungen ein Nest zu bauen. Dort ist es meist zu eng und deswegen nur eine Frage der Zeit, bis der Turmfalkennachwuchs aus dem Nest fällt und dann versorgt werden muss.“

„Mit dem Berufsbildungszentrum Völklingen hat der NABU Köllertal deshalb Nistkästen für Turmfalken bauen lassen, die an Interessenten abgegeben werden“, sagt der NABU-Vorsitzende Hans-Joachim Schmidt. Er würdigt die Unterstützung aus dem Umweltministerium, das für die Betriebskosten der WiVo, also etwa für Futter, Tierarzt, Medikamente und Strom, 25 000 Euro gezahlt habe.

Zudem finanziere das Ministerium Stellen von Teilnehmern am Freiwilligen Ökologischen Jahr und bezahle zwei Minijobs. Für eine weitere Minijob-Stelle komme der NABU-Landesverband auf, „so dass sich die personelle Situation weiter verbessert hat“. Dennoch sei die Station bei 2222 betreuten Vögeln auf die vielen ehrenamtlichen Helfer angewiesen, teilt das WiVo-Team um Anke Scherer, Silvia Vollrath, Christoph Scherer und Ralf Bamberger mit.

Wer die WiVo unterstützen möchte oder weitere Informationen wünscht kann sich melden unter Telefon (0 68 98) 8 70 66 05 oder Telefon (01 73) 9 42 20 01 oder per E-Mail an: wivo-saarland@t-online.de.