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Saarländer auf den Spuren der Beatles in der Abbey Road in London

Kostenpflichtiger Inhalt: In der legendären Abbey Road : Saarländer schreiben Musikgeschichte

Dustin Dooley kommt aus Homburg, Matthias J. Stalter aus St. Ingbert und Patrick Mordiconi aus Saarbrücken. Zusammen arbeiten sie in den legendären Abbey Road Studios in London – mit zahlreichen Weltstars.

Großes beginnt im Kleinen. Vor genau zehn Jahren starteten zwei saarländische Musiker ihre Karriere in einem Tonstudio in St. Ingbert. Heute befindet sich ihr Unternehmen Dooley Records in den legendären Abbey Road Studios in London – und sie schreiben und produzieren für Stars aus aller Welt. Nur sehr selten und unter besonderen Bedingungen wird der Presse gestattet, die Abbey Road Studios zu besuchen. Die Saarbrücker Zeitung durfte diese einzigartige Gelegenheit wahrnehmen.

Aber der Reihe nach: Dustin Dooley stammt aus Homburg. Der in London lebende Saarländer ist Songwriter und mit einer Schauspielerin liiert – ihren Namen möchte er nicht preisgeben. Dooley hat sich bereits mit sieben Jahren für das Klavier der Nachbarin begeistert. „Ich habe damals ohne zu fragen einfach Zahlen auf die Tasten geschrieben“, gesteht der 27 Jahre alte Sohn von Steven Dooley, einem international renommierten Professor der Medizinischen Fakultät Mannheim. Auch sein Onkel ist bekannt: Tom Dooley, früherer Bundesliga-Profi, bestritt mehr als 80 Spiele für die Fußball-Nationalmannschaft der USA, spielte unter anderem für den FC Homburg und war Trainer des 1. FC Saarbrücken. Doch mit Schule, Studium oder Fußball hatte Dustin Dooley wenig am Hut. Trotzdem legt er gerade eine Weltkarriere hin.

„Ich bin mit 17 aus der Schule ausgestiegen.“ Er hatte das Fachabitur am Homburger Mannlich-Gymnasium absolviert. „Mein Abschluss-Zeugnis habe ich nie abgeholt“, berichtet Dustin Dooley. „Schule und Studium sind für mich zu weit von der Realität entfernt. Ich wollte sofort loslegen, keine Zeit verlieren.“ Seine erste Band hatte er im Alter von 14 Jahren. „Wir haben in unserem Keller geprobt und meine Songs aufgenommen. An Erfolg hatten wir damals noch nicht gedacht.“ Doch dann traf Dustin Dooley 2010 den St. Ingberter Unternehmer und Musikproduzenten Matthias J. Stalter, der den damals 18-Jährigen sofort unter Vertrag nahm.

Die SZ in London in der Abbey Road, Teil 2

Stalter spielte bereits mit fünf Jahren verschiedene Instrumente. „Ich wusste damals schon, dass ich für Musik geboren bin.“ Er gab mit 13 erste Konzerte als Solist, genoss eine Ausbildung in klassischer Musik, wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Während seiner Zeit als wehrdienstleistender Soldat kam er in Köln mit der Tonstudio-Szene in Berührung und entschied sich für ein Studium zum Toningenieur. „Ich wollte nicht mehr reproduzieren, ich wollte etwas eigenes schaffen“, erklärt der 37-Jährige. Sein Ziel hat er erreicht. Heute komponiert er Filmmusik, dirigiert Sinfonie-Orchester in den Abbey Road Studios – doch das allein wäre dem Saarländer zu einseitig: Er ist auch Produzent für Rock, Soul, R’n’B und „International Pop“.

Der Saarbrücker Physiotherapeut Patrick Mordiconi ist regelmäßig zu Gast in den Abbey Road Studios, die mittlerweile zum Universal-Konzern gehören. Er betreut das Team und die Künstler von Dooley Records (mehr dazu im Interview). Bereits vor Jahren hat sich zwischen den drei Saarländern eine enge Freundschaft entwickelt. Dustin Dooley berichtet: „Patrick ist nicht nur ein ausgezeichneter Physio, er ist auch ein brillanter Coach, der uns besonders in den stressigen Situationen ein Gefühl der Erdung gibt. In seiner Anwesenheit fühlen wir uns entspannt und sicher.“ Außenstehende können sich vorstellen, wie turbulent und exotisch die Musikszene sein kann.

Als Team feiern Dooley und Stalter dieses Jahr ihr zehnjähriges Bestehen. Ihr Weg führte sie über Frankfurt nach Los Angeles, doch London wurde ihre zweite Heimat. Die beiden Produzenten und Songwriter haben sich am internationalen Musikmarkt einen Namen gemacht. Den Saarländern wurden 2018 sogar ihre eigenen Produktionsräume in den Abbey Road Studios angeboten. Seither tragen sie zur Geschichte des wohl berühmtesten Musikstudios der Welt bei.

Aktuell arbeiten Dooley und Stalter an dem Debüt-Album von David Fernandez, einem Sänger aus Manchester. Fernandez gehört seit mehr als zehn Jahren zur Abbey-Road-Familie – fast alle Stars, die dort ein- und ausgehen, sind mit ihm befreundet. Die Saarländer hat er im Frühjahr 2018 an der Bar der Studios kennengelernt. Das Schicksal hatte sie in der Millionen-Metropole im Herbst des gleichen Jahres wieder zusammengeführt, als sie sich in der Liverpool Street zufällig über den Weg liefen. Stalter berichtet: „So etwas kann einem mal in der Saarbrücker Fußgängerzone passieren – aber nicht hier unter neun Millionen Menschen.“ Fernandez, der seit 25 Jahren in London lebt, ergänzt: „Einen Tag später verabredeten wir uns in der Abbey Road – und ich war von den Deutschen begeistert. Ihre Perfektion ist einzigartig. Matthias und Dustin gehören zu den Weltbesten ihres Fachs. Sie sind unglaublich.“

Im Februar wird Fernandez’ seine dritte Single „Love can wait“ veröffentlichen. Aufgenommen haben sie die Ballade in der Abbey Road in Studio 2 an einem verregneten Herbsttag. Im Sommer erscheint dann das Album. Es heißt „David Fernandez“ und beinhaltet zwölf sogenannte klassische „Adult Contemporary/International Pop Songs“ – mit Einflüssen des Londoner West End. Ein solches Album war schon immer der Traum von Fernandez. Verwirklichen konnte er ihn mit Saarländern. An den Aufnahmen haben auch Musik-Legenden wie Nile Rodgers und die Grammy-Award-Gewinner Giles Martin und Guy Massey mitgewirkt – sowie Hans-Martin Buff, der für seine exklusive Zusammenarbeit mit Prince bekannt ist.