Saarbrückerin Lisa Vuoso will DSDS als Sprungbrett nutzen.

DSDS-Kandidatin aus Saarbrücken : Sie sucht nicht, sie will gefunden werden

Die Saarbrückerin Lisa Vuoso hat als Kandidatin die neue Staffel der Serie „Deutschland sucht den Superstar“ eröffnet.

Lisa Vuoso hat es vermutet: Von der Information, dass die Bahnhofstraße in Saarbrücken 150 Jahre alt ist und das gerade gefeiert wurde, lässt sich ein Pop-Titan nicht beeindrucken. Sie hat es Dieter Bohlen, dem Chefjuror der RTL-Sendung „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS), trotzdem erzählt. Diese Szene wurde am Ende zwar rausgeschnitten, aber die 29 Jahre alte Saarbrückerin war ja auch nicht zum Plaudern in Köln. Sie wollte die Jury und das Publikum davon überzeugen, dass sie singen und einen guten Auftritt hinlegen kann. Das ist gelungen.

Lisa Vuoso stand vor einigen Tagen als erste Kandidatin der neuen DSDS-Staffel vor der Jury, redete, tanzte, sang ein deutsches und ein englisches Lied. Und am Ende der 20 Minuten schickten Dieter Bohlen, Oana Nechiti, Xavier Naidoo und Pietro Lombardi sie in die nächste Runde. Lombardi gab ihr den Rat, besser bei deutschen Liedern zu bleiben, erzählt sie. Naidoo und Nechiti drückten Anerkennung für ihre Leistung aus. Nur „Dieter Bohlen fand mich nicht so gut“, erzählt Lisa. „Vielleicht bin ich nicht sein Typ, oder vielleicht ist es auch seine Rolle“, vermutet sie.

Und ein wenig mag es auch ihrer extremen Nervosität geschuldet gewesen sein, dass nicht alles perfekt lief, sagt sie. Sie singt zwar seit ihrem fünften Lebensjahr („Da hat mich die Mama in den Kinderchor in Bübingen gesteckt“), hatte bereits bezahlte Auftritte vor Publikum und hat an Gesangswettbewerben im Saarland und auf der italienischen Insel Istra, der Heimat ihres Vaters, teilgenommen. DSDS ist schon ein größeres Ding. „Man wird bewertet von vier Menschen, die viel Ahnung und selbst viel erreicht haben. Und die Kamera ist da“, sagt Lisa. Aber alles in allem sei es gut gelaufen.

Nun wartet die Einzelhandelskauffrau, die fürs Saarbrücker City-Marketing arbeitet und dort unter anderem die Festlichkleiten zum Bahnhofstraße-Jubiläum vorbereitet hat, auf einen Anruf des Senders. Sie wisse, dass es Leute gibt, die sagen: „Die singt eben da jetzt eben mal ein bisschen, wird es aber nicht schaffen.“ Denen und sich selbst will sie in der nächsten Runde beweisen, dass sich die harte Arbeit lohnt. „Ich möchte als eigenständige Künstlerin akzeptiert werden. Und ich wünsche mir, dass Menschen auf mich aufmerksam werden, die mit mir arbeiten wollen.“

Dafür müsse sie den Wettbewerb nicht ganz am Ende als Siegerin verlassen. So weit zu kommen, könne schon die nötige Aufmerksamkeit erzeugen. Sie hat bereits ein Musikvideo gedreht. Texte und Melodien schreibt sie selbst. Nun hofft sie, dass ein Musikproduzent „die Beats hat, die zu mir passen“.

Sie sei da sehr selbstbewusst, sagt Lisa. „Nicht DSDS hat mich unter die Fittiche genommen, sondern ich nehme DSDS als Plattform, um zu zeigen, dass ich mehr kann, als nur auf einem Weihnachtsmarkt zu singen.“ Und sie sei nicht bereit, jeden Preis für eine Karriere als Musiker zu zahlen. Sie wolle nicht zu einer Kunstfigur werden, die so ist, wie der Musikmarkt es erfordert. „Ich lasse mich nicht zu sehr verändern“, sagt sie.

Und wenn das mit der ganz großen Sängerinnenkarriere nicht klappt, sei das auch kein Drama: Sie hat ihr treues Publikum in der Region. Und der Job beim Saarbrücker City-Marketing sei auch wunderbar. Nicht nur, weil sie dort viel über die Saarbrücker Bahnhofstraße reden kann.

Wer Lisa Vuoso live erleben möchte: Ihr nächster Auftritt ist am 26. Januar, 19 Uhr, im Alt-Saarbrücker Restaurant „Die konkrete Utopie“, Hohenzollernstraße 79.

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