Saarbrücker Rapper setzen sich für ihr „Saarbrooklyn“ ein

Kostenpflichtiger Inhalt: Protest gegen Saarbrücken-Film : Saarbrücker Rapper setzen sich für „Saarbrooklyn“ ein

Mehrere Rapper aus Saarbrücken haben ein siebenminütiges Video gedreht, in dem sie sich gegen einen Beitrag von Spiegel-TV über ihre Heimat zur Wehr setzen.

Unter dem Titel „Saarbr66klyn – Wir spiegeln uns selbst“ haben sich im Juli 23 Saarbrücker Künstler zusammengeschlossen, um ein Musikprojekt auf die Beine zu stellen, das ihre Heimatstadt musikalisch repräsentieren soll. Anlass war ein viel diskutierter Beitrag von Spiegel TV über soziale Brennpunkte in der saarländischen Landeshauptstadt (wir berichteten). Das aufwendige Projekt unter der Leitung des Rappers ToBlerUno ist seit Sonntag auf der Videoplattform Youtube zu sehen.

In der rund dreiwöchigen Produktionsphase entstand ein über sieben Minuten langes Rap-Video, in dem die Saarbrücker nicht nur Aufnahmen aus ihrer Stadt zeigen, sondern sie auch lyrisch gegen die „Berichterstattung aus unterster Schublade“, wie sie es in dem Lied nennen, des Spiegel TV-Beitrages verteidigen. Organisator ToBlerUno konnte für das Video zahlreiche Saarbrücker Rap-Größen gewinnen, unter anderem auch EstA, der 2017 mit seinem „Saarland-Song“ Schlagzeilen machte. Zu zeigen, dass Saarbrücken mehr zu bieten hat und es auch andere Seiten gibt, als die, die von Spiegel TV gefilmt wurden, sei das Ziel gewesen, teilte Nico Ott, einer der Produzenten und Rapper des Videos, bereits vor der Veröffentlichung mit.

Der Spiegel TV-Beitrag „Saarbrooklyn – Am Rande der Gesellschaft“ war am 15. Juli auf RTL ausgestrahlt worden. Er zeigte, wie Abhängige in der Innenstadt Drogen konsumieren. Außerdem ging es um angeblich schlechte Wohnverhältnisse auf der Folsterhöhe. Die Stadt Saarbrücken hatte in der Folgewoche offiziell Programmbeschwerde gegen den Beitrag eingelegt und diese unter anderem mit einseitiger Berichterstattung begründet.

Der Leiter des Drogenhilfezentrums Saarbrücken, Peter Becker, hatte den Spiegel TV-Journalisten außerdem vorgeworfen, einen Drogenabhängigen bezahlt zu haben, damit dieser sich vor der Kamera eine Spritze setzt. Spiegel TV hatte die Vorwürfe dementiert.

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