Saarbrücker Radio-Mann zweifelt an Mondlandung

Mondlandung : Gänsehautmoment oder Weltraum-Märchen?

Wie ein Raumfahrt-Fan und ein Skeptiker die erste Mondlandung bewerten, die an diesem Sonntag 50 Jahre her ist.

In der Nacht zum 21. Juli 1969 saßen 500 bis 600 Millionen Zuschauer weltweit vor den Fernsehgeräten. Sie verfolgten die Übertragung der Mondlandung von Apollo 11. Eagle hieß die Landefähre. Einer, der zusah, war der Saarbrücker Dieter F., damals 20 Jahre alt und Student.

„Die Zeit war geprägt von einer Begeisterung für den Weltraum und natürlich vom Wettlauf zum Mond“, sagt er. Der technikbegeisterte Saarländer studierte 1969 Geschichtswissenschaften und war für diesen Abend extra mit seiner Familie und mit Nachbarn verabredet, um das Ereignis verfolgen zu können. „In der Nachbarschaft wurden sogar Kinder des Nachts von ihren Eltern geweckt, damit sie dieses bahnbrechende Ereignis nicht verpassten. Ich kenne sogar eine Familie, die die bevorstehende Mondlandung zum Anlass nahm, sich einen Fernseher anzuschaffen.“

In der Nacht wurde aus einem eigens eingerichteten Sonderstudio der ARD berichtet, dem Apollo-Studio in Köln. „Bereits Tage zuvor drehte sich in Funk- und Printmedien alles um die Mondlandung“, sagt Dieter F. So wurden damals extra Informationsgrafiken gefertigt und Informationssequenzen gedreht, wie sie in der heutigen Berichterstattung selbstverständlich sind, um dem Zuschauer das Geschehen bis ins Kleinste erklären zu können.

Die Übertragung vor und nach der Hintergrundberichterstattung beschreibt Dieter F. als „schemenhafte Schwarz-Weiß-Aufnahmen“, die in ihm ein „Wir schaffen das!“-Gefühl auslösten.

Der damalige Perry-Rhodan-Fan verschlang ab seiner Jungend die wöchentlich erscheinenden Abenteuer des Science-Fiction-Helden. Die Heftromane vermittelten ab den sechziger Jahren eine Ahnung, was in der Raumfahrt einmal möglich sein sollte.

Sie greifen den Kalten Krieg sowie den damit einhergehenden Wettlauf um die Eroberung des Universums auf. Was bei Perry Rhodan noch Fiktion war, machten die US-Astronauten zur Wirklichkeit.

Dieter F. bekam eine Gänsehaut, als die Mondlandung dann letztlich glückte. Und besonders, als Neil Armstrong die berühmten Worte sagte: „Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer Sprung für die Menschheit.“ Alles schien plötzlich möglich zu sein.

Möglich ja, das findet auch Roland Helm. Aber der ehemalige SR-Radiomoderator, der unter anderem auch für die ARD als Korrespondent in Washington war, hat seine „Zweifel, dass es so stattgefunden hat“. „Ich bin kein Freund und kein Anhänger von Verschwörungstheorien“, sagt der 68-Jährige.

Aber er hat einiges über die Mondlandung gelesen, und da stimme ihn manches Detail nachdenklich. Er glaubt: „Die Bilder stimmen nicht mit dem überein, wie das Klima auf dem Mond ist“, sagt Helm. So wie die US-Flagge sich bewege, funktioniere das auf dem Mond nicht, hat er gelesen.

Was ihn auch skeptisch macht: „Es ist dann nichts mehr passiert. Die Space Shuttles sind immer nur um die Erde geflogen. Und die Amerikaner haben es gerade so geschafft, ihre Leute zur Raumstation ISS zu bringen.“ Das passe nicht zu einer erfolgreichen Mondlandung. Vielleicht seien die Amerikaner sogar auf dem Mond gewesen, die Bilder dazu seien aber erst danach getrickst worden, spekuliert Helm.

Roland Helm. Foto: Rich Serra. Foto: Rich Serra

Etwas gebe es aber auch, was ihn am Zweifel zweifeln lasse: Aus seiner Zeit als Korrespondent in Washington wisse er, „dass Geheimdienste viel machen, nicht nur die amerikanischen“. Und wie der Name schon sage: Geheimhaltung ist das Geschäft der Profis. Beim Projekt Mondlandung seien aber nicht nur solche Profis beteiligt gewesen. Die Frage sei also: „Wieso hat bisher niemand den Mund aufgemacht?“

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