Saarbrücker Narren starten mit viel Schwung in die Session

Närrisches Wochenende : Narren starten mit viel Schwung in die Session

„Kesselflicker“ und „Quassler“ feiern ausgelassen in Altenkessel und Gersweiler, die „Mir sin do“ in Burbach.

Den Bergmannsgruß will der neue närrische Regent unbedingt mit in den Schlachtruf seines „Kesselflicker“-Volkes integrieren. Das hat Torben Etgen, kaum von Sitzungspräsident Wolfgang Bogler zu „Prinz Torben dem Ersten“ gekürt, seinem Gefolge verkündet. Wie genau das funktioniert, will er noch ergründen, vorerst klingt das so: „Glück auf, Altenkessel, auf unsere Fasenacht ein dreifach Alleh“ ... Hopp!“, so vollendet das Publikum prompt und beweist, dass es verstanden hat.

Das Bergmannsgen hat Prinz Torben der Papa Volker mit auf den Lebensweg gegeben. Zusammen mit ihm und anderen bildet er den Vorstand des Vereins, der sich dem Erlebnisbergwerk Velsen verschrieben hat. Diese ehemalige Ausbildungsstätte für Bergleute haben die Kesselflicker übers Jahr besucht. Beim Plausch hat sich ergeben, dass die designierte Prinzessin Morena Rinoldo noch einen Prinzen sucht. Der zündende Funken zur Etgen-Zusage ist wohl Sitzungspräsident Bogler, neuerdings auch Vorsitzender der „Kesselflicker“, zu verdanken. So erzählt man es sich bei der Inthronisierung auf der „Kesselflicker“-Bühne.

Die farbenfrohe Kulisse dazu hat einmal mehr Theo Colani federführend gestaltet – passend zum Motto „Närrisches Saarhundert 1920 – 2020“. Prägend beim Bühnenbild sind neben des alles bestimmenden Saarland-Grundrisses ein Hochofen und ein Förderturm – so schließt sich der Kreis zum Karnevalsprinzen. Seine Prinzessin Morena hat närrisches Blut in ihren Adern: „Unsere Kesselflickerbühne ist so etwas wie mein Zuhause.“ Von Kleinauf hat sie hier getanzt und Spaß verbreitet: „Und sogar meinen 18. Geburtstag habe ich hier auf der Bühne mit Euch gefeiert.“ Jetzt schaut sie sich von der Prinzenloge aus das närrische Treiben an. Etwa, wie Ex-Prinz Hendrik Groß erstmals an der Seite von Domnin Gelmedin – ebenfalls ein ehemaliger Kesselflicker-Regent – das jecke Büttenduo „Curty und Siggie“ gibt.

Während die „Kesselflicker“ ihre Orden bereits pünktlich zum Sessionsstart am 11. November vorgestellt haben, gibt es den neuen „Quassler-Orden“ zur Session erst bei einer Ordensmatinée im neuen Jahr. Den Sessionsstart feiern die Vereine gleichzeitig, während die „Kesselflicker“ in der heimischen Altenkessler Jahnturnhalle tagen, zieht es die Klarenthaler in die Turnhalle Gersweiler. Und das schon seit Jahren. Die volle Halle belegt, dass dieser Umzug in den Nachbarstadtteil gerechtfertigt ist. Präsident Patrick Topp und Moderator Sascha Otto führen durch das Programm. Größen der Saarbrücker Narrhallas bieten sie auf. So geben sich der Fidelius, Elfriede Grimmelwiedisch und der Hausmeischda das Mikrofon in die Hand. Große Auftritte haben die „Quassler“-Garden. Von der Jugend über die Junioren und die Aktiven bis hin zur Mamagarde bieten die Klarenthaler Karnevalisten alles auf. Die Solisten stellen sie sogar im gemischten Quintett als „Solisten-Medley“ zusammen.

Tanzmariechen Serena Jost sorgte für Stimmung bei der „Mir sin do“. Foto: BeckerBredel
Der Marschtanz der „Quassler“-Jugendgarde. . Foto: BeckerBredel

Die Tradition halten sie auch bei der „Mir sin do“ im Bürgerhaus Burbach zur Sessionseröffnung hoch. Ehe das närrische Treiben beginnt, wird die am Samstag nach Aschermittwoch beerdigte Fastnacht aus dem Todesschlaf erweckt. Kaum hat die zu Beginn noch trauernde Witwe MSD-Präsident Jupp Weis Zepter, Präsidentenkette und Kappe übergeben, lässt dieser die Besucher den närrischen Eid ablegen. Angeführt von Tanzmariechen Serena Jost haben die Burbacher auch allerhand Garden aufzubieten – und die stets gut gelaunten Saarsittiche Angela und Armin, die so ziemlich jeden närrischen Hit im Repertoire haben. Neben dem Hausmeischda hat sich die MSD außerdem die „Revo Boys“ eingeladen. Die zeigen, wie auch in Altenkessel und Gersweiler, ihren rasanten Tanz zum Discofieber und reißen allerorts ihr Publikum von den Sitzen.

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