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Saarbrücker müssen sich auf lange Bauarbeiten am Ludwigskreisel einstellen

Staus und Umleitungen in Saarbrücken : Am Ludwigskreisel staut sich’s noch lange

Die aufwendigen Umbauarbeiten am Saarbrücker Ludwigskreisel werden Anwohner und Autofahrer noch lange auf eine Geduldsprobe stellen. Nach Ansicht der Stadt wird sich das aber am Ende lohnen.

Die Bewohner des Saarbrücker Rodenhofs leiden unter der aktuellen Verkehrssituation gleich mehrfach. Bei Veranstaltungen in Saarlandhalle oder Ludwigspark kommt es zu Parkplatz-Suchverkehr, und während der Rush Hour neuerdings auch zu erheblichen Staus, und zwar vor allem stadteinwärts in der Straße am Ludwigsberg, in der Grülingsstraße und in der Camphauser Straße (wir berichteten).

Um die Verkehrslage zu verbessern, lässt die Stadt Saarbrücken seit April umfassende Bauarbeiten im Umfeld des Ludwigskreisels vornehmen. Am Freitag wurde die Verkehrsführung nun umgestellt für die zweite Bauphase. Dazu wurde im laufenden Verkehr für längere Zeit die Ampel abgeschaltet. Erhebliche Staus waren die Folge.

Um neue Verkehrsströme zu regeln, mussten die Ampeln komplett umgestellt werden. Im laufenden Betrieb gehe das nicht, hieß es. Sieben Wochen lang ist jetzt noch einmal alles anders als bisher: Eine Bushaltestelle wird umgebaut, ebenso die Querungsinsel am Sittersweg.

Damit in diesem Nadelöhr gearbeitet werden kann, wird die Straße Richtung Eurobahnhof gesperrt. Der Verkehr muss einen ziemlichen Umweg hinnehmen über die Camphauser Straße zum Rodenhof, was in den Wohngebieten für eine merkliche Mehrbelastung sorgen wird, wie Michaela Kakuk von der Pressestelle der Stadt mitteilte.

Die Stadt rechnet infolgedessen mit höherem Verkehrsaufkommen und deutlichen Behinderungen auf den Umleitungsstrecken. Zumal über den Stadionweg eine Notfallstrecke für Rettungsdienste zum Quartier Eurobahnhof eingerichtet wird – für die aber im Gegenzug zwischen dem Kreisel Eurobahnhof und dem Sittersweg die Straße bergab komplett gesperrt wird. Dort, wo gerade schon vor der Einrichtung der Baustelle ganz erhebliche Verkehrsströme, insbesondere durch die Neuansiedlungen größerer Unternehmen im Quartier Eurobahnhof entstanden sind, müssen jetzt für mehrere Wochen Vollsperrungen hingenommen werden. Die Stadt empfiehlt, den ausgeschilderten Umleitungsstrecken zu folgen. Zumal es zum Rodenhof hin und aus ihm heraus ohnehin keine alternativen Schleichwege gibt – bis auf den Stadionweg, der jetzt aber Rettungsdiensten vorbehalten bleibt. Zwei Schrankenanlagen sollen sicherstellen, dass private Nutzer den Weg nicht nehmen. Zweimal täglich werde man diese Schranken auch kontrollieren und bei Bedarf schließen, teilte Stadt-Pressesprecher Thomas Blug auf SZ-Anfrage mit.

Die Stadtverwaltung ist sich bewusst, dass der Umbau für Autofahrer und Anlieger eine erhebliche Belastung darstellt. Trotzdem seien langfristig deutliche Verbesserungen zu erwarten, insbesondere durch eine neue Fahrspur zum Ludwigskreisel mit Abbiegemöglichkeit zur Camphauser Straße, teilt die Stadt mit.

Die Baustelle in der Grülingsstraße wird dabei in der Zukunft noch mehrfach umgebaut. Auch die Verkehrsführungen werden dann nochmals geändert. Diese Pläne will die Stadt aber erst später vorstellen, wenn es soweit ist.

In zwei Wochen soll die Verkehrsführung rund um den Ludwigskreisel erneut angepasst werden. Dann kann man vom Eurobahnhof wieder direkt zum Ludwigskreisel fahren. Allerdings seien an zwei Wochenenden Asphalt-Arbeiten geplant. Dann werde es erneut Vollsperrungen geben. Die Baustelle am Ludwigskreisel wird also Autofahrer und Anlieger noch wochenlang auf eine Geduldprobe stellen. Bei der Stadt ist man überzeugt, dass sich die Verkehrssituation nach Abschluss des Projekts dann allerdings deutlich verbessern werde – und das nicht nur für Autofahrer. Das Projekt sehe barrierefreie Fußgängerüberwege vor, barrierefreie Bushaltestellen, eine Neuaufteilung der Fuß- und Radwege und eine komplette Fahrbahndeckenerneuerung, wie die Stadt mitteilt.