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Saarbrücker Giu überzeugt mit Kapital

Kommentar : Wer privatisiert, der verliert

Die Giu beweist: Wir müssen gar nicht krampfhaft alles privatisieren. Städtische Beteiligungsfirmen sind nicht automatisch unproduktiv und defizitär. Nein. Sie können durchaus sehr erfolgreich sein.

Voraussetzung: Die zuständigen Politiker dürfen die Beteiligungsfirmen nicht missbrauchen. Beteiligungsfirmen sind nicht dazu da, um dort Parteifreunde mit Jobs zu versorgen. Und Beteiligungsfirmen sind nicht dazu da, damit sich Politiker öffentlichkeitswirksam darüber streiten können, was in diesen Firmen schiefläuft.

Wenn in Beteiligungsfirmen tatsächlich etwas schiefläuft, dann müssen Politiker schleunigst über Parteigrenzen hinweg zusammenarbeiten und alles tun, um die Beteiligungsfirmen zu retten – ähnlich wie bei der Giu geschehen.

Privatisieren ist fast immer ein Schuss in den Ofen. Beweis: Allerorten fehlen jetzt günstige Wohnungen. Vor allem dort, wo Politiker die Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaften verhökert haben. Tja. Und jetzt wird plötzlich übers „Enteignen“ der Käufer diskutiert. Komisch. Als die Privatisierungspolitiker einst die öffentlichen Firmen verkauften, da redete keiner davon, dass diese Politiker ja faktisch die Bevölkerung „enteigneten“.

Sowohl die aktuellen Diskussionen – als auch die Erfolge der Giu – beweisen: Wer um seine Beteiligungsfirmen kämpft, kann gewinnen. Auch finanziell. Wer kampflos verkauft, der verliert. Wasserwerke, Krankenhäuser, Siedlungsgesellschaften, Kraftwerke und, und, und – lassen sich gut verkaufen, weil die Käufer mehr von Zukunft verstehen als Politiker. Das muss sich ändern.