Projekt des Leibniz-Instituts für Neue Materialien Saarbrücker Forscher will Lithium für Batterien aus Grubenwasser gewinnen

Saarbrücken/Essen · Die Stiftung des Bergbaukonzerns RAG unterstützt mit 300 000 Euro ein Forschungsprojekt des Saarbrücker Leibniz-Instituts für Neue Materialien zur Nutzung von Lithium aus dem Grubenwasser ehemaliger Bergwerke.

Saarbrücker Forscher will Rohstoff für Batterien aus Grubenwasser gewinnen
Foto: Johannes Schleuning

Lithium wird zur Fertigung von Lithium-Ionen-Batterien benötigt. Wie sich dieser Rohstoff nun aus dem Grubenwasser extrahieren lässt, ist Gegenstand eines Forschungsprojekts mit dem Namen Merlin (mining water lithium extraction) von Professor Volker Presser am Leibniz-Institut für Neue Materialien in Saarbrücken. Das Forschungsprojekt ist bereits angelaufen und auf zwei Jahre angelegt. Es sieht unter anderem eine genaue Analyse des Grubenwassers aus den ehemaligen Gruben in Reden und Camphausen vor. Unterstützt wird das Projekt auch von der saarländischen Staatskanzlei.

In den ehemaligen Steinkohlerevieren an Saar und Ruhr durchdringt Regen- und Oberflächenwasser die Gesteinsschichten in große Tiefen, bevor es sich in den früheren Stollen sammelt und schließlich als Grubenwasser zutage tritt. Beim Durchströmen der Gesteinsschichten reichert sich das Wasser mit Schadstoffen sowie mit weniger seltenen Mineralstoffen wie Natrium, Kalium oder Calcium an, aber auch mit für die Industrie hochattraktiven Elementen wie Strontium, Barium oder Lithium. „Unser Ansatz ist, Grubenwasser als Ewigkeitschance zu verstehen und durch innovative Technologie als Wertwasser nutzbar zu machen“, erläutert Professor Volker Presser. In Deutschland gingen schätzungsweise 1900 Tonnen wertvolles Lithium pro Jahr verloren, das mit dem Grubenwasser ungenutzt etwa über Flüsse wie Blies und Saar abfließe.

Lithium spielt eine zentrale Rolle in der Energiewende und ist zu einem industriellen und strategischen Schlüsselelement für die Elektromobilität geworden. Da sich die Lithiumvorkommen in Europa auf lediglich ein bis zwei Prozent der weltweiten Produktion belaufen und die Nachfrage wesentlich höher ist, muss das teure Metall importiert werden, unter anderem aus Chile und Argentinien.

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