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Saarbrücker Ehepaar berichtet von eiliger Rückfahrt aus Spanien

Kostenpflichtiger Inhalt: Lange Tour zurück nach Saarbrücken : Freundliche Polizei an der Straßensperre

Saarbrücker Ehepaar berichtet von eiliger Rückfahrt mit dem Wohnmobil aus Spanien durch Risikogebiete.

Saarbrücken/Valencia Ein Ehepaar aus Saarbrücken, das namentlich nicht genannt werden wollte und das als Rentner gerne mit dem Wohnmobil auf ausgedehnte Touren geht, war auf südlicher Route unterwegs. „Eigentlich wollten wir noch nach Portugal und erst im Juni zurück kommen“, berichtet der Mann. Doch das Corona-Virus machte einen Strich durch die Rechnung.

Zuletzt stand das Wohnmobil auf einem Stellplatz in der Region Valencia in Spanien, „und anfangs schien auch alles noch ganz entspannt“. Doch von Donnerstag bis Sonntag „wurde es dann immer hektischer“. Wohl auch, weil ständig neue Rückreisende, die von weiter südlich kamen, den Stellplatz für einen Zwischenstopp zum Übernachten nutzten, „und die kamen aus aller Herren Länder – Italiener, Franzosen, Engländer, – eigentlich alles“. Zwar seien auf einem reinen Stellplatz die Kontakte nicht so eng wie auf einem Campingplatz. Auch öffentliche Toiletten oder Dusch-Anlagen werden nicht genutzt, sondern nur der Wasseranschluss für den Caravan. Dennoch machte sich das Ehepaar am Sonntagmorgen auf die rund 1600 Kilometer lange Rückfahrt –zuerst einmal über die Autobahn, dann über die Landstraße.

Dort, bei Igualada, etwa 60 Kilometer nordwestlich von Barcelona, wurde der Caravan an einer kleinen Straßensperre umgeleitet, nur um kurz darauf, an einem Verkehrskreisel, an einer größeren Straßensperre zu stehen. Zunächst hieß es, in das Risikogebiet dürfe man nicht mehr einfahren. Aber nur etwas weiter konnte man noch, auf einer größeren Straße, andere Campingfahrzeuge in besagte Richtung fahren sehen. „Wir konnten dann, dank Übersetzung per Smartphone, auch erklären, dass wir nur durchfahren und nach Hause wollten.“ Die spanischen Polizisten seien sehr nett und bemüht gewesen, und nach einem Telefonat gab es dann schließlich doch noch das Okay für die Weiterfahrt, auf der dann in Spanien auch wirklich nur ein Tankstopp eingelegt wurde.

An der Grenze nach Frankreich, auf der Landstraße bei  La Jonquera, habe es gar keine Kontrolle gegeben. Kurz vor Clermont Ferrand  wollten die beiden Saarbrücker noch einmal im Wohnmobil übernachten, doch von der Tochter kam die Nachricht, dass es in Frankreich, auch an den Grenzen, immer problematischer werde. So wurde, kurz vor 1 Uhr, der Motor wieder angeworfen und es ging weiter, teils über die Autobahn, teils über die Landstraße, bis zum Grenzübergang Goldene Bremm. Dort ging es dann,  gegen 10.30 Uhr am Dienstag, noch überraschend flott: „Da waren nur fünf Autos vor uns – ein Franzose wurde etwas näher kontrolliert.“

Was dann von zu Hause aus folgte, war vorsorglich – schon wegen des Durchquerens von Risikogebieten – ein Anruf beim Hausarzt, dann ging es mit entsprechenden Überweisungen zum Ärztehaus in der Dudweiler Landstraße, wo eine Stelle zur Entnahm von Abstrichen eingerichtet ist. „Um 12 Uhr sollte es offiziell losgehen, wir waren glücklicherweise schon eine halbe Stunde früher da, denn die Schlange wurde von Minute zu Minute größer.“ Es habe nur den ein- oder anderen Vordrängel-Versuch gegeben, was jedoch ein junger Mann vom Ordnungsamt immer sehr freundlich unterbunden habe.  Grundsätzlich sei alles „sehr friedlich und ruhig“ gewesen. Der Abstrich selbst ging dann, gegen 13.30 Uhr,  sehr schnell. Von „Quarantäne“  habe niemand etwas gesagt, aber man sei natürlich von sich aus zu Hause geblieben. Zwei Tage später dann die Entwarnung: Der Test war negativ – keine Ansteckung mit Corona.