Saarbrücker CDU verteidigt die Grüne Barbara Meyer-Gluche

Kostenpflichtiger Inhalt: Bürgermeisterkandidatin der Grünen : Saarbrücker CDU verteidigt die Grüne Barbara Meyer-Gluche

Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Das ist die unterschwellige Botschaft führender Saarbrücker CDU-Politiker an die Stadtrats-SPD. Die Sozialdemokraten hatten kritisiert, dass die neue Stadtratskoalition aus CDU, Grünen und FDP der Grünen-Fraktionsvorsitzenden und ehemaligen Oberbürgermeister-Kandidatin Barbara Meyer-Gluche eine Stelle maßgeschneidert hätten.

Meyer-Gluche soll Anfang Dezember vom Stadtrat zur Nachfolgerin von Bürgermeister Ralf Latz (SPD) gewählt werden. Anders als Latz, dessen Amtszeit regulär ausläuft, soll Meyer-Gluche nicht nur für die städtischen Finanzen, sondern auch für „Nachhaltigkeit“, also auch für Klima- und Umweltschutz zuständig sein. Das hält die SPD für „wenig sachgerecht“. Sie bezweifelt, dass Barbara Meyer-Gluche „die Richtige für den Job ist“. (Die SZ hat berichtet.)

Dem widersprechen der Kreisvorsitzende der CDU Saarbrücken, der saarländische Finanzminister Peter Strobel und auch der Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion, der Landtagsabgeordnte Sascha Zehner. „Die CDU setzt konsequent auf Qualität und Kompetenz im Saarbrücker Rathaus“, sagt Strobel. Daher, sagt Zehner, begrüße die CDU die Bewerbung von Barbara Meyer-Gluche zur Bürgermeisterin.

Die Grüne, die in Strobels Finanzministerium arbeitet, stehe „für ein neues Denken“. Sie werde „mit viel Esprit an ihre Aufgabe herangehen“. Außerdem verfüge sie über „ausgezeichnete Verwaltungserfahrung“ und bringe „als Volkswirtin Finanzexpertise mit, die sie seit einigen Jahren in ihrer beruflichen Tätigkeit tagtäglich unter Beweis stellt“. Zehner: „Die Kompetenz von Frau Meyer-Gluche auch nur im Ansatz in Frage zu stellen, ist eine Unverschämtheit.“

Dass die SPD im Saarbrücker Stadtrat den Begriff der Nachhaltigkeit rein auf Umweltthemen beziehe, zeige „besonders ihre Eindimensionalität im Denken“. Dass der Begriff der „sustainable finance“ – also der nachhaltigen Finanzwirtschaft – „inzwischen von globaler Bedeutung ist, erfahre man natürlich nicht, wenn man gar nicht erst über seinen Tellerrand zu schauen vermag“, sagt Zehner. Außerdem sei es ebenso sachgemäß, der Umweltpolitik mit der Zuständigkeit im Dezernat der Bürgermeisterin „eine besondere Bedeutung zu verleihen“.

Sascha Zehner SZ-Archivfoto: Becker & Bredel. Foto: BeckerBredel

Wie man „als Stadtratsminderheit mit personeller Kompetenz umgeht“, habe die CDU seinerzeit bei der Wahl von Professor Heiko Lukas zum Baudezernenten gezeigt. „Es war damals für uns keine Option, den SPD-Vorschlag aus parteitaktischen Überlegungen abzulehnen – im Gegenteil. Weil er die nötige Kompetenz für die Aufgabe mitbringt, haben wir ihn gewählt“, sagt Peter Strobel, der damals noch Fraktionsvorsitzender der CDU im Saarbrücker Stadtrat war.

Was schlechte Personalentscheidungen angehe, solle die SPD bei sich selbst nachschauen. Als die SPD Teil der Ratsmehrheit war, habe sie wirklich „schlechte Personalentscheidungen getroffen“, sagt Strobel. Er spielt damit unter anderem auf die Wahl des Linken Harald Schindel zum Sicherheits- und Sportdezernenten an.

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