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Saarbrücker Ausstellung beschaftigt sich mit dem Wesen des Mannes.

Fotografie/Zeichnen : Zwei Frauen suchen das Wesen des Mannes

Ada Fitz und Varvara Kandaurova stellen ab Samstag, 6. April, im Jules Verne in Saarbrücken aus.

Männer, die zumindest im Saarland prominent sind, sollten sich vor zwei Frauen ausziehen, um sich dann fotografieren und zeichnen zu lassen. Das Ganze ohne zu wissen, was genau mit den Bildern eigentlich passiert - außer dass sie Teil einer Ausstellung sein sollen, die sich mit dem Wesen der Männer beschäftigt. Ada Fitz und Varvara Kandaurova haben vermutet, dass das nicht einfach wird. Womit die beiden Saarbrücker Künstlerinnen nicht gerechnet haben: Am Ende hätten sich gerne noch mehr Männer ausgezogen für „the sense of men“. „Aber“, sagt Varvara Kandaurova, „irgendwann mussten wir  aufhören.“

Das galt und gilt nicht für die Geheimhaltung. Die ist Teil des Projekts und endet erst am Samstagabend. Ab 20 Uhr zeigen Ada Fitz und Varvara Kandaurova im Jules Verne in der Mainzer Straße, wie sie sich mit zwei Techniken dem Wesen des Mannes genähert haben. Varvara Kandaurova ist Fotografin, hat sich mit Mode- und Tanzfotografie einen Namen gemacht. Ada Fitz arbeitet als Produktdesignerin bei Villeroy&Boch und als selbsständie Tätowiererin. Und sie zeichnet.

Soviel verraten die beiden dann auch: Die 19 Werke, die innerhalb eines Jahres für „essence of men“ entstanden, sind eine „Fusion aus Zeichnung und Fotografie“. „Die Arbeiten setzen die Assoziation frei, dass die Figuren aus der Zeichnung als Skulptur herausbrechen“, erklären die beiden - und lassen damit viel Raum für Spekulationen.

Mehr zu verraten, würde den Charakter der Vernissage verderben, sagt Varvara Kandaurova. Denn da werden nicht einfach ein paar Bilder an die Wand gehängt. Es soll ein großes Theater sein, mit Musik, Lichteffekten und Kleidern, die der Designer Fabian Schmidt extra für diesen Abend entworfen hat.

Über Fabian Schmidt haben sich die beiden Künstlerinnen auch kennengelernt. Der war an der Tanzperformance „Bodies Landscape“ beteiligt, die auf der Mainzer Straße vor dem Jules Verne im vergangenen Jahr für Aufsehen gesorgt hat. In dessen Atelier und im Jules Verne sind sie sich immer mal wieder begegnet. Als sie dann durch die Oberfläche des Smalltalk in tiefere Gespräche eingetaucht sind, sei es wunderbar gewesen zu entdecken, wie ähnlich ihre Vorstellungen von Kunst waren. Es habe nur wenige Stunden gedauert, die Idee für das Projekt auszuarbeiten.

Varvara Kandaurova stammt aus Russland, Ada Fitz aus Albanien. Aber dass sie beide zugewanderte Saarbrückerinnen sind, spiele weder bei ihrer Zusammenarbeit noch für das Projekt eine Rolle. Es gehe hier nicht um „zwei arme Frauen aus Osteuropa“, sagt Ada Fitz, sondern um die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Wesen des Mannes. Dann ist etwas passiert, womit die beiden Frauen ebensowenig gerechnet haben, wie damit, dass genug Männer sich auf das Projekt einlassen. Obwohl es kaum Konkretes gab, haben sich einige Sponsoren bereiterklärt, die Idee zu finanzieren. Das Jules Verne, in dem Fitz schon im vergangenen Jahr mit ihrer Ausstellung „regarde moi“ begeisterte, hat ebenfalls sofort zugesagt, als es darum ging, einen spannenden Ort für die Bilder zu finden. Und der saarländische Poprat hat entschieden, mit der Ausstellung von Fitz und Kandaurova auch sein Foto-Jahr zu eröffnen. Der Vorsitzende des Pop-Rats, Peter Meyer, wird die Ausstellung eröffnen. Wer mehr wissen will, muss hingehen.

Varvara Kandaurova arbeitet mit der Kamera. Foto: Benny Dutka
Ada Fitz beim Zeichnen für die Ausstellung. Foto: Varvara Kandaurova

Beginn der Vernissage ist um 20  Uhr im Jules Verne, Mainzer Straße 39 in Saarbrücken. Eine Afterparty findet ab 23 Uhr in der nahegelegenen Lokalität „Hunter Thompson“ statt. Die Ausstellung endet mit einer Finissage und dazugehöriger Modenschau des Designers Fabian Schmidt am 30. April.