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Saarbrücken
Zwei Kontrollen gegen Alkohol am Steuer

Saarländische Polizisten und ihre Kollegen von der Police Nationale aus Saargemünd waren am Dienstagabend an mehreren Stellen entlang der Grenze im Einsatz. Die Planer begannen ihn ganz bewusst zu einer Zeit, in der viele noch gar nicht mit einer Verkehrskontrolle rechneten.
Saarländische Polizisten und ihre Kollegen von der Police Nationale aus Saargemünd waren am Dienstagabend an mehreren Stellen entlang der Grenze im Einsatz. Die Planer begannen ihn ganz bewusst zu einer Zeit, in der viele noch gar nicht mit einer Verkehrskontrolle rechneten. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Inspektion Brebach war mit der Police Nationale im Einsatz. Inspektion Alt-Saarbrücken rückt am Donnerstag mit der Gendarmerie aus. Von Frank Kohler und Becker & Bredel

„Wir liegen auf der Lauer, sagen Sie es all Ihren Bekannten – eine gute Fahrt“, sagt der Polizeibeamte im Güdinger Rosengarten zu einer Autofahrerin und hat nichts zu beanstanden. Der Polizist verabschiedet sie in die Dunkelheit. Bald verlassen auch die Beamten die Kontrollstelle.  Beim Aktionstag am Dienstagabend wechseln die Beamten ständig den Standort. Ob in Schafbrücke, Brebach, Ensheim oder in Güdingen: Sie zeigen Präsenz an Ausfallstraßen, und das schon am frühen Abend zu einer „Da-kontrolliert-bestimmt-keiner-Uhrzeit“. Alle, die stoppen müssen, sind sichtlich überrascht. Wenn auch die allermeisten unbeanstandet weiterfahren dürfen. Neben den Beamten der Inspektion Brebach sind sechs Beamte der Police Nationale aus Saargemünd dabei. „Die Fahrer sind dann immer überrascht, aber das ist effizient“, sagt Christian Fischer, der stellvertretende Dienststellenleiter in Saargemünd. Der Austausch mit der deutschen Polizei sei eng. Alle drei Monate gebe es gemeinsame Kontrollen. Stets im Wechsel, einmal in Deutschland und einmal in Frankreich.



Außerdem sei die deutsche Polizei beim Fastnachtsumzug in Saargemünd, französische Beamte kämen zum Umzug nach Kleinblittersdorf. „Die Grenze darf Polizeiarbeit nicht behindern“, sagt Fischer. Sein deutscher Kollege Helmut Schliwinsky hat ein Beispiel für das Miteinander parat: „Gerade am Dienstag halfen die guten Kontakte zwischen beiden Dienststellen bei der Aufklärung eines Raubes in Hanweiler. Wir hatten viele französische Zeugen. Die Kollegen aus Saargemünd kamen binnen Minuten zum Tatort, halfen bei Befragungen und ermittelten kurz danach in Saargemünd den Fluchtwagen.“ Der Täter und seine Begleiterin seien gefunden worden.

„Dabei helfen Kameras, die in Saargemünd die Grenze überwachen“, sagt Fischer. Saargemünd habe 31 öffentliche Kameras, eine am Grenzübergang. Es sei sicher, dass der Fluchtwagen gefilmt wurde, sagte der Franzose.

Die regelmäßigen gemeinsamen Kontrollen dienen den Beamten dazu, die Kollegen aus dem Nachbarland kennenzulernen. Und man lerne voneinander. Etwa wie sich feststellen lässt, ob ein Wagen versichert ist, was deutsche TÜV-Stempel besagen, was begleitetes Fahren bedeutet, wie alte Führerscheine aussehen.

Die Saarbrückerin Daniele Darm hat seit 42 Jahren den Führerschein und ist gerade erstmals im Leben kontrolliert worden – ohne Tadel: „Ich finde es gut, wenn im Grenzgebiet so was gemacht wird.“ Dass ein Franzose sie kontrollierte, sei ihr aber gar nicht aufgefallen.

Tief in der Nacht zieht Einsatzleiterin Anne Schieber in Brebach Bilanz. Die Polizei kontrollierte 161 Pkw, einen Lastwagen und einen Radfahrer. In fünf Fällen gab es Alkoholtests, sechs Verwarnungen wurden ausgesprochen, 18 Ordnungswidrigkeiten aufgenommen und eine Anzeige gefertigt, weil ein Fahrer keinen Führerschein hatte. Die Kontrollen gehen weiter, auch mit der Gendarmerie aus Saargemünd.

Die Gendarmerie aus Forbach rückt am heutigen Fetten Donnerstag mit den Kollegen von der Inspektion Alt-Saarbrücken aus. Als Kontrollort steht die Goldene Bremm fest. Sonst müssen Fahrer auf beiden Seiten der Grenze überall mit Anhalte-Signalen rechnen.

Zwei Zahlen sind Chef-Organisator Mathias Biehl wichtig. Die Elf und die Null.  „Auch bei der elften Gemeinschaftskontrolle ist unser Traumziel die Null.“ Biehl und die Kollegen hoffen, dass sich heute niemand betrunken oder unter Drogen ans Steuer setzt. Biehls Lieblingsfahrgemeinschaften sehen so aus: Der Fahrer oder die Fahrerin bleibt nüchtern, der Rest darf was trinken. „Dann sind wir mit der Kontrolle schnell fertig und wünschen allen im Wagen einen schönen Abend.“ Den hatte ein berauschter Fahrer aus Alt-Saarbrücken bei der Kontrolle 2017 nicht. Er hätte zu Fuß den kurzen Heimweg antreten können. Weil er lieber betrunken Auto fuhr, war er nach der Kontrolle sowieso Fußgänger. Aber zwangsweise.

Polizei und Gendarmerie sind heute auch an der Goldenen Bremm. Und an vielen wechselnden Einsatzorten, wie die Planer betonen.
Polizei und Gendarmerie sind heute auch an der Goldenen Bremm. Und an vielen wechselnden Einsatzorten, wie die Planer betonen. FOTO: Rich Serra / Foto © Rich Serra - www.rich-se