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Zara Weiskircher kehrt in Saarbrücken auf die Bühne zurück

Zara Weiskircher feiert ihr Bühnencomeback : Drollige Premiere in Saarbrücker Kulturbistro

Nach zehnjähriger Bühnenabstinenz stellt Zara Weiskircher bei gut besuchtem Konzert ihre neue Band „Riley“ vor.

„Die hat ja ‚ne drollige Art zu kommunizieren!“ befand eine Zuhörerin, der fast die Lachtränen aus den Augen kullerten. Stimmt: Zara Weiskircher moderierte so spontan, ja geradezu kindlich ungebremst aus dem Bauch heraus, dass man aus dem Kichern gar nicht mehr herauskam. Am Freitag stellte die saarländische Sängerin im gut besuchten Kulturbistro Malzeit ihre neue Band „Riley“ vor.

 Die Band „Riley“ mit, von links: Achim Schneider (Bass), Marc Sauer (Gitarre), Harald Simon (Schlagzeug), Zara Weiskircher (Gesang), Günter „Dabbelju“ Zewe (Banjo, Mandoline, Gitarre, Dobro, Harp).
Die Band „Riley“ mit, von links: Achim Schneider (Bass), Marc Sauer (Gitarre), Harald Simon (Schlagzeug), Zara Weiskircher (Gesang), Günter „Dabbelju“ Zewe (Banjo, Mandoline, Gitarre, Dobro, Harp). Foto: Kerstin Krämer

Rund zehn Jahre hatte sich Weiskircher von der Bühne zurückgezogen, umso größer war nun ihre Freude – und Aufregung –, wieder vor Publikum zu stehen. Mit „Riley“  haben sich Weiskircher und ihr Schlagzeuger und Percussionist Harald Simon einen Wunsch erfüllt. Bereits Anfang der 2000-er Jahre hatten sie bei „Zara & Band“ mit poppig-bluesigen bis jazzigen Versionen US-amerikanischen Liedguts aufhorchen lassen. Nun haben sie sich neue Mitstreiter gesucht, um Country & Western zu huldigen und dabei weitere Traditionen wie Bluegrass, Gospel, Irish Folk und Singer/Songwriter-Brauchtum einfließen zu lassen. Das Ergebnis, kurz „Americana“, kommt unplugged und hübsch authentisch mit feinem Chorgesang daher. Obwohl sich hier verblüffend viele Titel um‘s Thema Trennung drehten, wurde es ein entspannt heiteres Konzert: mit Nummern von Bob Dylan, Glen Campbell, John Hiatt, Dolly Parton, Bruce Springsteen, Gillian Welch oder Fleetwood Mac. Nach einer kurzen, leicht verschrammelten Warmspielphase mit Soundkorrekturen schaukelte die Musik auch erfreulich rasch im typischen, gemütlichen Schunkeltrab daher – für den amtlichen Wechselbass-Groove zeichnet Achim Schneider am akustischen Gitarrenbass verantwortlich. Wobei die Jungs um Weiskircher auch galoppieren können: So lieferte sich Günter „Dabbelju“ Zewe (der außerdem an Gitarre, Mandoline und Harp brilliert und gekonnt das Slide-Röhrchen über die Saiten der Dobro flutschen lässt), hier das Banjo im Anschlag, mit Gitarrist Marc Sauer das rasante Instrumental-Duell aus dem US-Film „Beim Sterben ist jeder der Erste“ (1972) – sauber! Dass Weiskirchers markante, schlanke Stimme sich gern von unten in die Töne reinschraubt, ist eine liebenswerte Eigenart. Aufpassen muss sie mit der Intonation: Sie sang oft krass unterhalb der korrekten Tonhöhe. Aber vielleicht war das nur langer Bühnenabstinenz und dem Premierenfieber geschuldet.